Die Geschichte der Schultüte
Die
Geschichte der Schultüte geht bis ins Jahr 1810 zurück.
Damals wurde besonders den Schulanfängern ins Sachsen und
Thüringen der Weg in die Schule versüßt. Dort
erzählte
man den Kindern früher, dass in dem Haus des Lehrers ein
Schultütenbaum wüchse, und wenn die Schultüten
groß
genug wären, dann wäre es höchste Zeit für den
Schulanfang! Die Tüten wurden damals vom Pedell (Hausmeister) vom
Dachboen der Schule geholt und den staunenden Kindern zum Schulbeginn
überreicht.
Schultüten
waren zunächst nur in den größeren Städten
bekannt. Erst nach und nach setzte sich der Brauch auch auf dem Lande
durch. Weiterhin war es üblich, dass zum ersten Schulgang
mittels einer Postkarte gratuliert wurde, die untenstehende alte
Ansichtskarte zeigt solch eine Glückwunschkarte aus dem Jahre
1905. Interessant wäre es, einmal zu erforschen, seit wann dieser
Brauch auch hier bei uns in der Grafschaft gepflegt wird, sicherlich
aber schon seit mehr als 100 Jahren, denn Postkarten mit
Schultütenmotiven wurden damals auch hier bei uns schon verschickt.
Anfangs waren es die
Paten, die die Tüte überreichten. Heute sind es meistens die
Eltern, die ihren Kindern die oft in mühevoller Arbeit im
Kindergarten selbst gebastelte Schultüte mit auf den Weg geben
(GN, 4.9.2006).
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