Grafschafter Schulgeschichte

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Wielen

Schule Hesepe 

1960

Gymnasium

Nordhorn 1960

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1691 - 1960

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ca. 1935

Schule Wilsum 

um 1900

Kirchschule Schüttorf um 1900

Einzelbericht zur Bildungspolitik

Hoch klettern und tief springen hilft beim Deutsch lernen

Sprachförderung mit Tanz und Turnen für Migrantenkinder

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Von Martina Schwager - epd Osnabrück. Rohan (5) und Fahed (4) müssen immerzu kichern: Zuerst sollen sie und ihre Kindergartenfreunde Po an Po tanzen und ganz schnell im Kreis rennen. Dann machen sie sich ganz klein und ganz groß, singen laut und leise. Und das alles vor einer echten Ministerin. Die niedersächsische Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) informiert sich in Osnabrück in der Kindertagesstätte Atter über das auf zwei Jahre angelegte Projekt „Bewegte Sprache – Sprachförderung durch Bewegung“.
Wanka plädiert dafür, das Konzept landesweit in den Kindergärten zu übernehmen, falls sich erste vielversprechende Ergebnisse bestätigen: „Es darf nicht immer nur Projekte geben, die nachher in der Versenkung verschwinden.“ Dafür solle das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) sorgen, das gemeinsam mit der Universität Osnabrück Träger des Projektes sei, fordert die Ministerin. Das Land fördert das insgesamt 500000 Euro teure Projekt mit 180000 Euro. Weitere 200000 Euro kommen von der „Friedel-und-Gisela-Bohnenkamp-Stiftung“.
In rund 50 Kindergärten in der Region wird der neue Ansatz Sprachförderung schon erprobt und wissenschaftlich ausgewertet. Ein erstes bereits vor zwei Jahren durchgeführtes Pilotprojekt habe gezeigt, dass Kinder über die Lust an der Bewegung Sprachdefizite besser ausgleichen könnten, sagt Projekt- und Institutsleiterin Professor Renate Zimmer: „Früher haben die Kleinen sich mehr widerwillig an einen Tisch gesetzt, um Sprache zu lernen. Heute wollen am liebsten alle mittanzen und -hüpfen.“
Rohan und Fahed haben eindeutig Spaß. Rohans Muttersprache ist Albanisch, Fahed ist mit Arabisch aufgewachsen. Mittlerweile seien den beiden die immer wieder kehrenden deutschen Satzmuster der Bewegungsspiele schon geläufig, sagt die Leiterin der Kita Atter, Sabine Stade. Sie ist bereits nach den ersten Monaten überzeugt, dass dieser Ansatz der richtige ist. „Wir sind nicht auf 20 Minuten Sprachtraining beschränkt, sondern können das täglich überall anwenden, beim Klettern im Wald oder beim Springen in der Turnhalle.“
Zwei Erzieherinnen würden regelmäßig fortgebildet und gäben ihr Wissen an die übrigen Mitarbeiter weiter. So würden alle Kinder erreicht. Denn es gebe auch immer mehr deutsche Kinder, die etwa den richtigen Gebrauch der Präpositionen nicht beherrschten, sagt Stade. „Beim Klettern zum Beispiel können die Kolleginnen mit den Kindern dann die Wörter ,auf’, ,unter’ oder ,neben’ trainieren. Und das Lernen macht auch noch ganz viel Spaß.“
Bundesweit sei schon viel Geld für wenig effektive Integrations- und Sprachförderprojekte verschwendet worden, kritisiert die Sportwissenschaftlerin Zimmer. Das Thema Bewegung in der frühkindlichen Entwicklung ist schon seit Jahrzehnten der Schwerpunkt ihrer Forschungen und zahlreicher Veröffentlichungen. Der eigene Körper und seine Bewegungen seien „der Motor der Entwicklung und das Tor zum Lernen“, betont sie immer wieder.
Rohan und Fahed machen sich mit ihren Freunden mittlerweile fertig zum Start in den Weltraum. Zum Hüpfplaneten soll es gehen. Gemeinsam zählen sie den Countdown von zehn herunter. Dann geht’s mit Getöse los. Kita-Leiterin Stade sieht stolz zu: „Die Kinder profitieren jetzt davon. Die Gesellschaft langfristig.“
Quelle: GN, 28.9.2010