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Genauso
wie heute gehörten vor 140 Jahren zum Kirchspiel Schüttorf
zunächst die Stadt Schüttorf selber und dann die fünf
Landgemeinden Quendorf, Wensel, Neerlage, Samern und
Suddendorf.
Damals
war die Zahl der Schüler in Schüttorf noch sehr gering. Sie
betrug nur 212 und wurde von den Lehrern Dreyer und Mülder
unterrichtet. In den Bauerschaften war dagegen die Schülerschaft
fast dieselbe wie 100 Jahre später. Sie betrug in Quendorf 76
(Lehrer Stüvel,später
Dronkemölder),
in Wengsel 42 (Lehrer Bünseler,
später Math), in
Neerlage 28 (Busmann),
in Samern 36 (Wilmink,
später Tibbe)
und in Suddendorf 31 (Ruse).
Die Eltern der schulpflichtigen Kinder hatten damals Schulgeld und
Feuerungsgeld zu bezahlen. Letzteres wurde in den Landgemeinden nicht
erhoben, da die Schüler den benötigten Brennstoff (Torf,
Klün, Holz) zur Schule mitbrachten. Nicht alle Eltern waren in der
Lage, die verlangten Gelder zu zahlen. Das geht aus dem vom Rendanten Stüvel (später Busmann, dann Reinefeld)
geführten Schulfonds hervor: Drei Spalten geben Auskunft, ob die
Eltern "solvent" (zahlungsfähig), "unvermögend" oder "arm"
waren.
In der Rublik "unvermögend" ist niemand aufgeführt,
während in Schüttorf seinerzeit in der Spalte "arm" 33
Prozent, in Quendorf 16 Prozent, in Wengsel 20 Prozent, in Neerlage und
Suddendorf je 11 Prozent und in Samern 6 Prozent verbucht sind. Auch
diese Prozentzahlen geben - ebenso wie die anfangs aufgeführten
Schülerzahlen - Veranlssung, Vergleiche mit der heutigen
Schülerzah lund dem "Wohstand" der Eltern anzustellen.
Auf der Ausgabenseite sind neben den geringen Hebegebühren
(für Scul- und Feuerungsgeld) die Gehälter der Lehrer
und für Schüttorf der Betrag für den von den Bauern Immink - Quendorf -
gelieferten Torf (jährlich 10 bis 14 Fuder) verbucht.
Das Gehalt der Lehrer betrug für Lehrer Dreyer jährlich 128
Reichstaler, für Lehrer Mülder
96 Reichstaler und in Quendorf für Stüvel 80
Reichstaler. In den anderen vier Bauerschaften waren die
Lehrergehälter wesentlich geringer. Büseler in Wengsel
bekam 48, Busmann in
Neerlge 34 , ebensoviel Ruse
in Suddendorf, während Wilmink
in Samern 39 Reichstaler erhielt. Der Unterschied in der Besoldung war
von der Vorbildung der Lehrer, von dem Lebensalter und von der
Schülerzahl abhängig.
Ältere Leser dieses Rückblicks im Kirchspiel Schüttorf
haben in ihrer Gegend von ihren Großeltern vielfach nicht nur die
Namen der aufgeführetn Lahrer, sondern auch lobende Worte
über deren Unterrichtsmethoden und Erfolge.
Quelle:
Der Grafschafter, August 1970, Seite 733
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