Grafschafter Schulgeschichte

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Freiherr-vom-Stein Haupt- und Realschule ab 2012 - bisher Haupt- und Realschule Mitte (ab 2011)

2011 - Errichtung der Schule
Zum Ende des Schuljahres 2010/11 endete mit der Zusammenfassung der Freiherr-vom-Stein-Realschule mit der Hauptschule Frensdorf zur
Haupt- und Realschule Mitte die Eigenständigkeit der beiden Schulen.
Regierungsschuldirektor Udo Tiemann nannte die bevorstehende Zusammenführung der Freiherr-vom-Stein Realschule mit der Frensdorfer Hauptschule ab August 2011 einen wichtigen Schritt für beide Schulen.

Schulleitung
Schulleiterin ist die bisherige Rektorin der Freiherr-vom-Stein-Realschule, Gisela Brandt-Lattka. Regierungsschuldirektor Udo Tiemann sprach bei ihrer Amtseinführung als Rektorin im Juni 2011 von einer „erfolgreichen Zukunft für die traditionsreiche Schule“. Gisela Brandt-Lattka bringe als „starke und belastbare Persönlichkeit“ beste Voraussetzungen für die bevorstehende Zusammenführung der Freiherr-vom-Stein Realschule mit der Frensdorfer Hauptschule mit.
Gisela Brandt-Lattka löste damit den  pensionierten langjährigen Rektor Wolff-Rüdiger Kopper als neue Schulleiterin ab. Sie kennt die Realschule aus langjähriger Lehrtätigkeit. 2008 hatte sie das Pilotprojekt „Lern-Räume“ initiiert, im Jahr 2009 wurde sie Konrektorin. Ab Februar 2010 war sie zur Landesschulbehörde Osnabrück abgeordnet, kehrte ein Jahr später jedoch als Schulleiterin wieder an die Schule zurück.

Leitsätze der Schule
Zusammen mit Schülern der Realschule stellte die neue Rektorin Leitsätze der Schule vor. Diese umfassen neben der individuellen Förderung der Kinder auch die Umgestaltung der Schule, die „Lernräume der Zukunft“.
Brandt-Lattka zufolge brauche Lernen nicht nur Bewegung, sondern auch mehr eigenverantwortliches Lernen. „Die Lehrer sind nicht dazu da, den Kindern zu sagen, was sie tun sollen. Sie sind vielmehr Lernbegleiter bei der Entfaltung ihrer Persönlichkeit im Schulalltag“, so Brandt-Lattka.
Stolz ist die neue Rektorin auf die große Unterstützung der Eltern- und Schülervertretung. Mit viel Engagement setze sich nicht nur das Kollegium, sondern auch die Elternschaft für visuelles Lernen, moderne Lernmethoden und ein gutes Schulklima ein.

Der neuen Rektorin geht es bei der Zukunftsgestaltung der Schule hauptsächlich um die Unterrichtsentwicklung. Die variablen „Lern-Räume“ erleichtern es Lehrerinnen und Lehrern, den Jugendlichen Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, Medienkompetenz und Kommunikationsfähigkeit zu vermitteln.
Weiterhin möchte Gisela Brandt-Lattka die Begabtenförderung der Klassen 5 bis 10 – unterstützt vom Kooperationsverbund Hochbegabtenförderung – weiter ausbauen. Nach dem Motto: „Nicht für alle das Gleiche, sondern für jeden das Richtige“ will sie nicht die Klasse in den Mittelpunkt stellen, sondern jeden Einzelnen.

Auch sozial schwächere Kinder und Schüler mit Migrationshintergrund sollen verstärkt gefördert werden. Elternratvorsitzende Viktoria Zarpidou betont, dass sich im Elternrat auch Eltern mit Migrationshintergrund sehr engagiert für die Verbesserung und Entwicklung der Schule einsetzen." (GN, 14.6.2011)

Platzfehl für Konferenzen
Im Schulzentrum Mitte gibt es keinen ausreichenden Platz für gemeinsame Dienstbesprechungen und Gesamtkonferenzen der Haupt-und Realschule Nordhorn. Empörte Lehrer und Elternvertreter zogen deshalb für eine Sitzung in das Gemeindehaus am Markt um und sparten nicht mit Kritik. Aus Sicht der Stadt rechtfertigen jedoch zwei oder drei gemeinsame Konferenzen pro Halbjahr nicht die Kosten eines Anbaus für einen großen Sitzungsraum. Aus diesem Grunde habe man der Schulleitung das Angebot gemacht, für die anfallenden gemeinsamen Sitzungen in den Konzert- und Theatersaal, das ehemalige Restaurant "Zeus" oder eben auch in das Gemeindehaus zu gehen. (GN, 7.9.2011)

Kooperation der HRS Mitte mit Rosink Maschinenbau
Ab diesem Schuljahr sollen auch Realschüler von der langjährigen Kooperation zwischen Frensdorfer Schule und der Firma Rosink Maschinenbau profitieren.

Vorteile für das Unternehmen: Gerade in technischen Ausbildungsberufen fehlen oft qualifizierte Bewerber - und mit dem zu erwartenden Mangel an Fachkräften wird sich die Situation noch verschärfen. Nach Ansicht des Geschäftsführers Stentenbach lernen die Schüler der HRS Mitte das Unternehmen sowie die einzelnen Berufe kennen und entscheiden sich womöglich später, sich hier zu bewerben.

Vorteile für Schule und Schüler: Gerade Realschüler sollen nun verstärkt an Ausbildungsberufe herangeführt werden und während der Schulzeit praktische Eindrücke gewinnen können. Durch die praktischen Übungen werden die Schüler auf reale Vorstellungsgespräche vorbereitet. (GN, 10.10.2011)

"Speed Dating"
Unter dem Motto "Schule trifft Wirtschaft" ist das erste so genannte "Speed Dating" im NINO-Hochbau herausgekommen. 85 Neuntklässler der Haupt- und Realschule Nordhorn-Mitte hatten jeweils drei Minuten Zeit, sich bei 20 Firmen über die jeweiligen Berufe zu informieren und sich selbst "in Szene" zu setzen. Mit Fragebogen bewaffnet und viel Neugier ausgestattet, "erstürmten" die Schüler die am Projekt beteiligten Unternehmen der Mietergemeinschaft im NINO-Hochbau. 20 vorgefertigte Fragen sollten den Jugendlicheh eine Grundorientierung im Drei-Minuten-Gespräch mit einem "potentiellen Arbeitgeber" bieten. Herauskristallisiert haben sich dabei bei den Schülern erste berufliche Trends und Neigungen, die Organistoren werteten dieses erste "Speed Dating" als vollen Erfolg und planen im kommenden Jahr eine Wiederholung des Projektes.  (GW, 2.11. und GN, 4.11.2011)

Ingenieur zeigt Schülern seinen nicht ganz klassischen Berufsweg
Man muss nicht unbedingt das Gymnasium besuchen, um später im Beruf erfolgreich zu sein. Als Beispiel für diese Aussage trat der junge Ingenieur Julian Stentenbach vor Nordhorner Haupt- und Realschüler. Er hat zuerst die Hauptschule besucht - heute entwickelt er unter anderem Solarautos.  Das war sein Schul- und Berufsweg: In der damals noch bestehenden Orientierungsstufe erhielt er nämlich die Empfehlung für die Hauptschule. Ein Versuch auf der Realschule ging auch prompt fehl. Nach mehreren Versuchen erreichte er dann den Realschulabschluss und machte dann eine Ausbildung, dann seine Fachhochschulreife und schließlich seinen Bachelor-Abschluss an der Hochschule in Bochum. "Mir war es nach der Schule erst mal wichtig, praktisch zu arbeiten", erläutert er. "Heute helfen mir diese Erfahrugen sehr". Dass er in seinem Beruf erfolgreich ist, bewies Stentenbach mit dem mitgebrachten Solarauto, das schon mehr als 10 000 km hinter sich gebracht hat. Einige kamen bei internatinalen Rennen zusammen, zum Beispiel quer durch Australien oder den Staat Texas in den USA. Zum Abschluss gab er den Schülern mit auf den Weg: "Sucht euch einen Beruf, der euch wirklich gefällt. Es hat keinen Zweck, wenn andere euch da eine Richtung vorgeben wollen". (GN, 26.11.2011)

Berufsorientierung im BTZ
Zwei Wochen lang hatten 99 Schüler achter und neunter Klassen aus Nordhorn Zeit, intensiv in drei Berufsfelder im BTZ "zu schnuppern" und so ihre Auswahlmöglichkeiten für die Berufswahl zu verbessern. Acht Bereiche und Werkstätten standen den Jugendlichen aus der H/R Nordhorn-Süd, der Anne-Frank-Schule und der Frensdorfer Schule für ihre praktischen Erfahrungen zur Verfügung. Sie konnten wählen zwischen den Bereichen Bau, Metall, Holz, Maler und Lackierer, Friseur, Elektroinstallation, Büromanagement sowie Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik. Die Ausbilder des BTZ verschafften den Schülern in jeweils drei Tagen intensive Erfahrungen in den ausgewählten Berufsfeldern. Die Jugendlichen arbeiteten an Projekten und kamen dabei ausgiebig mit den Werkstoffen und Werkzeugen in Kontakt und arbeiteten unter direkter Anleitung der Ausbilder. Weitere Durchgänge finden laufend im BTZ statt.(GN, 6.12.2011)

850 Nikoläuse
850 Nikoläuse stehen stumm auf der Treppe der H/R Nordhorn-Mitte. Der Spender will ungenannt bleiben, er ist der Vater eines der Schulkinder. Für Rektorin Gisela Brandt-Lattka eine tolle Geste, mit der die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus honoriert wird. (GN, 24.12.2011)

2012 - Ärger mit Fassade am Schulgebäude
Die Fassadenplatten an dem vor vier Jahren eröffneten Schulgebäude an der Schulstraße sind offenbar schadhaft. Sie werden dunkel, blättern zum Teil ab, kurz - die Fassade wird allmählich unansehnlich. (GN, 2.5.2012)

Kooperationen im Bereich Schule und Wirtschaft
Im Rahmen des Projektes "Partnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen" wurden zwei weitere Partnerschaften besiegelt. Die Grafschafter Volksbank eG hat je einen Vertrag mit der Haupt- und Realschule Nordhorn- Mitte sowie mit der Haupt- und Realschule im Schulzentrum Deegfeld abgeschlossen. Im Zentrum der Verträge steht die Förderung des Verständnisses und der vertrauensvollen Zusammenarbeit. Als konkrete Maßnahmen wurden zum Beispiel Bewerbertrainings, Unternehmensplanspiele und die Mitwirkung an dem Projekt "finanzielle Bildung fördern" vereinbart. Zusammen mit diesen Partnerschaften wurden bereits 42 Verträge zwischen Schulen und Unternehmen im Landkreis Grafschaft Bentheim unterschrieben. (GW, 3.5.2012)

Vom Erdöl zum Kunststoff
Auf Einladung des von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Grafschaft Bentheim betreuten Kunststoffnetzwerks in der Wachstumsregion Emsachse machten sich die Zehntklässler der Realschule Nordhorn-Mitte auf eine interessante Reise vom Erdöl zum Kunststoff. Sie besuchten das Erdöl- und Erdgas-Museum in Twist, wo sie einen Einblick in die Geschichte der Erdölförderung erhielten. In unmittelbarer Nähe zum Museum konnten die Schüler im Erdölfeld Rühlermoor die zuvor erläuterten Anlagen aus der Nähe betrachten. Im Lingener Kunststoff-Additiv-Museum der Firma Baerlocher erhielten die Schüler einen Überblick über die Anwendungs- und Einsatzfelder der verschiedenen zumeist auf Erdölbasis hergestellten Kunststoffe. Abgeschlossen wurde der Exkursionstag  mit einer Werksführung durch die hochmodrnen Produktionsanlagen des Baerlocher-Werks, in denen das Unternehmen weitgehend automatisiert nach mehreren Hundert Rezepturen kundenspezifische innovative Additive für die deutsche und internationale Kunststoffindustrie herstellt. (GW, 31.5.; Vechte-Kurier 2.6.2012)

Berufsschulen unterrichten Hauptschüler
Neuntklässler der Haupt- und Realschulen Nordhorn-Mitte und Nordhorn-Süd werden vom kommenden Schuljahr an pro Woche einen Tag Unterricht in den Berufsschulen haben. Einen entsprechenden Kooperationsvertrag haben die Leiter der Schulzentren und der drei berufsbildenden Schulen unterzeichnet. Ziel der Kooperation ist die Heranführung an die Berufswahl. Begonnen hat das Projekt bereits im Februar in Zusammenarbeit mit der Wilhelm-Staehle-Schule in Neuenhaus und der G/H Gildehaus. Nun kommt es zu der Erweiterung auf vier teilnehmende Schulen. (GN, 13.7.2012)

Besuch des Kultusministers
Bei einem Besuch in Nordhorn diskutierte der Niedersächsische Kultusminister im Anschluss an einem Unterrichtsbesuch im Schulzentrum Mitte mit Schulleitung, Lehrern und Elternvertretern über "kompetenzorientieres Lernen". "Wir machen das mit der Kompetenzorientierung nicht, um den Unterricht neu zu erfinden", sagte der CDU-Politiker. Es gehe darum, nachvollziehbar zu machen, welche Lerninhalte und Kompetenzen den Schülern vermittelt werden. Althusmann: "Auch wenn einige Pädagogen das skeptisch sehen: die Schule der Zukunft muss sich dem Vergleich stellen". Ziel sei es auch als Konsequenz  aus den Pisa-Studien, die Vermittlung von Lerninhalten vergleichbar und Lerninhalte besser überprüfbar zu machen. Wie Lerninhalte vermittelt werden, bleibe Sache der Schule, denn "es gibt viele Wege zum Lernerfolg". Was die Zielvorgabe "kompetenzorientiertes Lerne" praktisch bedeutet, erlebte der Kultusminister in einem offenen Unterrichtsprojekt. Schüler der Klassenstufe 5 erarbeiteten sich in 19 Stationen weitgehend eigenständig  Kenntnisse über das Leben der alten Ägypter. Weg vom Frontalunterricht, hin zu Angeboten, die individuelles Lernen und Vergleichen ermöglichen, ist die Idee der Schule. "Unser Ziel ist die Kompetenz zum autonomen Lernen", sagt Schulleiterin Gisela Brand-Lattka. Kompetenzerwerb zeigt sich darin, "dass durch gesichertes Wissen und die Kenntnis und Anwendung fachbezogener Verfahren zunehmend komplexere, offene Aufgabenstellungen gelöst werden können". Althusmann ist davon überzeugt, dass "80 Prozent der Schulen in Niedersachsen gut aufgestellt" sind. Das Land werde "das Modell der eigenverantwortlichen Schule weiterentwickeln". Durch eine Aufwertung der Landesschulbehörde würden die Voraussetzungen geschaffen, um die Schulen von administrativen Aufgaben zu entlasten. Dass es dabei vielfach um Fragen der praktischen Umsetzung, um Anrechnung von Lehrerstunden, um Ausstattung und Vergütung geht, wurde in der Diskussion deutlich. Althusmann vertrat den Standpunkt, hier steht neben dem Land der jeweilige Schulträger in der Pflicht, um die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Als Beispiele für kommunale Aufgaben nannte er bauliche Anforderungen für die Inklusion behinderter Jugendlicher in den Regelschulbetrieb und die zunehmende Notwendigkeit zum Einsatz von Schulsozialarbeitern. Das Thema Oberschule ist für Althusmann schon jetzt ein Erfolgsmodell. Zum Beginn des kommenden Schuljahres werde es in Niedersachsen bereits 215 neue Oberschulen geben. Niemand werde zur Einführung einer Oberschule gezwungen, der Erlass zu ihrer Einführung sei "der flexibelste, den wir in Niedersachsen je hatten". (GN, 14.7.2012)

Neuer Name: Freiherr-vom-Stein Haupt- und Realschule
Die Haupt- und Realschule Nordhorn-Mitte soll künftig den Namen "Freiherr-vom-Stein Haupt- und Realschule". Bei einem Wettbewerb wurde letztendlich dieser Name favorisiert und vom Schulvorstand verabschiedet, teilte Schulleiterin Gisela Brandt-Lattka mit. Die bisherige Bezeichnnug war von dem Schulzentrum stets als eine Übergangslösung verstanden worden. (GN,19.7.2012)

"Sozialarbeit  an Schulen Landessache"
Nach langer Diskussion hat der Schulausschuss der Stadt eine Entscheidung über die Erhöhung der Mittel für die Sozialarbeit an den Schulzentren Mitte und Süd vertagt. Die Verwaltung hatte in einer Vorlage entsprechende Anträge der Schulen abgelehnt. "Die Notwendigkeit, die Stunden für Sozialarbeit zu erhöhen, ist unstrittig", betonte Schuldezernentin Cornelia Baumann. Gleichzeitig machte sie aber deutlich, dass die Finanzierung nicht Angelegenheit der Kommunen, sondern Aufgabe des Landes Niedersachsen sei. (GN, 21.7.2012)

Quellen:

Artikel aus den Grafschafter Nachrichten (im Text angegeben)