Grafschafter Schulgeschichte

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Vechtetalschule

- 1989 Sonderschule für Geistigbehinderte; 1999 Förderschule für geistige Entwicklung

Bild: Archiv Heinz Ragnitz

Zur Vorgeschichte: Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe
Im Jahre 1963 wurde der "Verein Lebenshilfe e.V. gegründet, der sich zur Aufgabe machte, die Menschen mit geistiger Behinderung in der Grafschaft Bentheim zu betreuen. Hierzu wurden folgende Bereiche aufgebaut: Früherkennung, Sonderkindergarten, Tagesbildungsstätte und Werkstatt für Behinderte.

In die Tagesbildungsstätte wurden die schulpflichtigen Kinder aufgenommen, die in der Regel vorher den Sonderkindergarten besucht hatten. Nach § 50 des Nds. Schulgesetzes von 1974 wurde die Tagesbildungsstätte "als zur Erfüllung der Schulpflicht geistig behinderter Kinder und Jugendlicher geeignet" anerkannt. Über die Aufnahme in die Tagesbildungsstätte entschied die Schulaufsichtsbehörde nach gutachterlicher Anhörung des Gesundheitsamtes und nach Bestätigung der Kostenübernahme durch das Landessozialamt Hannover. Die Schülerzahl betrug etwa 100 bis 120. Die Klassenräume der dreistufigen Unter- , Mittel- und Oberstufenklassen waren reichlich mit Anschauungs- und Spielmaterial ausgestattet. Sie waren ebenerdig gelegen und deshalb für Rollstuhlfahrer gut erreichbar. Da kein verbindlicher Lehrplan vorlag, wurde von der pädagogischen Leiterin ein "Nordhorner Lehrplan" ausgearbeitet, der sich auf langjährige Praxiserfahrung gründete und die volle Billigung der Schulbehörde fand.

Ab 1988 wurde vom Elternrat der Tagesbildungsstätte die Forderung erhoben, die Tagesbildungsstätte in eine staatliche Schule umzuwandeln. Die Kinder sollten "auch eine Schule besuchen". Die Errichtung einer Sonderschule für Geistigbehinderte wurde auch vom Landkreis und der Schulbehörde unterstützt.

1989 - Im August 1989 beginnt die Arbeit der Sonderschule für Geistigbehinderte, der Sonderschule (G), wie sie zunächst genannt wird, mit 33 Kindern in vier Klassen der Unterstufe in einem provisorischen Fertigbau. Schulträger ist der Landkreis Grafschaft Bentheim. Die Schule besuchen Kinder aus dem gesamten Landkreis. Sie ist als Ganztagsschule konzipiert. Der Unterricht endet gegen 16 Uhr. Es wird eine eigene Schülerbeförderung eingerichtet. Schulleiterin wird Frau Hildegard Roosen, die vorher Sonderschulkonrektorin an der Sonderschule für Lernbehinderte in Neuenhaus war.

1990 - Die Schule nimmt die Mittel- und Oberstufe auf. Es sind jetzt 12 Klassen mit 88 Schülern. Die Lebenshilfe stellt vorübergehend die erforderlichen Räumlichkeiten zur Verfügung. Es wird der "Förderverein der Sonderschule für geistig Behinderte e.V." gegründet. Den Weihnachtsbaum-Wettbewerb des VVV Nordhorn gewinnt eine Klasse der Schule.

1991 - Aufgrund steigender Schülerzahlen werden zwei Klassen im Gebäude der Grundschule Marienschule in Nordhorn untergebracht. Als Konrektor wird Herr Hans Buchwald in sein Amt eingeführt. Er war vorher in Meppen tätig.

1992 - Der Landkreis baut für die Sonderschule (G) ein Schulgebäude am Mückenweg nach den neuesten Erkenntnissen der Sonderschulpädagogik und nach den Vorstellungen der Lehrerschaft, das 20 Millionen DM kostet. Das Gebäude steht in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Einrichtungen der Lebenshilfe. 119 Schüler ziehen in das Gebäude ein.

Der Förderverein stellt einen Kleinbus für Unterrichts- und Klassenfahrten zur Verfügung. Er hat neun Sitzplätze und kann zwei Rollstuhlfahrer aufnehmen. Die Finanzierung erfolgt durch Spenden und aus Mitgliedsbeiträgen des Fördervereins.

1993 - Die Schule beginnt eine enge pädagogische Zusammenarbeit mit anderen Schulen. Erste Kooperationspartner sind die Stadtflurschule in Nordhorn und die Grundschule Neuenhaus. Auf freiwilliger Basis entwickeln sich vielfältige Formen gemeinsamen Unterrichts von behinderten und nicht behinderten Kindern. Insbesondere im Sport-, Musik- oder Kunstunterricht lässt sich dies gut verwirklichen.

An einem Tag der offenen Tür wird die neue Schule der Öffentlichkeit vorgestellt. Der "Früchtebaum" einer Klasse wird in der Nordhorner Innenstadt als schönster Weihnachtsbaum prämiert.

1994 - Konrektor Hans Buchwald übernimmt den Konrektorposten an seiner alten Schule in Meppen. Die Stelle in Nordhorn wird neu ausgeschrieben und bleibt zunächst vakant.

Es wird die Schulband "Letzfetz" gegründet, in der Schüler der Sonderschule (G) und des Gymnasiums Nordhorn gemeinsam Musik machen.

1995 - Da die Schülerzahlen weiter ansteigen, müssen durch Umbaumaßnahmen zwei weitere Klassenräume geschaffen werden.

1996 - Frau Silvia Asche übernimmt die vakante Konrektorstelle. Sie ist seit 1990 an der Schule als Lehrerin tätig.

1997 - Auf Vorschlag der Gesamtkonferenz erhält die Schule den Namen "Vechtetalschule". Über die Namengebung wurde mehrere Jahre diskutiert, wobei auch Namen wie "Sophie-Scholl-Schule" und "Martin-Buber-Schule" favorisiert werden.

Foto: Vechtetalschule

Um das Konzept der Kooperation voranzutreiben, werden an der Grundschule Blanke in Nordhorn zwei Kooperationsklassen eingerichtet. Es ist vorgesehen, in den folgenden Jahren weitere Kooperationsklassen an anderen Schulen in der Grafschaft einzurichten. Dadurch können auch weitere Baumaßnahmen an der Stammschule, die sonst aufgrund der steigenden Schülerzahlen erforderlich wären, vermieden werden.

1998 - Die Vechtetalschule wird als Beschäftigungsstelle des Zivildienstes anerkannt.

Zwei Klassen der Schule und die Orientierungsstufe Neuenhaus starten im Dezember ein gemeinsames Projekt: In der mit 900 Bäumen bestückten Vechtetal-Halle kann der Weg zur Krippe sinnlich und meditativ erfasst werden. Das Projekt wird von der Sparkassenstiftung mit 10 000 DM gefördert.

1999 - Die Schülerzahl ist bis auf 180 angestiegen, obwohl das Schulgebäude nur für 120 Schüler geplant war. Aus der Raumnot will die Schule eine Tugend machen, wie die Schulleiterin vor dem Schulausschuss des Landkreises erklärt. Die Integration soll auf eine breitere Basis gestellt werden. Seit 1997/98 werden zwei Klassen der Schule von Lehrkräften der eigenen Schule in den Räumen der Grundschule Blanke unterrichtet. Dadurch lässt sich gemeinsamer Unterricht in einzelnen Fächern noch intensiver gestalten. Während der gemeinsamen Pausen kommen sich die Kinder spielend näher. Zum Schuljahrsbeginn 1999/2000 werden weitere Klassen zur Grundschule Emlichheim und zur Grund- und Hauptschule Gildehaus ausgelagert (GN, 5.6.1999).

Die Konrektorin Frau Silvia Asche verlässt die Schule und übernimmt eine Schulleiterstelle in Wildeshausen.

Im Oktober 1999 feiert die Vechtetalschule ihr 10-jähriges Bestehen. In allen Festbeiträgen wird zum Ausdruck gebracht, das die Schule als "Förderzentrum für Kinder mit einem besonderen Förderbedarf" Vorbildliches leiste. Der gewaltige Anstieg der Schülerzahlen ist nach Ansicht der Schulleiterin auch eine "Begleiterscheinung unserer modern-technisch geprägten Gesellschaft mit ihren Leistungs- und Perfektionskategorien". Eine veränderte Kindheit und die damit einhergehende soziale und emotionale Verarmung sei auch eine Ursache dafür, dass immer mehr Kinder in den Regelschulen nicht mehr klar kämen. Insbesondere trage der Wertewandel "zur Produktion von Behinderung bei". Wer nicht dem Ideal entspräche, gelte als behindert (GN, 9.10.1999).

Die integrative Schulband "Letzfetz" gewinnt den Jugendkulturpreis der Stadt Nordhorn in der Kategorie "Musik, Bewegung, Tanz".

2000 - Nachdem der Förderverein in den vergangenen Jahren verschiedene Hilfsmittel für die pädagogische Arbeit der Schule bereitgestellt hatte, erhält die Schule in diesem Jahr einen weiteren Kleinbus zur Verfügung gestellt. Nachfolger von Frau Asche als Konrektor wird Herr Jörn Eggers.

2001 - An der Grund- und Hauptschule Gildehaus werden zwei Klassenräume und Nebenräume  für die Kooperation mit der Vechtetalschule fertig gestellt.

Die CDU-Landtagsfraktion würdigt die pädagogische und integrative Arbeit der Schule und ihrer Leiterin Frau Hildegard Roosen im Rahmen eines parlamentarischen Abends.

Der Elternrat der Vechtetalschule befürchtet, dass durch einen angekündigten Erlass, der die Arbeit der Pädagogischen Mitarbeiter an Sonderschulen (Erzieher, Heilpädagogen, Sozialpädagogen, Therapeuten) neu regeln soll, die unterrichtsbegleitende Versorgung der Kinder nicht mehr in ausreichendem Maße gewährleisten würde und einen Schritt zurück zur Aufbewahrungsschule bedeutete (GN, 12.3.2001).

Aus dem landesweiten Wettbewerb n-21 erhält die Schule zehn neue Multimedia-Computer mit entsprechender Software. Das Ziel ist es, alle Klassen mit einem PC auszustatten.

Der Förderverein stiftet der Schule für den Pausenbereich ein Karussell für Rollstuhlfahrer, so dass auch schwerstbehinderte Schüler im Spielbereich aktiv werden können.

Für die Aktion "Schlafmützen" sammelt der Deutschkurs der Klassen 11 und 12 insgesamt 236 DM.

Die kooperative Schulband "Letzfetz" gibt ihre erste CD heraus.

2002 - Im Schuljahr 2002/03 werden 210 Schüler der Vechtetalschule in 27 Klassen unterrichtet. Davon sind insgesamt 70 Schüler der Vechtetalschule an folgenden sieben Regelschulen in 9 Klassen untergebracht: Grundschule Emlichheim (1 Klasse), Orientierungsstufe Uelsen (1), Hauptschule Uelsen (1), Grundschule Blanke in Nordhorn (2), Pestalozzischule in Nordhorn (2), Grund- und Hauptschule Gildehaus (1), Orientierungsstufe Bad Bentheim (1). Weitere 18 Klassen sind im Haupthaus am Mückenweg untergebracht. Die Vechtetalschule hat sich damit zu einem der größten Förderzentren in Niedersachsen entwickelt (GN, 24.9.2002; GW, 25.9.2002).

Eine Schülerin erhält für ein selbst gestaltetes Wandbild einen Sonderpreis beim Jugendkulturpreis der Stadt Nordhorn.

2003 - Der Förderverein der Vechtetalschule stellt der Schule einen neuen Kleinbus zur Verfügung, der neun Sitzplätze hat und bis zu vier Rollstuhlfahrer aufnehmen kann. Er kostete etwa 30000 €. Der Förderverein konnte den Kleinbus mit Hilfe von Spenden, der Stiftung der Volks- und Raiffeisenbank, die 5000 € beisteuerte, und von Sponsoren beschaffen (GN, 4.4.2003).

Die Schulleiterin der Vechtetalschule, Frau Hildegard Roosen, feiert ihr 40-jähriges Dienstjubiläum. Sie war ab 1975 an der Burgschule in Neuenhaus Konrektorin und hat sich ab 1989 engagiert für den Aufbau der Vechtetalschule eingesetzt (GN, 4.4.2003).

Zu einem Schülerwettbewerb laden die Organisatoren der Veranstaltungswoche zum "Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen" vom 12. - 19.9. 2003 ein. Ob sie nun malen oder mit Materialien ihrer Wahl ein Kunstwerk zum Thema gestalten, ist ihnen freigestellt. Auch die Schülerinnen und Schüler der Vechtetalschule mit dem Kollegium wollen sich am Schülerwettbewerb beteiligen (GN, 23.5.2003). Eine mit den Schülern erstellte audiovisuelle Bühnenpräsentation leitet die jeweiligen Veranstaltungen ein, Schülerband und Tanzgruppe der Schule präsentieren ihre Arbeit.

2005 - An der Vechtetalschule wird ein Kiosk mit angegliederter Cafeteria eröffnet. Die Idee entstand bereits vor drei Jahren. Die vier Klassen der Abschlussstufe organisieren den Einkauf, die Öffnungszeiten und die Buchhaltung im Rahmen der "Schülerfirma Schuki olé" selbst (GN, 1.3.2005). Am Ende des Jahres erhalten sie einen Förderpreis für niedersächsischen Schulcafeterien in Höhe von 1000 €, mit dessen Hilfe die Möblierung der Cafeteria erneuert wird.

Vier Jahre lang haben eine Schulklasse der Pestalozzischule und eine Schulklasse der Vechtetalschule in den Fächern Sport, Kunst und Musik sowie in der Freiarbeit zusammengearbeitet. Klassenfeste und Ausflüge unternahmen die Kinder gemeinsam. Für dieses Projekt "Ein Stück des Weges gemeinsam" erhält eine Delegation der beiden Schulen in Hannover eine besondere Auszeichnung der "Stiftung Himmelsthür". Die Ehrung übernehmen für insgesamt 33 Kooperationsprojekte in Niedersachsen der Landtagspräsident Gansäuer und der Finanzminister Möllring (GN, 12.7.2005).

Zwei weitere Kooperationsklassen werden an der Hauptschule Frensdorfer Schule  in Nordhorn eingerichtet.

Ein Beitrag eines Schülers wird im Literaturwettbewerb der Elbe-Werkstätten ausgewählt und in das Buch "Ich getrau mich, ins Leben vorzudringen" aufgenommen. Die Ehrung und Vorstellung der Buches erfolgt durch die Schauspielerin Nina Petri.

Die Schüler der Außenstelle Uelsen organisieren einen Basar und stellen der GN- Hilfsaktion für Flutopfer eine Spendensummen von 187 € zur Verfügung.

2006 - In Zusammenarbeit mit der Kunstschule malen und basteln Schüler der Klasse 11 Ausstellungsstücke, bei denen sie sich von den "kunstwegen"-Skulpturen am Kloster Frenswegen inspirieren lassen. In einer Vernissage präsentieren sie ihre Werke Eltern und Verwandten in der "Alten Weberei" (GN, 8.3.2006).

Im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs "Unterricht innovativ" erhält die im Jahre 2005 gegründete Schülerfirma "Schuki olé" mit Kiosk und Cafeteria mit einem Kollegenteam um den Konrektor Thomas Arnold einen 1. Sonderpreis in Höhe von 1500 €. Aus ganz Deutschland haben 262 Lehrer mit 119 Teams mit frischen Ideen und engagierten Handeln bei diesem Wettbewerb unter Beweis gestellt, welche innovative Kraft, welcher Erfindungsreichtum und welche Begeisterungsfähigkeit in Deutschlands Lehrern und Schülern steckt. Kultusminister Busemann gratulierte mit einer Grußbotschaft. Die ausgezeichneten Lehrkräfte hätten mit Mut, Fantasie und viel Aufwand Unterrichtskonzepte entwickelt. Das übergeordnete Ziel des Projektes ist der Erwerb von Fähigkeiten, die im Berufsleben unverzichtbar sind und für nicht behinderte Schüler selbstverständlich erscheinen (GN, 18.11.2006).

Im Schuljahr 2006/07 gibt es an der Vechtetalschule 28 Klassen, davon 11 Klassen an Kooperationsstandorten, mit etwa 220 Schülern. Neben dem dreiköpfigen Schulleitungsteam sind 47 weitere Lehrkräfte, 3 Lehramtsanwärter, 34 Pädagogische Mitarbeiter, 10 Therapeuten, 1 Zivildienstleistender, mehrere Honorarkräfte und Praktikanten im unterrichtlichen Einsatz. Zusammengehalten wird alles von einer Sekretärin und dem Hausmeister.

Bis zu 80 junge Menschen mit geistigen Behinderungen sollen im Rahmen eines deutschlandweit einmaligen Modellprojektes "Barrierefreier Schülerverkehr" mit dem Linienbus zur Schule fahren. Das Bundesministerium für Wirtschaft hat dieses Projekt genehmigt. Es ist in jahrelanger Vorbereitungszeit entwickelt worden. Die Vechtetalschule und der Landkreis arbeiten bei diesem auf drei Jahre  angelegten Projekt eng mit den Universitäten Dortmund und Gießen sowie der TU München und dem Kultusministerium in Hannover zusammen. Am Ende soll ein Gesamtkonzept erarbeitet sein, durch dessen Umsetzung Menschen mit geistigen Behinderungen selbstständig eine möglichst große Mobilität erlangen können. Bisher erfolgt ein Extraeinsatz mit Kleinbussen (GN, 15.9. und 9.10.2007).

2008 - Im Rahmen einer Feierstunde wird Frau Claudia Meier offiziell in ihr neues Amt als 1. Förderschulkonrektorin und stellvertretende Schulleiterin eingeführt. Claudia Meier wurde 1973 in Emlichheim geboren und nach ihrem Studium in Köln zur Förderschullehrerin ernannt. Von der Förderschule für Lernhilfe in Sögel kam sie im August 2007 zur Vechtetalschule, wo sie gleich das Amt ihres Vorgängers Jörn Eggers übernahm. Regierungsschuldirektor Udo Tiemann dankte ihm für seine siebenjährige Arbeit als 1. Konrektor.

Die Vechtetalschule besuchen 221 Schüler in 29 Klassen im Ganztagsbetrieb und drei großen Außenstellen mit rund 100 festen Mitarbeitern (GN, 23.2.2008).

Der Förderverein übergibt der Vechtetalschule einen neuen Kleinbus, der mit Rampen und vier zusätzlichen Rollstuhlplätzen ausgestattet ist und seinen mittlerweile 13 Jahre alten Vorgänger ersetzt. Schulleiterin Hildegard Roosen dankt dem Förderverein für das Geschenk. Der Schulbus soll für den Besuch außerschulischer Orte genutzt werden (GN, 15.4., und GW, 21.5.2008)

Ziel eines Forschungsprojektes "Mobilität auf ganzer Linie" (MogLi) ist es, geistig- und körperbehinderte Menschen in den öffentlichen Personennahverkehr zu integrieren. Im Rahmem dieses Progektes suchten zwei Professorinnen von den Universitäten Gießen und Dortmund seit eineinhalb Jahren nach Wegen, um Schüler der Vechtetalschule auf die Teilnahme am Busverkehr vorzubereiten. Am 16. April 2009 werden die ersten Vechtetalschüler mit dem Linienbus zur Schule fahren. Nach den Sommerferien kommen 44 weitere Schüler hinzu. Im Mittelpunkt standen realistische Übungen im Straßenverkehr und die Erstellung eines Schulwegeplanes für jeden Schüler. Das Forschungsprojekt läuft noch bis zum Sommer 2010 (GN, 16.12.2008).

2009Schulleiterin Hildegard Roosen wird Ende Januar 2009 nach fast 20 Jahren an der Vechtetalschule in den Ruhestand versetzt. Festredner würdigen die beliebte Rektorin als eine vorbildliche Schulmanagerin und Pädagogin, die die Förderschule für geistige Entwicklung mit viel Engagement und großer Kompetenz aufgebaut und ihren herausragenden Stellenwert und Ruf in der Grafschafter Schullandschaft begründet und entwickelt habe.

Regierungsschuldirektor Udo Tiemann verabschiedete Hildegard Roosen, die 1943 in Bentheim geboren wurde und  auch viele Jahre als Konrektorin der Sonderschule Neuenhaus tätig war, mit den Worten: "Sie haben die Entwicklung der Förderschule Vechtetalschule, deren erste und bisher einzige Schulleiterin sie sind, von den ersten Anfängen an als die für die Errichtung zuständige Planungsleiterin bis heute gesteuert und entscheidend geprägt. Die Geschichte und Entwicklung der Schule ist und bleibt mit Ihrer Arbeit, Ihrem Namen und Ihrem Wirken untrennbar eng verbunden". Roosen sei zu einer "Institution" geworden, die vorbildlich für das Kollegium, verlässlich für alle Schulpartner und mit mentaler Stärke die Schule 1989 aus dem "Nichts" heraus zur größten Schule im Dezernat 2 der Außenstelle Nordhorn mit entwickelt habe. Heute besuchen 225 Schüler die Schule im Primar- und Sekundarbereich I und II. 29 Klassen arbeiten im Ganztagsbetrieb. Es gibt drei große Außenstellen in Gildehaus, Uelsen/ Neuenhaus und Emlichheim sowie vielfältige Vernetzungen mit anderen Schulen durch Integrations- und Kooperationsklassen. Zudem wurde ein Mobiler Dienst für den Landkreis aufgebaut. Von den 110 festen Mitarbeitern sind die Hälfte Lehrkräfte.
Landrat Friedrich Kethorn würdigte Hildegard Roosen als eine strategisch ortientierte Persönlichkeit und Pädagogin, die die Vechtetalschule mit unermüdlichem Engagement und Charme aus dem Schattendasein einer Tagesbildungsstätte für Menschen mit Behinderung herausgeführt und mit viel Kompetenz, Motivation, Energie und Ideenreichtum zu einer allgemein bildenden Schule mit ganz eigenem Profil gemacht habe. Unter ihrer Leitung seien bestehende Benachteiligungen für Behinderte nachhaltig abgebaut und Chancengleichheit aufgebaut worden. Roosen werde dem Kreis auch als Pensionärin noch mit dem Forschungsprojekt "MogLi - barrierefreier Schülerverkehr" zur Seite stehen. Nach den Worten der Konrektorin Claudia Meier habe Roosens pädagogische Leistung darin bestanden, die Schüler auf das Leben vorzubereiten, die Schule dem Leben zu öffnen und das Leben von draußen herein zu lassen. (GN, 31.1.2009)

Nachfolgerin von Frau Hildegard Roosen als Förderschulrektorin wird Frau Ursula Hertramps-Müller. Nach ihrer Tätigkeit als Leiterin der Förderschule Emsbüren war sie in den Schulaufsichtsdienst nach Meppen abgeordnet und von dort aus im 1. Halbjahr des Schuljahres 2008/09 kommissarisch für den Bereich Nordhorn/Obergrafschaft zuständig.

"Judentum zum Anfassen"
Im Rahmen eines Projektes mit der jüdischen Gemeinde Osnabrück "Judentum begreifen" erleben Schüler aus den 9. und 10. Klassen "Judentum zum Anfassen". Die Projektleiter legen sehr viel Wert auf die praktische Vermittlung und haben gleich mehrere typische Gegenstände des jüdischen Lebens mitgebracht, wodurch den Kindern die Inhalte besser in Erinnerung haften bleiben als die bloße Erzählung. So wird bei dem Projekt das Judentum, das die Gesamtheit aus Kultur, Geschichte, Religion und Tradition des Volkes Israel umfasst, auch durch Tänze, Musik, Malen und Basteln oder über Filme vermittelt. Für die Vechtetalschüler geht es um Themen wie Symbole und Gegenstände des Judentums, um Feste oder die hebräische Schrift. Die Durchführung des Projektes an einer Förderschule für Geistige Entwicklung stellt für die Projektleiter eine Premiere dar, die als gelungen bezeichnet werden kann. (GN, 30.4.2009)

Bemühungen des Elternrates
Die Absicht des Nds. Kultusministeriums, einen Einstellungsstopp und die Entlassung befristet eingestellter Mitarbeiter vorzunehmen, wird durch die Bemühungen des Elternrates und der Einschaltung verschiedener Stellen im Nds. Landtag durch den Förderverein der Schule verhindert. (GN, 9.6., 11.6. un 15.6.2009)

Spende für Förderverein
Der Vorsitzende des "German Business House" überreicht dem Förderverein der Schule einen Scheck über 9000 Euro. Bei dem Geld handelt es sich um den Erlös aus der amerikanischen Versteigerung anlässlich der ersten deutsch-niederländischen Hering-Party im Kloster Frenswegen. Der Förderverein will damit u.a. neue Spielgeräte anschaffen. (GN, 9.7.2009)

Neue Schulleiterin
Ursula Hertrampf-Müller
wird offiziell als Leiterin der Vechtetalschule eingeführt. Schulrat Udo Tiemann überreicht ihr die Ernennungsurkunde als Rektorin und führt aus, dass die Schule mit 230 Schülern und rund 100 Lehrern sowie mehreren Außenstellen mit ihr eine engagierte, innovationsbereite und sehr kompetente Pädagogin mit organisatorischem Talent erhalten habe. Frau Hertrampf-Müller ist seit 1979 im Niedersächsischen Schuldienst tätig. Sie war zunächst an der Schule für Schwerhörige in Hannover, dann am Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte, an der Schule für Sprachbehinderte in Lingen, der Erich-Kästner-Schule in Schüttorf, als Leiterin der Förderschule in Emsbüren und zuletzt als schulfachliche Dezernentin der Landesschulbehörde in Meppen und Nordhorn eingesetzt. Nach den Worten von Landrat Kethorn ist sie, die im Februar die Nachfolge der langjährigen Schulleiterin Hildegard Roosen angetreten hat, "die richtige Frau am richtigen Platz". (GN, 22.8.2009)

Sportabzeichentag der Schule
Der Kreissportbund und die Vechtetal-Schule blicken auf ein gelungenes Sportereignis zurück. 130 Schüler erlebten beim ersten Sportabzeichentag der Schule einen "positiven Wettkampfcharakter" auf der Sportanlage des Schulzentrums Deegfeld. Schon seit einem halben Jahr wurde die Veranstaltung geplant und nun bei strahlendem Sonnenschein erfolgreich umgesetzt. (GN, 28.8.2009)

20ster Geburtstag
Aus Anlass des 20sten Geburtstags veranstaltet die Vechtetal-Schule einen Tag der offenen Tür. Auf dem Programm stehen viele Aktivitäten, Besichtigungen der Räume und viele Informationen für die Besucher. Als besonderen Höhepunkt hat der Förderverein der Schule einen Zauberer engagiert. (GN, 28.8.2009)

Gütesiegel „Startklar für den Beruf“
Die Schule wird mit dem Gütesiegel „Startklar für den Beruf“ der Aktionsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern in der Region Weser-Ems ausgezeichnet. Mit dem Qualitätssiegel werden die Bemühungen der Schule um einen besseren Übergang von der Schule in den Beruf gewürdigt. Die Auszeichnung wurde von Regierungsschuldirektor i.R. Horst Mücke und dem Koordinator der Gütesiegel-Aktionsgemeinschaft Weser-Ems, Alfred Möllers, überreicht. Dabei stellte Schulleiterin Ursula Hertrampf-Müller heraus, dass es auch für die Schüler einer Förderschule durchaus eine berufliche Zukunft geben könne, dass also Konzepte zur Berufsorientierung gerade dort wichtig seien. Hertrampf-Müller dankte ihrer Vorgängerin Hildegard Roosen, die viele der eingereichten Konzepte maßgeblich initiiert und damit entscheidenden Anteil an der Auszeichnung der Vechtetalschule habe. (GN,10.11., und GW, 11.11.2009)

2010 - Das Projekt "MogLi"
Noch vor drei Jahren wurden alle 220 Schüler und Schülerinnen der Vechtetal-Schule in Nordhorn per Taxi und Kleinbus von zu Hause aus der ganzen Grafschaft abgeholt und nach dem Unterricht wieder zurückgebracht. Inzwischen können 75 dieser jungen Menschen mit Behinderung den normalen Linienbus nutzen. Das ist das Ergebnis eines bundesweit einmaligen Forschungsprojekts „Barrierefreier Schülerverkehr“. Unter den Beteiligten heißt das Projekt einfach „MogLi“. Das steht für „Mobilität auf ganzer Linie“. Oder noch genauer für eine „nachhaltige Verbesserung der Mobilität für Schüler und Schülerinnen mit geistiger Behinderung“. Die ursprüngliche Idee, dass Vechtetal-Schüler auf den normalen Linienverkehr umsteigen, hatte vor sieben Jahren Dieter Steggewentz, Mitarbeiter der Schule. Die damalige Rektorin, Hildegard Rosen, ging mit dem Vorschlag zu Dr. Holger Kloth, zuständiger Abteilungsleiter beim Landkreis Grafschaft Bentheim. Zusammen versuchten sie weitere Unterstützer an Bord zu holen. Denn so einfach, wie die Idee sich zunächst anhört, ist das Unterfangen nicht.

Vier Jahre hat es fast gedauert, um Wissenschaftler, Praktiker und vor allem finanzielle Förderer unter ein gemeinsames Projektdach zu bekommen (siehe Infokasten). „Nur mit Hartnäckigkeit ist das gelungen“, meinte Holger Kloth. Das bestätigte gestern während einer Informationsveranstaltung in der Vechtetal-Schule auch Dr. Hans-Joachim Fichtner. Er war in Vertretung des Niedersächsischen Kultusministers nach Nordhorn gekommen war und betonte: „Die Ziele des Projekts sind weit übertroffen.“ Diese Ziele sind neben einer größeren Mobilität vor allem auch ein verstärktes Selbstbewusstsein sowie eine enorme Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen mit Behinderung. Von einem Erfolgsmodell sprach denn auch Landrat Friedrich Kethorn.

Wie aufwändig und komplex das Pilotprojekt tatsächlich war, machten acht Referenten deutlich, die aus ihrer fachlichen Sicht die einzelnen Arbeitsschritte vorstellten. So standen am Anfang die Analyse der Veraussetzungen im Straßenverkehr im Landkreis sowie die Analyse der Ausgangslage der am Projekt beteiligten Menschen. Da wurden unter anderem Barrieren auf den Schulwegen der Schüler, die Verständlichkeit der Haltestellenfahrpläne, die Beschilderungen und das Verkehrsangebot sowie die Unterrichtszeiten unter die Lupe genommen. Und vieles musste anschließend geändert und verbessert werden.

Für die Schüler und Schülerinnen haben Wissenschaftler und Pädagogen spezielles Unterrichtsmaterial entwickelt und getestet sowie Unterrichtsinhalte für das Mobilitätstraining ausgearbeitet. Nach umfassenden Training im Schonraum Schule und später in der Wirklichkeit konnte den Schülern ein Busdiplom ausgehändigt werden. „Wir sind stolz auf euch“, kommentierte Schulleiterin Ursula Hertrampf-Müller den Erfolg der jungen Leute.

Nicht zuletzt galt es, die Eltern zu überzeugen. „Da haben die Ängste am Anfang überwogen“, räumte Elternsprecherin Silke Zander-Egbers ein. Dass ein großer Teil der Ängste abgebaut werden konnte, liegt auch an einem umfassenden Störfallmanagement. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein spezielles Handy mit GPS-Sender für jeden Schüler.

Natürlich möchte die Schule das Projekt fortführen. Doch das kostet Geld. So ist nicht sicher, ob die Reisebegleiter, die derzeit noch in zwei Buslinien eingesetzt sind, weiter beschäftigt werden können. Alle Beteiligten hoffen zudem auf Nachahmer in anderen Regionen. Vor allem die Erfahrungen mit dem Spezialhandy stoßen nach Angaben von Holger Kloth bereits auf überregionales Interesse, zumal das Ortungsystem auch eingesetzt werden könnte für blinde oder demente Menschen.

Info-Kasten
Sieben Partner waren an dem Modellprojekt beteiligt - vorrangig der Landkreis und die Vechtetal-Schule, die Justus-Liebich-Universität Gießen (Professur für Geistigbehindertenpädagogik), die Technische Universität München (Lehrstuhl für Verkehrstechnik) sowie die Technische Universität Dortmund (Lehrstuhl für Rehabilitation und Pädagogik bei geistiger Behinderung). Assoziierte Partner waren die Landesverkehrswacht und die Verkehrsgemeinschaft Grafschaft Bentheim.
Gefördert wurde das rund 680000 Euro teure Projekt hauptsächlich vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Unterstützung gab es auch vom Niedersächsischen Kultusministerium und dem Landkreis Grafschaft Bentheim.
Quelle: GN, 9.11.2010)

Projekt KLASSE!
In den Unterricht eingeladen hat kürzlich die Klasse 8/9
der Vechtetalschule einen Vertreter der GN-Redaktion. Die Schüler haben an dem Projekt KLASSE! teilgenommen und sich mehrere Wochen lang intensiv mit der Tageszeitung beschaäftigt. In ihren Arbeitsmappen haben sie interessante Artikel und Fotos aus den GN gesammelt. Am besten gefallen hat ihnen die Sportberichterstattung. (GN, 14.12.2010)

2011 - Kunstprojektwoche
Einmal mit richtigen Künstlern zusammenarbeiten konnten die 217 Schüler der Vechtetalschule. Gemeinsam mit 20 regionalen Künstlern malten, meißelten, druckten und töpferten die Kinder und Jugendlichen ihre ganz eigenen Kunstwerke. Mit einer Spende von 3000 Euro unterstützte RWE den Förderverein der Vechtetalschule. Mit dem Betrag wurde die Anschaffung von Materialien für die Kunstprojektwoche der Förderschule finanziert. (GN, 24. und 28. 5.2011)

Sportabzeichen
Insgesamt 150 Schüler der Vechtetalschule absolvierten in Nordhorn das Sportabzeichen. Die Teilnehmer waren mit viel Ehrgeiz dabei - und hatten sogar noch die Kraft, ihre Mitschüler anzufeuern. (GN, 27.8.2011)

Spende für Somaliahilfe
Die Schüler der Klasse 8b haben eine Spendenaktion unter dem Motto "Frühling für Somalia" gestartet. Dabei haben sie 520,60 Euro für die Somaliahilfe erwirtschaftet. Im Unterricht wurden Tütenbunt bedruckt, mit Tulpenzwiebeln gefüllt und in der Baptisten-Gemeinde nach der Teilnahme am Gottesdienst für zwei Euro verkauft. Der Spendenbetrag setzt sich aus dem Verkauf der Tüten und zusätzlichen Spenden für die Hilfsaktion zusammen. (GN, 5.10.2011)

Besuch aus Kanada
Eine sechsköpfige Delegation aus dem kanadischen Quebec war für zwei Tage zu Gast in der Grafschaft Bentheim, um sich vor Ort über das Projekt "Barrierefreier Schülerverkehr" zu informieren. Bekannt ist dieses Projekt auch unter der Abkürzung "MogLi - Mobilität auf ganzer Linie". Auf der Weltkonferenz der Verkehrsunternehmen, die in diesem Jahr in Dubai stattgefunden hat, war das Projekt MogLI vorgestellt worden und dabei auf reges Interesse gestoßen. Dies führte zum Besuch der Vertreter der "Societé de transport de Laval" aus Quebec. Die Gäste zeigten sich beeindruckt von den positiven Erfahrungen, die die Vechtetal-Schule bisher, ein Jahr nach der Beendigung des Forschungsprojektes (siehe oben), im Alltag sammeln konnten. Hildegard Roosen, ehemalige Schulleiterin und Mitinitiatorin des Projektes, berichtete, dass die MogLi-Schüler auch in ihrer Freizeit viel mobiler geworden sind und insgesamt ein verstärktes Selbstbewusstsein entwickelt haben. (GN, 13.10.und 18.10.2011)

2012 - Biogas heizt Vechtetalschule
Die NVB werden im Rahmen eines so genannten "Wärmecontractings" künftig die Vechtetalschule mit Klima schonender Wärmeenergie versorgen. NVB und Landkreis unterzeichneten einen Liefervertrag mit einer Laufzeit von 15 Jahren. Er sichert der Vechtetalschule nicht nur umweltfreundliche Heizenergie aus Biogas, sondern bringt unter dem Strich einen Beitrag zum Klimaschutz und rund 120 000 Euro Betriebskostenersparnis. (GN, 22.3.; GW,28.3.2012)

"Trainingswohnung"
In einer eigenen komplett eingerichteten Trainingswohnung kann die Vechtetalschule jetzt junge Menschen mit Behinderungen besser auf ein selbstbestimmtes Leben vorbereiten. Die Förderschule für geistige Entwicklung setzt damit ihre Vorgabe um, ihre Schüler auch praktisch fit zu machen für ein Leben mitten in der Gesellschaft. Die Schule sieht sich in der Pflicht, ihren Schülern den umfangreichen Lernbereich "Wohnen" auch praktisch zu vermitteln. Dazu stellte der Landkreis die ehemalige Hausmeisterwohnung des Berufsschulzentrums am Hermann-Löns-Weg zur Verfügung. Fachlehrer Dirk Neumann erläuterte die Eckpunkte des Projekts: Die Schüler der Abschlussstufe (Klassen 11 und 12) sind regelmäßig in der Trainingswohnung im Lerneinsatz, haben dort feste Trainingstage, machen einwöchige "Wohnpraktika" und nutzen die Wohnung auch als Stützpunkt für Berufspraktika, für Klassenaktivitäten und Feiern. In der Wohnung lernen sie, all die Dinge zu tun und zu organisieren, die eben das Wohnen ausmachen. Dazu zählen die komplette Hauswirtschaft mit Einkauf ebenso wie Aufräum-, Reinigungs- und Gartenarbeiten, die Beschäftigung mit theoretischen Themen vom Mietvertrag bis zu Versicherungsfragen - kurzum: alles, was zum selbstständigen Wohnen dazugehört. (GN, 18.4.2012)

Quellen:

  • Dr. Ernst Mawick, Fünfzehn Jahre Lebenshilfe-Arbeit im Landkreis Grafschaft Bentheim;  In: Das Bentheimer Land, Band 93 (Jahrbuch 1979, Seite 11 und in: Das Bentheimer Land Band 108 (100 Jahr Landkreis Grafschaft Bentheim 1885 - 1985), Seite 304

  • Hildegard Roosen, Einblick in einen Koop-Tag, Beispiele 1/1997, Seite 10

  • Artikel in der örtlichen Presse, im Text angegeben. 

  • Homepage der Schule