Grafschafter Schulgeschichte

Schöltien 

Wielen

Schule Hesepe 

1960

Gymnasium

Nordhorn 1960

Alte Schule Lage 

1691 - 1960

Schule Achterberg

ca. 1935

Schule Wilsum 

um 1900

Kirchschule Schüttorf um 1900

Einzelbericht zur Schulgeschichte
Schulsystem vor Umbruch

Das deutsche Schulsystem steht nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung durch die sinkenden Schülerzahlen vor radikalen Veränderungen, von denen auch Niedersachsen nicht ausgenommen sein wird.
Bis zum Jahre 2025 wird die Zahl der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 18 Jahren von knapp 11 Millionen auf 9 Millionen sinken, hieß es gestern in Gütersloh. "Auch wenn es große regionale Unterschiede gibt, werden Länder, Städte und Gemeinden bei der Bildungsplanung neue Wege gehen müssen", sagte Vorstandsmitglied Brigitte Mohn. "Durch den massiven Rückgang der Schülerzahlen dürfte vor allem das dreigliedrige Schulsystem weiter unter Druck geraten".
Die Stiftung hat erstmals bildungsrelevante Daten für alle Kommunen ab 5000 Einwohnern auf einer Internetseite zusammengestellt. In ihren Zahlen für Niedersachsen geht die Studie von einer stetig sinkenden Zahl  an Hauptschülern aus. 2007 lag der Anteil bei 9,6 %. Parallel dazu streben immer mehr Schüler auf ein Gymnasium, in Niedersachsen waren es landesweit 26,1 %.
Besonders drastisch wird der Schwund der Studie zufolge  bundesweit mit 27,4 % bei den 16- bis 18-jährigen. Bei den 10- bis 15-jährigen beträgt der Rückgang 15,8 %, in Niedersachsen sogar ein Fünftel. Auch bei den Kleinen (6 bis 9 Jahre) werden 14,3 %  weniger Kinder als heute die Schulbank drücken. Einige Regionen müssen sogar noch deutlichere Schülerverluste verzeichnen.
Nach Einschätzung der Bertelsmann-Stiftung wird sich auch im Westen Deutschlands der Trend zu neuen Schulformen fortsetzen. Dazu zählt das zweigliedrige System mit zusammengelegter Haupt- und Realschule. Bei einer Fortsetzung der Entwicklung dürfte sich der Andrang auf die Gymnasien verstärken, während die Hauptschule vom Aussterben bedroht sei.
Auf dem Arbeitsmarkt werden in den kommenden Jahren immer weniger junge Menschen zur Verfügung stehen. Es ist deshalb nach Auffassung der Bertelsmann-Stiftung eine vordringliche Aufgabe, mit Blick auf diese Veränderungen alle jungen Menschen so gut wie möglich zu qualifizieren.
Im Internet finden Sie weitere Informationen - auch Zahlenangaben zu einzelnen Landkreisen, Städten und Kommunen unter: www.wegweiser-kommune.de

Ein Kommentar von Anne Dickhoff

"Welche Folgen es für die Gesellschaft haben wird, dass in nicht allzu ferner Zukunft die meisten Menschen alt sind - diese Frage spielt im Alltag bislang kaum eine Rolle. Wer sich aber, wie die Bertrlmann-Stiftung, mit den konkreten Folgen des demografischen Wandels beschäftigt, erkennt schnell: Die Änderungen werden gewaltig sein.
Was bedeutet dies für die schrumpfende junge Generation? Um das zu erahnen, brauchen viele Eltern nicht einmal eine Studie - es reicht, wenn die örtliche Grundschule ihres Kindes wegen zu kleiner Schülerzahl geschlossen werden muss. Dieses Phänomen ist geradei im ländlichen Niedersachsen inzwischen Realität - und ein Anfang der Veränderungen, die auf uns zukommen.

Dass alles anders wird, muss aber nicht heißen, dass es schlechter wird. Der sukzessive Wandel der Gesellschaft birgt auch Chancen für das ständig in der Kritik stehende Schulsystem. Haupt- und Realschulen müssen zusammengelegt werden? Warum nicht! Wer aus dieser Not eine Tugend macht, wäre dann vielleicht irgendwann nach skandinavischem Vorbild bei einer Schulform für alle - mit dem Gymnasium als dreijährige Schule bis zum Abitur. Anders, aber gut."
(Quelle: GN,7.11.2009)