Grafschafter Schulgeschichte

Ehem. Volksschule

Uelsen

Schule Wilsum 

um 1900

ehem. Schule 

Hardinghausen

Volksschule 

Egge 1978

Altes Rathaus

Uelsen 

Alte Schule

Itterbeck

Schöltien 

Wielen

  Schulen in der Samtgemeinde Uelsen

Aufbau eines Schulzentrums in Uelsen

Ab Beginn der 70er Jahre wird in Uelsen ein Schulzentrum aufgebaut, in dem die Grundschule (GS ), die Orientierungsstufe (OS ), die Hauptschule (HS ) und die Realschule (RS ) untergebracht sind. Auf diesen Seiten sind die schulübergreifenden Maßnahmen dargestellt, die hierzu durchgeführt wurden.

1971

Das Schuljahr 1971/72 steht im Zeichen wichtiger schulpolitischer Entscheidungen. Nach dem Nds. Schulgesetz sollen alle Schulen, in denen nicht jahrgangsweise unterrichtet wird, aufgelöst werden. Nach den vorliegenden Raumordnungsplänen kann man davon ausgehen, dass die Gemeinde Wilsum nicht, wie sie es wünscht, nach Emlichheim, sondern nach Uelsen zugeordnet wird. Dadurch kann der Plan des Schulrates Linge, in der Niedergrafschaft  mit Schuljahrsbeginn 1973/74 die Orientierungsstufe einzuführen, Wirklichkeit werden. Die Standorte sollen Neuenhaus, Emlichheim und Uelsen sein.

Für Uelsen soll auf eine sechszügige Orientierungsstufe eine 2- bis 3-zügige Realschule aufbauen. Diese Aussichten lösen bei der Gemeinde und der Schule zahlreiche Aktivitäten aus. Das neu zu errichtende Schulzentrum mit Orientierungsstufe, Haupt- und Realschule, Sporthalle und Schulsportplatz soll auf dem Gebiet südlich des Eschweges in unmittelbarer Nähe zu dem bisherigen Schulgelände entstehen.

1974

Seit 1970 war die Samtgemeinde Uelsen ein freier Zusammenschluss der Gemeinden Getelo, Gölenkamp, Halle, Haftenkamp, Hardingen, Höcklenkamp, Lemke, Itterbeck, Wielen und Uelsen. An ihre Stelle tritt ab 1.4.1974 die um die Gemeinde Wilsum erweiterte "Samtgemeinde neuen Rechts" Die Gemeinden Lemke und Höcklenkamp, die Gemeinden Halle und Hardingen sowie die Gemeinden Gölenkamp und Haftenkamp fusionieren zu jeweils einer politischen Gemeinde. Alle Kinder aus der Samtgemeinde sollen die Orientierungsstufe, die Hauptschule und die Realschule in Uelsen besuchen. Für die Gymnasiasten ist der Besuch des Gymnasiums in Neuenhaus vorgesehen.

Ende des Jahres 1973 wird mit dem Bau eines neuen Schulgebäudes für die Orientierungsstufe begonnen, das am 3. Mai 1974 feierlich übergeben wird. In dem Gebäude sind 12 Klassenräume, zwei Gruppenräume und der Verwaltungsbereich einschließlich des Lehrerzimmers untergebracht.

1975

Die starke Zentrierung des Schulsystems bringt große Probleme mit sich. Insgesamt müssen täglich etwa 520 Kinder aus den umliegenden Gemeinden zur Orientierungsstufe (OS) und zur Mittelpunktschule an- und abgefahren werden, wofür Busse der Bentheimer Eisenbahn eingesetzt werden. Durch die Auspflasterung des Grundstücks vor der OS entsteht hier ein Omnibusbahnhof, auf dem 10 Omnibusse parken und ein gefahrloses Einsteigen und Aussteigen ermöglicht wird. An Sonn- und Feiertagen steht der Platz der altreformierten Gemeinde zur Verfügung.

1977

Am 2. Dezember 1977 wird der Technische Trakt im Schulzentrum seiner Bestimmung übergeben. Die Kosten betragen rund 3,3 Millionen DM. Im Erdgeschoss befindet sich das Forum, das auch für größere kulturelle Veranstaltungen geeignet ist. Das angegliederte Musikzimmer lässt sich in eine 32 qm große Bühne verwandeln. Für die Realschule sind zunächst 4 Klassenräume und der Verwaltungsbereich einschließlich Lehrerzimmer ausgebaut. Von den Fachräumen sind Fachklassen für Werken, Textilarbeit und Naturwissenschaften eingerichtet. Die weiteren Fachklassen werden vorläufig als weitere Klassenräume für die Realschule genutzt.
   
Erst nach dem vorgesehenen Neubau von vier weiteren Klassenräumen, der vollständigen Einrichtung des Technischen Traktes und dem bevorstehenden Neubau der großen Sporthalle wird das Schulzentrum nach damaliger Auffassung komplett sein (GN, 1.12. und 5.12.1977).

1979

Im September 1979 wird die neue dreiteilige Sporthalle gegenüber der Orientierungsstufe, in der die Orientierungsstufe, die Hauptschule und die Realschule den Sportunterricht haben werden, ihrer Bestimmung übergeben. Die kleine Turnhalle steht nur noch der Grundschule zur Verfügung. Außerdem sind für die Realschule weitere vier Klassenräume geschaffen worden (GN, 3.4.1978, 31.8. und 3.9.1979).

1980

In einer Sitzung des Samtgemeinderates Uelsen wird auf Probleme bei der Schülerbeförderung hingewiesen. So werden in einem Bus mit 50 Sitzplätzen über 100 Kinder transportiert. Während der Fahrt werde die hintere Tür manschmal nicht geschlossen; es seien schon Tornister herausgefallen. Außerdem wird bemängelt, dass die Busfahrzeiten teilweise zu lang seien. In Gesprächen mit den Schulleitern, die großes Entgegenkommen bezüglich der Gestaltung der Stundenpläne zeigen, der Bentheimer Eisenbahn und dem Landkreis als Träger der Schülerbeförderung werden Regelungen gefunden, die den Richtlinien für den Schülertransport in Niedersachsen sowie den Beteiligten gerecht werden (GN, 12.12.1979, 6. und 13. 3. 1980).

1982

Im Schuljahr 1982/83 werden im Schulzentrum Uelsen etwa 1.200 Schüler in 45 Klassen von 60 Lehrkräften unterrichtet. Ihre Verteilung ist:
Grundschule:         399 Schüler in 16 Klassen mit 16 Lehrkräften,
Orientierungsstufe: 350 Schüler in 12 Klassen mit 19 Lehrkräften,
Hauptschule:         253 Schüler in  9 Klassen mit 14 Lehrkräften,
Realschule:           212 Schüler in  8 Klassen mit 11 Lehrkräften.
                       1.214 Schüler in 45 Klassen mit 60 Lehrkräften
 
An Räumen stehen zur Verfügung: 45 Klassenräume, 13 Fachräume (5 naturwissenschaftliche, 2 Werk-, je 1 Kunst-, Musik-, Textilarbeits- und Schreibmaschinen-Raum und 1 Lehrküche). Die Samtgemeinde hat in Schulen und Sporthalle 13 Millionen DM investiert und muss pro Jahr 1,45 Millionen DM für Schulderdienst und sächliche Schulkosten aufbringen.

1994

Die Samtgemeinde Uelsen feiert ihr 20-jähriges Bestehen als Samtgemeinde. Seit ihrem Bestehen hat sie 14,3 Millionen DM in das Schul- und Sportwesen investiert. Davon wurden 5,9 Millionen DM für Baumaßnahmen im Schulzentrum Uelsen und 1,8 Millionen DM für die Sporthalle in Uelsen verwendet. Gegenwärtig wird das Dachgeschoss der Grundschule ausgebaut. Mit zwei Klassenräumen und einem Gruppenraum will die Schule dem derzeitigen Raummangel beikommen. Auf die Dauer werden sich infolge höherer Schülerzahlen Schul-Erweiterungsbauten nicht vermeiden lassen (GN, 16.7.1994).

1997

Nach mehrmonatlicher Arbeit wird durch die offizielle Inbetriebnahme eines neuen Schulhofbahnhofs ein Gefahrenpunkt im Bereich des Schulzentrums beseitigt. Es handelt sich hierbei um einen rund 200 m langen Bahnhof, der entlang der Schulstraße errichtet worden ist. Er ist mit Gittern abgesichert. Durch besondere Einstiegslücken können die insgesamt 395 Fahrschüler in die Busse gelangen (GN, 12.3. und 19.3. 1997)

1998

Durch einen zweigeschossigen Anbau, der sich nahtlos an die vorhandene Bebauung anpasst, wird die Hauptschule Uelsen von allen räumlichen Nöten befreit. Im Erdgeschoss sind ein neuer Verwaltungstrakt mit drei Büroräumen und einem Lehrerzimmer, im Obergeschoss zwei Klassenräume, ein Erste-Hilfe-Raum und ein kleiner Computerraum entstanden (GN, 10.10. und 17.12. 1997 sowie 4.9. und 8.9.1998).

1999

In einem Aufsatz in den "Grafschafter Nachrichten" vom  12.6.1999 werden die Ergebnisse des Aufbaus des Schulzentrums in Uelsen und die Ausgestaltung der beiden Grundschulen in Itterbeck und Uelsen in den 25 Jahren von 1974 bis 1999 dargestellt. Dieser Aufsatz wird wörtlich übernommen.
  
"Leistungsfähige Schulen für mehr als 1200 Kinder
Zeit der Neu- und Erweiterungsbauten ist abgeschlossen
  

In den 25 Jahren ihres Bestehens hat die Samtgemeinde Uelsen erfolgreich für ein funktionierendes Schulsystem vor Ort gesorgt. Kernstück ist das Schulzentrum Uelsen. Hier werden in Grundschule, Orientierungsstufe, Hauptschule und Realschule zur Zeit fast 1000 Kinder aus der Samtgemeinde .unterrichtet
  
Das Schulzentrum erfüllt alle Anforderungen, die heute an eine moderne Schule gestellt werden. In einem Multi-Media-Raum können die Schülerinnen und Schüler mit Computern und einem Videogerät arbeiten. Ein Internet-Anschluss ermöglicht Verbindungen in die ganze Welt. Selbstverständlich verfügt das Schulzentrum auch über einen gut ausgestatteten technischen Trakt mit verschiedenen Fachräumen. Für den Sportunterricht stehen eine große Dreifach-Sporthalle sowie eine Turnhalle zur Verfügung.
  
Ergänzt wird die Schullandschaft der Samtgemeinde durch die beiden Grundschulen in Itterbeck und Wilsum, einzige "Überlebende" der Schulreformen der siebziger Jahre, als die Konzentration der Kinder in möglichst große Schulzentren als modern und fortschrittlich galt. Die selbst erst in den 70er Jahren entstandene Grundschule Itterbeck zählt heute 103 Schülerinnen und Schüler, in der Grundschule Wilsum werden derzeit 115 Kinder unterrichtet. Beide Schulen sind mit Sporthallen ausgestattet.
  
Weil die Kinderzahlen in den nächsten Jahren nach den vorliegenden Prognosen nicht ansteigen werden, besteht in den Schulen der Samtgemeinde auch kein akuter Neubaubedarf. Für absehbare Zeit dürften deshalb die Erweiterung der Grundschule Uelsen (1995 fertiggestellt), der Neubau der Sporthalle an der Grundschule Wilsum (1995) und der Anbau für die Hauptschule Uelsen (1998) die letzten großen Neubaumaßnahmen gewesen sein.
  
Die Zeit der Investitionen ist deshalb aber noch lange nicht vorbei. Jetzt stehen Sanierungsarbeiten, mit denen die laufenden Reparaturkosten gesenkt werden sollen, im Mittelpunkt. Derzeit wird vor allem an den Flachdächern und Heizungsanlagen gearbeitet. In den kommenden Jahren wird die Senkung der laufenden Kosten durch Energiesparmaßnahmen, die Erneuerung der Heizungsanlagen und die Sanierung der Flachdächer weiterhin hohe Bedeutung haben. Natürlich sollen auch die guten Ausstattungsstandards der Schulen gehalten oder wenn möglich verbessert werden.
  
Die Arbeit in den Schulen hat sich in den vergangenen Jahren ebenfalls weiterentwickelt. So bietet beispielsweise der Förderverein der Grundschule in Uelsen seit dem vergangenen Jahr eine Rand- und Ausfallstundenbetreuung an. Das bedeutet, dass Kinder mit Sicherheit zu vorher festgelegten Zeiten in der Schule betreut werden. Insbesondere für Familien, in denen Mutter und Vater erwerbstätig sind oder einer allein für die Erziehung der Kinder zuständig ist, bedeutet eine Grundschule mit verlässlichen Betreuungszeiten eine große Erleichterung.
  
An der Hauptschule Uelsen werden seit einiger Zeit auch Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet. Eine Klasse der Sonderschule Neuenhaus mit sechs Kindern aus Uelsen ist im Gebäude der Hauptschule untergebracht. So können auch diese Kinder mit besonderem Förderbedarf in ihrem Heimatort betreut werden. So ist auf dem Schulhof sehr leicht ein Kontakt zwischen den Kindern der Hauptschule und denen der Sonderschule möglich.

 

Die großen Entfernungen im Samtgemeindegebiet und die relativ dünne Besiedlung machen es erforderlich,dass viele Schülerinnen und Schüler mit dem Bus zur Schule gebracht werden müssen. Etwa jedes dritte Kind, das eine im Schulzentrum liegende Schule besucht, wird mit dem Schulbus gebracht. In den beiden Grundschulen Itterbeck und Wilsum liegt der Anteil der mit dem Bus kommenden Kinder sogar bei etwa 50 Prozent."


Quellen

  •  Artikel aus der örtlichen Presse, im Text angegeben

                             Diese Seiten sind Teil des Projekts "Die Grafschaft Bentheim im Unterricht"