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Dass
vereinzelte Führungen und Kurse nicht ausreichen, um auf das
wache Bedürfnis von Kindern und Jugendlichen nach kreativer
Entfaltung und künstlerischer Auseinandersetzung mit ihrer
Lebenswelt zu reagieren, diese Erkenntnis war ein wesentlicher Grund
dafür, ausgehend vom aktuellen Ausstellungsangebot ein
kontinuierliches und gezielt förderndes Angebot für Kinder,
Jugendliche und Pädagogen zu entwickeln.
1998 - Mit
regelmäßig
stattfindenden Informationsabenden für LehrerInnen und
ErzieherInnen, mit Fortbildungsangeboten für DozentInnen,
kindgerechten Führungen und Begegnungen mit "echten"
Künstlern begann die Kunstschule der Städtischen Galerie
Nordhorn 1998 ihre Arbeit. Bereits ein Jahr später wurde sie
aufgrund ihres attraktiven und durchaus ungewöhnlichen Programms
in den Landesverband der Kunstschulen in Niedersachsen aufgenommen.
Mittlerweile hat sich diese Kunstschule zu einer fest in die
Galeriearbeit eingebundenen kunstpädagogischen
Bildungseinrichtung entwickelt. Sie begleitet mit ihren Projekten,
Kursen und Veranstaltungen intensiv das laufende
,
das Skulpturenangebot von kunstwegen
sowie weitere städtische Aktivitäten im kulturellen
Bereich. Das Angebot
der Kunstschule richtet sich bisher maßgeblich an Kinder
und Jugendliche. Hier wird die Fantasie eines jeden Einzelnen immer
wieder neu herausgefordert und den Kindern geholfen, Vertrauen in die
eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten aufzubauen. In
Zeiten, in denen kreative Potenziale zusehends vernachlässigt
werden, muss künstlerisches Sehen und Gestalten auf andere Art
gefördert werden. Kindern und Jugendlichen die dafür
notwendigen Freiräume zu eröffnen ist oberstes Ziel vor
allem des regelmäßigen Kursangebots (den sogenannten
Laboren): Hier gibt es das Zeichenlabor, ein Labor für
plastisches Gestalten, ein Material- und ein Farblabor sowie ein
Schreiblabor oder auch ein www-Labor. Und die Labor-Wühlmäuse
wuseln immer irgendwie dazwischen herum. Darüber
hinaus gibt es ein ausstellungspädagogisches Begleitprogramm,
das sich in erster Linie an Kindergärten und Schulen richtet.
Aber auch regelmäßige Führungen durch die aktuellen
Ausstellungen der Städtischen Galerie Nordhorn, das große
Sommerfest im Juli und die beratende und organisierende Begleitung
des einmal jährlich vergebenen Jugendkulturpreises der Stadt
Nordhorn gehören zum Arbeitsfeld der Kunstschule. Prinzipiell
gibt es keine Voraussetzungen, um die vielfältigen Angebote zu
nutzen – nur eine gehörige Portion Neugier und Lust am eigenen
Tun gehören dazu.
Quelle: Stadt
Nordhorn im Internet:
http://www.nordhorn.de/avant.cms/content/artikel.php?id=2070&op=5&opt=155&li=2
2009
- Zum 10-jährigen Bestehen der Kunstschule
Als
eine Bereicherung der Nordhorner Bildungslandschaft und als ein
Vorzeigeprojekt der Kulturförderung gilt die Kunstschule der
Städtischen Galerie Nordhorn. Trotz knapper kommunaler Kassen
hat sich die Schule mit ihrer Ausrichtung auf die Vermittlung
zeitgenössischer Kunst in den vergangenen zehn Jahren landesweit
einen guten Namen gemacht und in Niedersachsen zu einer einzigartigen
Institution entwickelt.
„Die
Kunstschule der Städtischen Galerie hat Geburtstag. Sie ist noch
jung, gerade mal zehn Jahre alt. Und doch ist sie essenzieller Teil
unserer Nordhorner Kulturlandschaft.“ Mit diesen Worten würdigte
Nordhorns Kulturfachbereichsleiterin Cornelia Baumann am Sonntag
die
Kunstschule, zu deren Jubiläum sich zahlreiche Gäste im
Konzert- und Theatersaal eingefunden hatten. Grußworte sprach
unter anderem auch Dr.
Sabine Fett, Geschäftsführerin des
Landesverbandes der Kunstschulen in Niedersachsen. Die Festrede hielt Martin
Köttering, Präsident der Hochschule für
Bildende Künste Hamburg, ehemaliger Leiter der Städtischen
Galerie Nordhorn und ein „Vater“ der Kunstschule.
Die
Kunstschule der Städtischen Galerie ist seit 1999 Mitglied im
Landesverband der Kunstschulen Niedersachsens. Zentrale Aufgabe der
Einrichtung unter der pädagogischen Leitung von Karin Pena ist
die Vermittlung der wechselnden Ausstellungen der Städtischen
Galerie, die relevante Positionen der Gegenwartskunst präsentiert.
In regelmäßig laufenden Laboren, teilnehmerorientierten
Führungen und in Projekten leistet die Kunstschule einen
wesentlichen Beitrag dazu, Kindern und Jugendlichen
zeitgenössische
Kunst als Werkzeug zur Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenswelt
näher zu bringen. Regelmäßige Veranstaltungen gibt es
in Kooperation mit Nordhorns Schulen.
Bürgermeister
Meinhard
Hüsemann bewertetet die Kunstschule als Bereicherung
der Bildungslandschaft Nordhorns und als besondere Einrichtung der
Kulturförderung. Er hob hervor, dass die Kunstschule einen
erheblichen Beitrag zur künstlerischen und ästhetischen
Erziehung leiste und gleichermaßen soziale Kompetenz vermitteln
könne. Nordhorns Kunstschule, mittlerweile auch
Kooperationspartnerin für vier Ganztagsschulen, sei eine
Bildungseinrichtung für den spielerischen und nachhaltigen
Umgang mit zeitgenössischer Kunst: „Sie bietet den Kindern und
Jugendlichen ein verlässliches Umfeld, Raum und Gemeinschaft
für
die individuelle Entfaltung der Gestaltungs- und
Ausdrucksfähigkeiten. Ein Prozess, der sich fortsetzt in der
Entwicklung der individuellen Persönlichkeit, Selbstvertrauen
fördert und Kinder fit für das Leben macht.“
Hüsemann
hob besonders hervor, dass sich die Kunstschule künftig den
Veränderungen im schulischen Bereich und dem demografischen
Wandel der Bevölkerungsentwicklung anpassen müsse. Ein
guter Weg sei hier das Projekt „Jung trifft Alt“, das den Dialog
zwischen Jugendlichen und Senioren des benachbarten Wohnstifts am
Vechtesee fördere. Aber: „Wichtig wird uns die Arbeit mit
Kindern bleiben, den Erwachsenen von morgen.“
Trotz
angespannter Haushaltslage stehe die Stadt auch in Zukunft zu ihrer
Kunstschule, versicherte Hüsemann
und sagte weiterhin
Unterstützung und Förderung zu: „Uns ist es wichtig,
möglichst vielen Kindern den Zugang zu derartigen Einrichtungen
zu ermöglichen, weil wir Bildung einen hohen Stellenwert
beimessen, und dazu gehört unstreitig die kulturelle Bildung.“
Fachbereichsleiterin
Baumann
sprach in diesem Zusammenhang die Überzeugung aus, dass
jugendkulturelle Bildung eine viel größere Aufmerksamkeit
in und durch die Gesellschaft erfahren müsse: „Nur wer seine
eigenen Fähigkeiten kennt, wer kreativ und unkonventionell
Probleme angehen kann und wer sich Lösungen zutraut, der wird
sein Leben eigenverantwortlich gestalten können. All dies wird
in der Kunstschule geübt und gefördert.“
Quelle:
GN, 27.10.2009
2010 - Herbstprogramm
Das neue Herbstprogramm der Kunstschule
bietet wieder ein breit gefächertes Angebot künstlerischer
Gestaltungsmöglichkeiten. Neu im Herbstprogramm ist das Angebot "Bei Nacht und Nebel", das sich an
Jugendliche ab 16 Jahren wendet. Daneben arbeitet die Kunstschule
weiterhin in Kooperationen mit
Kindern der Altendorfer Schule, der Anne-Frank-Schule, der EMA-Schule
und der Grundschule Blanke im Rahmen des offenen Ganztagsschulprogramms.
Programmflyer sind im Internet unter der Adresse "www.staedtische-galerie.nordhorn.de/kunstschule"
abrufbar (GN,7.8.2010).
2011
- Frühjahrsprogramm
Nach dem neuen
Frühjahrsprogramm bieten die wöchentlich am
Nachmittag laufenden Kunstschullabore ein breites Spektrum an
Tätigkeitsbereichen:
Montags: Die "Wühlmäuse" für Kinder im Alter vonsechs
bis neun Jahren,
dienstags: "Vielzeichner", für Kinder, die gern zeichnen oder
malen,
mittwochs: "Holzwerker" und "plastische Gestalter", Arbeiten mit Holz
und Ton, außerdem: "Trickfilmern"
donnerstags: "Farbforscher".
Weitere Auskünfte unter: "www.staedtische-galerie.nordhorn.de/kunstschule"
oder Telefon 05921/971100.
Förderungsprojektes
"Kunstschulen 2020
Im Rahmen des zweijährigen Förderungsprojektes
"Kunstschulen 2020 - Neue
Strukturen
für kulturelle Teilhabe" wird die Kunstschule mit
8.000 Euro vom Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur
gefördert. (GN, 30.3.2011)
Herbstprogramm
"Nur
Künstler und Kinder sehen das Leben wie es ist". Dieses
Zitat von Hugo von Hofmannsthal bildet das Motto des neuen
Herbstprogramms der Kunstschule. Kinder und Jugendliche können
ab Ende August wieder die vielfältigen Angebote nutzen, um unter
kompetenter Anleitung mit unterschiedlichen Materialien und mit
professioneller Ausrüstungkreativ zu werden (GN, 18.8. und
GW,24.8.2011).
Schüler
zeigen Arbeiten aus "Kunstvermittlungsprojekt"
Über
mehrere Monate haben sich Schüler mit dem Kunstvermittlungsprojekt
"Raumfahren" und dem Thema
"Mobilität" auseinandergesetzt. Zur
Finissage der Ausstellung "Mobilisieren"
wurden zahlreiche Arbeiten der jungen Künstler ebenfalls
ausgestellt und von rund 150 Besuchern bewundert. So haben die
Schüler ihre Schulwege nachvollzogen oder sich Gedanken
zu dem idealen Fahrzeug in Nordhorn gemacht. Beteiligt waren
Schüler der Grundschulen Blumensiedlung, Stadtflur,
Am Roggenkamp,Waldschule sowie vom Gymnasium und vom Evangelischen
Gymnasium und vom Kindergarten
Brandlecht.
Auch Jugendliche aus der Grafschafter Beschäftigungs- und
Qualifizierungsgesellschaft (GBQ) machten mit. (GN, 19.11.2011)
Jugendkulturpreis der Stadt Nordhorn
"Flatrate ... ohne Limit"
lautete das Thema des diesjährigen Jugendkulturpreises. Den ersten
1. Preis erhielt eine Gruppe von Kindern der Grundschulen Blumensiedlung und Marienschule.
Die Erst- und Zweitklässler haben unter der Anleitung der
Dozentin Hanna Harmsen
von der städtischen Kunstschule
als Farbforscher gearbeitet und einen "Flatrate-Menschen"gebaut.
(GN,20.12.2011)
2012 - Kunstschule geht mit Modellprojekt
in die Schulen
Halbzeit beim Modellprojekt „Kunstschule
2020“: Das nahm die Städtische Galerie Nordhorn am Dienstag zum
Anlass, eine erste Bilanz zu ziehen und die Pläne für das
zweite Förderjahr vorzustellen. Bekanntlich ist die Kunstschule
der Städtischen Galerie eine von zwölf Kunstschulen in
Niedersachsen, die im Rahmen des Modellprojekts vom
Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur
(MWK) gefördert wird. „Neue
Strukturen für kulturelle Teilhabe“ ist das Projekt
überschrieben. Denn angesichts des zunehmenden
Ganztagsschulbetriebs und schwindender Schülerzahlen müssen
sich Kunstschulen – und nicht nur sie – Gedanken machen über eine
Neuausrichtung ihrer Arbeit.
„Die
Ganztagsschulen nehmen uns die Kinder weg“, meint Karin
Heidinger-Pena, Leiterin der Kunstschule Nordhorn, während
des
Pressegesprächs lapidar. Da viele Schüler und
Schülerinnen
inzwischen bis 16 Uhr die Schule besuchten, hätten sie häufig
keine Zeit mehr, Angebote von Vereinen, Musik- oder Kunstschulen
wahrzunehmen. Deswegen hat Karin
Heidinger-Pena zusammen mit ihrem
Team den Spieß umgedreht und ein Konzept entwickelt für
ein Angebot der Kunstschule an den
Schulen. Mit Erfolg: Für den
Ausbau eines weiteren Standbeins im
Bereich der Museumspädagogik
unter Einbeziehung der Vergangenheit Nordhorns als „Textilstadt“
gibt es eine zweijährige finanzielle Unterstützung vom
Kultusministerium, – 8000 Euro im Jahr 2011 sowie voraussichtlich
10000 Euro in diesem Jahr.
Das
erste Projekt-Jahr in der Kunstschule Nordhorn war vor allem
geprägt
durch Vorbereitungsarbeit, aber auch bereits durch einen ersten
Praxistest Ende November 2011. Unter dem Motto „Vom Schaf zum
Mantel“ haben Karin
Heidinger-Pena und die Kunstschuldozentin
Marita
Möllers im Rahmen einer Projektwoche mit rund 85 Kindern
der Nordhorner Montessorischule am
Gildkamp zum Thema
Textilherstellung und Textildesign gearbeitet. Dabei stand zum einen
das Kennenlernen und Ausprobieren verschiedener Produktionsschritte –
wie Spinnen, Weben, Filzen und Stricken – auf dem Programm. Ebenso
wie ein Besuch der Ausstellung des Stadtmuseums im NINO-Hochbau sowie
bei den tierischen Wolllieferanten im Tierpark Nordhorn (die GN
berichteten. Siehe auch Bericht zur Montessorischule
am 4.1.2012)
„Im
neuen Jahr heißt es nun, die Pläne und bisherigen
Erfahrungen in eine regelmäßige Praxis umzusetzen“,
meint die Kunstschul-Leiterin. Zwei Partner sind bereits gefunden:
die Altendorfer Grundschule
und die Ernst-Moritz-Arndt-Schule.
Ab dem
zweiten Schulhalbjahr im Februar soll dort jeweils eine Gruppe von
zehn Kindern einmal pro Woche von einer Kunstschuldozentin betreut
werden. Auch dabei geht es um das Thema Textil und die diversen
Möglichkeiten einer künstlerischen Auseinandersetzung mit
dem Thema.
„Wir
hoffen natürlich, unser Angebot weiter ausbauen und künftig
noch mehr Schulen einbeziehen zu können“, sagt Karin
Heidinger-Pena. Aufgrund der bisher gemachten positiven Erfahrungen
und angesichts der Tatsache, dass Ganztagsschulen immer wieder auf
der Suche nach Nachmittagsangeboten sind, ist sie zuversichtlich,
dass das auch klappt. „Wichtig ist allerdings, dass wir geeignete
Räumlichkeiten haben, da die Kapazitäten der Kunstschule
hier doch beschränkt sind“, betont Karin Heidinger-Pena.
Vorerst
wird die Kunstschule allerdings in
die Schulen gehen. Dafür
steht in den nächsten Wochen ein Anhänger zur Verfügung,
in dem das nötige „Werkzeug“ wie Kardierkämme,
Spindeln, Webrahmen, Stricklieseln und vieles mehr transportiert
werden können. Der Kauf dieses Anhängers wurde durch eine
Spende der Grafschafter Sparkassenstiftung unterstützt.
Geplant
sind in diesem Jahr zudem Fortbildungen
der Kunstschul-Dozentinnen in
Sachen Museumspädagogik. Außerdem soll zum Abschluss des
Modellprojekts eine Dokumentation erstellt werden. Galerieleiterin
Veronika Olbrich
ist optimistisch: „Dieses Jahr wird hoffentlich
erweisen, dass das Konzept der Kunstschule auch über den
Förderungszeitraum hinaus tragfähig sein wird.“
(Quelle: GN, 14.1.2012)
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