Grafschafter Schulgeschichte

Stadtschule 

Nordhorn 1865

Volksschule 

Bakelde 1953

Burgschule

2006

Volksschule

Hestrup 1960

Gymnasium

Nordhorn 1960

Anne-Frank

Schule 1973

 Zur Entwicklung des Schulwesens in Nordhorn

Kooperation Begabtenförderung Nordhorn

2002 - Die Stadt Nordhorn gehört mit zu den ersten 16 Standorten, an denen ein Hochbegabtenverbund eingerichtet wird. Beteiligt an diesem vom Nds. Kultusministerium geförderten Modell sind die Grundschulen Blumensiedlung und Waldschule, die Freiherr-vom-Stein-Orientierungsstufe sowie das Gymnasium am Stadtring. Dieser Verbund soll sicherstellen, "dass hochbegabte Schülerinnen und Schüler besonders gefördert und begleitet werden". Die beteiligten Grundschulen arbeiten in vielen Bereichen bereits an der Förderung hochbegabter Schülerinnen und Schüler. Dazu gehören die Möglichkeit der früh- und rechtzeitigen Einschulung, ein probeweiser Besuch der Grundschule aus dem Kindergarten, die Teilnahme am Unterricht höherer Klassen oder auch das Überspringen einer Klasse. An der OS gibt es seit sechs Jahren eine Fordergruppe für besonders begabte Schülerinnen und Schüler. Sie erhalten zusätzlichen Unterricht, können am Unterricht höherer Klassen teilnehmen oder werden speziell gefördert, um eine Klasse zu überspringen. Letzteres ist auch zunehmend am Gymnasium möglich.
  
Das Land wird den beteiligten Schulen zusätzliche Lehrerstunden zur Verfügung stellen, in Nordhorn im Umfang einer Lehrerstelle. Benötigt werden noch finanzielle Mittel, auch ein Arbeitsraum mit entsprechender technischer Ausstattung sowie Lehr- und Lernmitteln. Auf Antrag können auch Schüler von außerhalb des Schulbezirks aufgenommen werden (GN, 19.6.2002).

2003 - Bei dem Nordhorner Modell geht es nicht nur um die Förderung von Schülern mit hohen abstrakt-intelligenten Begabungen und einem getesteten Intelligenzquotienten (IQ) jenseitsder 130. Kinder mit Teilbegabungen, wie musikalische, sprachliche, naturwissenschaftliche, sportliche, emotionale oder soziale Begabung, sind ebenfalls eingeschlossen. Hinzu kommt die Unterstützung der sozialen und emotionalen Entwicklung der Kinder. Hochbegabte Kinder zeigen nicht selten Verhaltensauffälligkeiten, da sie mit ihrer besonderen Stellung im Kreis der Mitschüler Schwierigkeiten haben. Inzwischen hat der Verbund einen "Schülerpass" entwickelt, der in Abstimmung mit Schülern und Eltern angelegt wird und alle notwendigen Informationen enthält, die für eine weitere Förderung wichtig sind (GN, 4.7.2003).

2004 - Nach Auflösung der OS sind neben  dem Gymnasium, den Grundschulen Blumensiedlung und Waldschule auch die Freiherr-vom-Stein-Realschule an dem Projekt beteiligt. Fachberaterin für Begabtenförderung ist Frau Gisela Lattka, Freiherr-vom-Stein-Realschule. Ein Lernzentrum wird im ehemaligen Gebäude der Fr.-v.-Stein-OS eingerichtet. Durch eine Spende der Sparkassenstiftung können die dringend benötigten Unterrichts- und Arbeitsmaterialien sowie modernste Computertechnik angeschafft werden (GN, 4..9.2004).

2005 - Auf Wunsch der Schüler und Eltern veranstaltet die Begabtenförderung einen Präsentationsabend. Zwölf Schülerinnen und Schüler aus den 6. und 7. Schuljahren stellen den 70 Zuhörern die Ergebnisse ihrer Projektarbeit zum Projektthema "Wasser" vor. Es werden folgende Themen behandelt: "Karthago", "Wale und Delphine" und "Berechnung des Volumens von Gewässern", während eine Gruppe ihre Informationen zu den Meeressäugern in einem Lied verpackt hat, das ein Videofilm zeigt (GN, 1.2.2005).

Das Nds. Kultusministerium hat einer Erweiterung des Verbundes um den Schulkindergarten der Waldschule zugestimmt. Die Förderung der Kinder soll bereits im Kindergarten beginnen. Zu einer entsprechenden Fortbildung kommen mehr als 40 Erzieherinnen.

Im Lernzentrum treffen sich an vier Tagen in der Woche zahlreiche Schülerinnen und Schüler nach dem regulären Unterricht und bearbeiten in Arbeitsgruppen ihre Projekte. Sie kommen freiwillig und wollen auch in den Ferien weitermachen (GN, 1.7.2005)

In einem Flyer der "Kooperation Begabtenförderung Nordhorn" heißt es u.a.
1. Leitziel
Begabtenförderung ist individuelle Entwicklungsförderung
Ziel des Förderkonzepts ist für uns nicht nur die Förderung der Begabung, sondern auch die Unterstützung der sozialen und emotionalen Entwicklung der Kinder.
Unser Motto: Es ist nicht Aufgabe der Kinder, den Normen der Schule zu entsprechen, sondern es ist die Aufgabe der Gesellschaft, der Verschiedenheit der Kinder Rechnung zu tragen.

2. Grundsätze und Schwerpunkte

  • Frühes und rechtzeitiges Erkennen besonders begabter Schüler(innen)

  • Anerkennung  und Verständnis ihrer "Außenseiterrolle"

  • Durchgängige Betreuung von der Grundschule bis zum Abschluss auf weiterführenden Schulen

  • Hinlenken auf lebensnahe Entwicklung und Integration

  • Förderung und Einsatz der individuellen Leistungsfähigkeiten und Fertigkeiten unter dem Gesichtspunkt der Ziel- und Ergebnisorientierung

  • Möglichkeiten zum Selbststudium

  • Sicherung und Optimierung der Schullaufbahn

  • Übernahme von sozialer Verantwortung

  • Formulierung eigener Ziele, kreatives Problemlösen

  • Fähigkeit zur Steuerung des Lernprozesses

  • Beurteilung der eigenen Leistung

 3. Zielgruppe

  • Getestete Kinder mit IQ 130+

  • Von den Eltern und von mindestens einem Lehrer als begabt benannte Kinder

  • Kinder, die im Unterricht aufgefallen sind
    - als Versager mit hoher sprachlicher Ausdrucksfähigkeit (Underachiever)
    - als Leistungsträger (mögliche Überspringer)
    - als besonders motivierte Kinder

  • Kinder mit einer Teilleistungsstärke
    Acht Intelligenzen nach H. Gardner
    -  Sprachlich
    -  Logisch-mathematisch
    -  Visuell-räumlich
    -  Musikalisch
    -  Körperlich-bewegungsorientiert
    -  Emotional
    -  Sozial
    - Naturbezogen, naturwissenschaftlich

Zum 1. August 2007 wird die Burgschule Nordhorn mit in den Begabtenverbund Nordhorn aufgenommen. Im Landkreis Grafschaft Bentheim gibt es neben den erweiterten Verbund zwei weitere Verbünde in der Obergrafschaft (mit Burg-Gymnasium Bad Bentheim) und Niedergrafschaft (mit Lise-Meitner-Gymnasium Neuenhaus) (GN, 22.6.2007).


2011 - Insgesamt 232 Grafschafter Grundschüler aus 17 Grundschulen aus der ganzen Grafschaft nehmen auf Einladung des Koperationsverbundes Begabtenförderung (KOV) an der ersten Mathe-Online-Nacht teil. Die Schüler rechnen in Grundschulen oder am heimischen Computer an den kniffligen Aufgaben, die der KOV Nordhorn zwischen 17.30 und 21.30 online stellt. Etwa 50 Schüler haben die Zielgerade erreicht, sagt Bernhard Reiners amTag nach der Veranstaltung. Der Schulleiter der Nordhorner Grundschule am Roggenkamp hat die Mathe-Online-Nacht ins Leben gerufen und koordiniert (GN, 21.3.2011).

2012 - Mathe-Nacht im Landkreis
Nach dem Erfolg im vergangenen Schuljahr starten die Nordhorner Grundschulen des KOV Nordhorn I (Kooperationsverbund Begabtenförderung) zum zweiten Mal die Mathe-Online-Nacht für Schüler der Klassen drei und vier. Teilnehmen können alle Kinder der beiden Schuljahrgänge im Bereich der Grafschaft Bentheim.
Im Jahr 2011 hatten sich über 350 Schüler beteiligt. "In diesem Jahr dürfte sich die Zahl noch wesentlich erhöhen", meinen die Veranstalter. Der Grund hierfür: Viele Sinus-Schulen im gesamten Land möchten sich an der Mathe-Nacht beteiligen. Sinus ist ein Programm zur Förderung des Mathematik- und Sachunterrichts an Grundschulen.
Der Ablauf ist einfach. Auf der Internetseite www.reiners-nordhorn.de/begabtenstart.htm sind Aufgaben hinterlegt, die von den Grundschülern zu lösen sind. Teilnehmende Kinder können sich am 24. Februar zwischen 17.30 und 22 Uhr zu Hause oder in der Schule einwählen. Es werden Aufgaben in unterschiedlichen Kategorien angeboten. Es ergibt sich jeweils ein Passwort, das den Zutritt zur nächsten Stufe ermöglicht. Zum Schluss erhält man ein Lösungswort, das per E.Mail eingereicht werden muss. Wer die richtige Antwort einschickt, wird zum Finale in die Nordhorner GS Blumensiedlung eingeladen. (GN, 2.2.2012)

Quellen:

  •  Artikel aus den Grafschafter Nachrichten (im Text angegeben)
  •  Flyer der "Kooperation Begabtenförderung Nordhorn"