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Volksschule
Bakelde
- 1743
Erste Erwähnung; 1966 Grundschule; 1970 Auflösung
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Bakelde
ist eine der ältesten Siedlungen
vor der Christianisierung
rechts der Vechte in der Mittelgrafschaft. Auf ihrem Gebiet ist
ursprünglich die Ansiedlung auf dem Gildkamp entstanden, die
den Namen Nordhorn erhielt. Die Volksschule Bakelde ist als
Bauerschaftsschule für das Dorf
Bakelde entstanden. Das genaue Entstehungsjahr ist nicht bekannt.
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1743-
1779 - Hinweise auf Lehrer in
Bakelde
gibt es in den
Personenstandsnachrichten der Kirchengemeinde Nordhorn:
- 1743 "voor Michael" wird angenommen (konfirmiert) Jan Hindriksen uyt
Bosing bakhuys, Schoolmeester te Baakholt.
- 13. Jan. 1746: An den Baakelder Scholmeester sijn Reckeninge voor het
leeren van de Baakelder kinder volgens afsprake betaalt met 4 gulden 5
stuiver 4 deut. (Quelle: Armenrechnung der Ev.ref.
Kirche zu Nordhorn
vom 17. Juli 1745 bis zum 25. Juni 1746, Provisor Henrik Woltrink)
-1750 April: "den 4. April 1750 Een kint uit Bosing Hof Schoolmeester
bakelt" verstorben
- Am 24. Januar 1751 wird dem "Schoolmeester Jan in Bosink oldehus" in
Bakelde das Kind Mette geboren.
- Im November 1753 wird dem "Jan
Schueer de Schoolmeester in Bosink niehuis" in Bakelde das Kind
Hindrikjen geboren.
- Am 27. April 1757 verstirbt "Jan
Lubbers of bakelder Schoolmeesters kint".
- Am 25. Juli 1767 verstirbt "Lubbers
of bakelder Schoolmeesters Vrou
in Bosink nie huis bakelt".
- Am 21. Oktober 1768 verstirbt "Jan Lubbers kint Bakelt
Schoolmeester".
- 18.04.1779 wurde aufgeboten: Harm Schivink, zoon v. Hind. Schivink
von Bokelt en Hinderkin
Lubben (vermutlich im Nov. 1753 geboren), d(ogter) v. Jan Lubben,
Schoolmrs.v. Bakelt.
Die alte Schule steht am Bakelder Diek beim Gehöft Bosing.
Das Gebäude umfasst ein Klassenzimmer und zwei Stuben für
den Lehrer.
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1801 - Am 2.10.1801
stirbt "de jonge Meester a Bakolt"
(vielleicht auch Bookholt?).
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1810 - Nach dem „Verzeichnis
sämtlicher
angestellter Lehrer in der Mairie
Nordhorn“ aus dem Jahre 1810/11 ist an der Volksschule Bakelde Bernd
Hugen als Lehrer tätig. Als Alter ist 22 Jahre angegeben.
Anschließend unterrichtete hier Derk Haring (* 4.3.1779, +
3.10.1852) bis 1836. Während der Franzosenzeit war er Mitglied des
Munizipalrates.
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1833 - Nach dem Kirchenratsprotokoll
vom 23. April 1833
läßt
sich Haring, der
"Schoolonderwijzer de Bakelt" eine Urkunde beglaubigen.
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1836 -1871 - Lehrer der
Volksschule Bakelde ist Kolon Berend
Arends aus Hesepe. Er ist 1808 geboren. Sein Jahresgehalt
beträgt
72 Reichstaler, 5 Groschen und 4 Deut (Pfennig). Darüber hinaus
gewährt man ihm den sog. freien Mittagstisch (Quelle: Protokoll
des Kirchenrates). 1836 unterrichtet er 72 Schulkinder. In einem
Schreiben der ref. Gemeinde an den Oberkirchenrat vom 26.7.1838
heißt es: "Der Schullehrer Arends ist der
fähigste und ausgezeichneste von den Nebenlehrern. Derselbe hat
aber auch das beste Gehalt und noch eigenes Vermögen". Am
12.12.1839 heiratet er Fenne
Giesen aus Hesepe.
1870 nimmt er als Organist am Gefangenengottesdienst in Frenswegen
teil. Unter den Gefangenen bricht eine Pockenepedemie aus, der viele
zum Opfer fallen. 1871 stirbt auch Lehrer Arends an Pocken.
1856/57 wird eine neue
Schule im
Mittelpunkt der ehemaligen
Bauernschaft errichtet. Sie wird 1911 um einen Klassenraum und um
eine
Lehrerwohnung im Dachgeschoss erweitert. 1923 wird ein dritter
Klassenraum angebaut und die Lehrerwohnung erweitert. 1953 erfolgt der
Anbau eines Seitenflügels mit einem Klassenraum, einem
Lehrerzimmer und
sanitären Anlagen, mit Heizung, Dusch- und Umkleideräumen im
Keller.
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Das Bild
zeigt die Schule im Zustand nach 1953.
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1871 - Nachfolger von
Lehrer Arends wird
ab
1. November 1871 Lehrer Koning
aus Halle. Er gehört zu den ersten
Schülern der Lehrerbildungsanstalt, die Schulrat Fokke 1851 in
Neuenhaus gründete. Sie wird auch von Hüsemann besucht, der
in Bakelde geboren wurde. Nach Kühle zeichneten sich
die aus Fokkes Schule
hervorgegangenen Lehrer durchweg als gute Betreuer der
Jugend und eifrige Helfer der Gemeindevorsteher aus. Sie waren durch
emsige Weiterbildung bemüht, es ihren seminaristisch ausgebildeten
Berufskameraden gleichzutun.
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1878
- Es wird eine Lehrerwohnung
abseits der Schule für 5.000 Mark
gebaut. Die Lehrerstuben werden zum "Schullocal zugeschlagen".
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1894
- Lehrer Koning
beginnt mit dem Schreiben der Schulchronik.
Grundlage hierfür
ist die "Anweisung zur Anlegung und Führung der
Schulchroniken im Regierungsbezirk Osnabrück", die dem
Lehrer am 15.3.1894 übermittelt wurde.
Im Abschnitt I berichtet der Lehrer über "Die Schule bis zur Gegenwart". Da
dieser Abschnitt informative Aussagen über die Gemeinde Bakelde
und ihre Schule in der damaligen Zeit enthält, ist er als Einzelbericht wörtlich
beigefügt.
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1896
-
Zur Feier des 25-jährigen Gedenktages
der Wiedereinrichtung des deutschen Kaiserreiches findet am 28.
Januar 1896 eine allgemeine Schulfeier statt. Der Lehrer
hält eine Ansprache über die wichtige Bedeutung des Tages. Es
folgen Deklamationen und patriotische Lieder. Mit Gebet und Gesang
schließt die Feier.
Die
Schülerzahl
steigt
Ostern 1896 auf 102 an. In den folgenden Jahren sinkt ihre Zahl jedoch
wieder bis auf etwa 80 ab.
Mit
Genehmigung der Königliche
Regierung wird ab 1894 die Halbtagsschule
eingerichtet. An zwei Vormittagen (Mi und Sa) erhält die ganze
Klasse von 10 bis 12 Uhr gemeinschaftlich Unterricht, so dass im Winter
die Mittel- und Oberstufe 24 Unterrichtsstunden, die Unterstufe dagegen
12 erhalten.
Am
15. August ist Lehrer Koning
25 Jahre in Bakelde
tätig. Dieser Tag wird von der Gemeinde festlch begangen. Die
Festrede hält Pastor Hold als Localschulinspektor.
1897 - Der Schulvorstand bewilligt
die von der Königlichen Regierung festgesetzten Lehrer-Besoldungssätze:
Grundgehalt 1.000 Mark, Alterszulage 120 Mark,Wert der freien
Dienstwohnung.
1899 - Am letzten Unterrichtstag vor
Weihnachten, dem 24. Dezember, weist der Lehrer auf das zuende gehende Jahrhundert hin. Es
werden insbesondere die Erfindungen, Einrichtungen, die Entwicklung des
deutschen Reiches, die Gesetzgebungen usw. hervorgehoben.
1902 - Auf Anregung des
Kreisschulinspektors Stockmann
zu Bentheim beschließt der Schulvorstand, eine kleine Obstbaumschule auf Kosten der
Schulgemeinde in der Nähe der Schule auf den Dienstländereien
anzulegen.
1906 -Der Schulvorstand
beschließt einstimmig, das Grundgehalt
des Lehrers auf 1.100 Mark und die Alterszulage
auf 140 Mark zu erhöhen.
Ab
1906 steigt die Schülerzahl
auf 106 und bis 1910 bis auf 126 Schüler an.
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1911 - Lehrer Koning
war bis 1911 alleiniger
Lehrer. Der Schulvorstand beschließt in Anwesenheit eines
Regierungsvertreters und des Landrates Kriege, das Schulsystem zu erweitern und eine zweite
Lehrkraft einzustellen. Am 1. Mai wird der Lehrer Johann Rotmann aus Holte,
gebürtig aus Gölenkamp, als zweiter Lehrer eingestellt.
Die
Schule wird um einen Klassenraum
und eine Lehrerwohnung im
Dachgeschoss erweitert (Bausumme: 1200 Mark). Die Fertigstellung
erfolgt im Oktober. Die Kinder werden nun in drei Klassen unterrichtet.
1912
- Lehrer Rotmann wird
nach Gölenkamp versetzt.
An seine Stelle tritt der Schulamtsbewerber Otto Wedemeyer aus Hannover.
1913
- Am 17. März wird von der Gemeinde in der Nähe Bosinkschen
Hofes eine Erinnerungseiche
gepflanzt. Lehrer Koning
hält die Festansprache. Die Schule feiert mit. Auch am 18. Oktober
findet als Gedenkfeier der Völkerschlacht
bei Leipzig eine Schulfeier statt.
Der
Weltkrieg 1914
In der Schulchronik heißt es hierzu u. a.: Am 1. August 1914
brach ein gewaltiger Krieg aus. Deutschland und Österreich mussten
gegen England, Frankreich und Russland das Schwert ziehen. Die
Begeisterung des deutschen Volkes drang auch in unseren Ort ein. Unsere
Feinde hatten Deutschlands Vernichtung beschlossen. Wenn auch mit
bangem Herzen, so schaute man getrost in die Zukunft: Gott werde
unserer gerechten Sache den Sieg verleihen. Unser geliebter Kaiser
Wilhelm der II. ordnete auf den 5. August einen Kriegs-Buß- und
Bettag an. Die Kirche zu Nordhorn war überfüllt. Pastor Hold hielt die Predigt. Vom
3. bis 5.August fand eine Pferdemusterung
zu Nordhorn für den ganzen Kreis statt. An den Mobilmachungstagen wurden aus
Bakelde 19 Bewohner einberufen, ferner vom gedienten Landsturm 7
Bewohner, als Ersatzreservisten 7 und als Rekruten 3 Bewohner. Zum 1.
Januar standen dann 80 Personen im Heeresdienst. Aus Bakelde starben 17
Soldaten den Heldentod. (Alle
Namen sind in der Schulchronik aufgeführt.)
Die Schule selbst hat unter dem Krieg
insoweit zunächst nicht zu leiden, da beide Lehrkräfte
zunächst nicht eingezogen werden. Erst am 9. November 1916 wird
Lehrer Wedemeyer zum Heeresdienst eingezogen. Er wird
erst am 5. Juni 1918 vom Heeresdienst beurlaubt. In dieser Zeit muss
Lehrer Koning allein
unterrichten, da der Schulvorstand sich weigert, das Gehalt für
eine Lehrerin in Höhe von 900 Mark jährlich zusätzlich
zu zahlen. In der
Zeit von 1915
bis 1920 besuchen 150 bis 160
Schüler die Schule.
1919
- Lehrer Wedemeyer verzieht zum 1. Oktober nach
Hannover. An seine Stelle tritt
ab 28. Oktober der Schulamtsbewerber Wilhelm Frantzen aus
Uelsen.
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1920
- Nach Verabschiedung der Weimarer
Reichsverfassung am 11. August
1919 werden beide Lehrer am 17. Februar auf diese Reichsverfassung vereidigt.
Am 17. März finden erstmals die Wahlen der Elternbeiräte
statt.
Anfang November
feiert Lehrer Koning
sein 50-jähriges
Dienstjubiläum. Nach einer Festsitzung des Lehrervereins am
1. November findet die eigentliche Festveranstaltung am nächsten
Tag in der Schule bei Anwesenheit der in großer Zahl erschienenen
Gemeindemitglieder statt. Lehrer Frantzen eröffnet die
Feier mit Gebet und Gesang und hält die Festrede, in der er auf
die Verdienste des Jubilars eingeht. Weitere Reden, zum Teil in
Gedichtsform, schließen sich an. Viele schriftliche
Gratulationen, so von der Regierung, dem Bezirks- und dem
Provinziallehrerverein, sind eingegangen und werden verlesen. Alle
Reden und Glückwünsche sind in der Schulchronik dokumentiert.
Ein Bericht über Lehrer H.
Koning ist unter Biographien
zu finden.
1921 - Am 23. März tritt Lehrer
Koning in
den Ruhestand. Am 6. April
wird der Schulamtsbewerber Pöttker
mit der Vertretung einer Lehrerstelle beauftragt. Da die Zahl der
Kinder schon seit längerer Zeit über 150 beträgt, stimmt
die Gemeinde dem Vorschlag der Regierung zu, eine dritte Lehrerstelle
einzurichten. Am 1. Juni wird dem Lehrer A. Hacker auftragsweise
diese dritte Stelle übertragen. Die Hauptlehrerstelle, die seit dem 1.
April 1921 frei ist, wird dem Lehrer Johann Paalmann, bisher in
Ratzel tätig, am 1. Oktober 1921 übertragen. Er zieht am
20.10. in die Lehrerwohnung, die bislang von Lehrer Koning bewohnt war,
ein und wird von den Schulkindern, Gemeindevorsteher, Schulvorstand,
Elternbeirat und Nachbarn mit einem Bogen begrüßt.
An
der Schule sind jetzt tätig:
Hauptlehrer Paalmann,
Lehrer Planert,
bisher Bentheim, und Lehrer Hacker.
Lehrer Frantzen
setzt seine Tätigkeit in Altendorf fort. Lehrer Pöttker
geht nach Ratzel. Der
Hauptlehrer Johann
Paalmann
ist vom 1.10.1921 bis zum 22.2.1940, länger als 18 Jahre, an der
Volksschule
Bakelde tätig.
1922 -
Die Schule besuchen 161 Schüler.
Der Elternbeirat wird bei der
Neuwahl wiedergewählt. Die 1. Klasse (Oberstufe) macht einen
Ausflug nach Münster:
"Wie staunten unsere Landkinder, als sie zum erstenmal die
prächtigen Kirchen und Straßen einer Großstadt sahen.
Und welche Freude machte ihnen der Besuch des Zoologischen Gartens.
Lange nachher gab´s noch immmer viel zu erzählen, was
sie nicht alles in Münster gesehen hatten. Der Ausflug hat sich
wirklich gelohnt".
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1923 - Zu Beginn des Schuljahres
1923/24 zählt die Schule
151 Schüler (Kl.I: 42, Kl.II: 73, Kl.III: 36). Außerdem wird
sie von 12 "Ruhrkindern" aus Dortmund
besucht. Am 30. Mai treffen 3 neue "Ruhrkinder" ein.
Im August machen die beiden oberen Klassen einen Ausflug nach Bentheim und
Schüttorf, ein Jahr später nach Denekamp. Auch in den
folgenden Jahren finden Ausflüge in die Umgebung statt,
hauptsächlich nach Bentheim zum Besuch der Freilichtbühne,
aber auch nach Georgsdorf und Gildehaus und anderen Orten.
Es wird ein dritter Klassenraum
angebaut.
Gleichzeitig werden die Wohnräume
der Lehrer zu einer Wohnung für einen verheirateten und
für einen unverheirateten Lehrer ausgebaut.
Der Schulleiter schildert in der Schulchronik ausführlich die
katastrophale finanzielle Lage in der "Inflationszeit"
in Bakelde, aber auch im Ruhrgebiet nach der Besetzung durch die
Franzosen und Belgier.
1924 - Die Turnwettkämpfe werden zwischen
den Schulen Brandlecht, Hesepe, Frensdorferhaar, Bimolten, Bookholt und
Bakelde auf dem Sportplatz in Bookholt ausgetragen. Die
Reichsjugnedwettkämpfe finden auch regelmäßig in den
folgenden Jahren zusammen mit den genannten Schulen statt.
Die 1878 erbaute Lehrerwohnung
wird umgebaut. Aus Diele und Stallungen entstehen zwei gute
Schlafstuben. Zwei kleine Stübchen werden zu einem
größeren Wohnzimmer umgebaut. Außerdem erhält das
Haus einen neuen Anstrich, so dass es jetzt einen guten Eindruck macht.
1926 - Bislang
wurden die schulpflichtigen Kinder
aus dem Gutsbezirk Clausheide
täglich mit einem Gutsgespann nach Bakelde bzw. Nordhorn gefahren.
Es ensteht ein "Schulstreik" besonderer Art, als sich der Pächter
weigert, die Fahrten weiterhin durchzuführen. Nach langen
Verhandlungen führt dies dazu, dass in Clausheide 1927 eine eigene
Schule errichtet wird (siehe: Schule Klausheide).
Als erste Gemeinde des Kirchspiels Nordhorn errichtet Bakelde seinen 27 Bewohnern, die im Weltkrieg gefallen
sind, ein schlichtes Ehrenmal
am Bakelder Diek in unmittelbarer Nähe der Friedenseiche. An der
Enthüllungsfeier, die von der Schule Bakelde gestaltet wird,
nehmen alle Bewohner von Bakelde, aber auch viele Gäste aus
Nordhorn teil.
1927 - Lehrer Hanken wird nach
Nordhorn-Frensdorf versetzt.
Seine Stelle erhält der Lehrer Heinrich Hemminghaus, der
bislang in Balderhaarmoor tätig war.
Im Laufe des Sommers erhält die Gemeinde elektrischen Anschluss.
1929 - Die Schule
wird nur noch von 92 Schülern
besucht, dies sind weniger Schüler als im Jahre 1903. Lehrer Hemminghaus wird nach
Neuenkirchen, Kreis Melle, versetzt. Die 3. Lehrerstelle wird infolge
des Schülerrückgangs nicht wieder besetzt.
Mit Wirkung vom 1.7.1929 werden die Landgemeinde Altendorf und
größere Teile der Landgemeinden Bakelde und Bookholt, sowie
Teile der Landgemeinden Hesepe und Brandlecht in die Stadtgemeinde Nordhorn eingegliedert.
1931 - Am 23. Dezember
wird in der Schule erstmalig
eine schlichte Weihnachtsfeier abgehalten , die den Kindern viel
Freude bereitet.
1932 - Eines der größten deutschen
Verkehrsflugzeuge, die D 1314, die zwischen Berlin und London
den Passagier- und Postflug versieht, muss am 9. Januar nachmittags in
der Nähe der Schule auf offenem Felde nach einem langen Irrflug
wegen Nebels aus Treibstoffmangel notlanden. Nach Reparaturarbeiten
erfolgte der Start am 15. Januar.
1933 - Bei den
Wahlen im März werden im Wahllokal
Schule Bakelde keine Stimmen für die Kommunisten und viel
weniger Stimmen für die Sozialdemokraten abgegeben. Die
Schüler werden in der Schule über die "geschichtliche Wende, die der Sieg der
nationalen Front für die Geschicke Deutschlands" bedeutet,
unterrichtet. Die Schüler hören die Reden des Herrn
Reichspräsidenten und des Herrn Reichskanzlers im Rundfunk. Vor
der Schule wehen die Fahne Schwarz-Weiß-Rot und die
Hakenkreuzfahne. Bei der Reichstagseröffnung am 21. März und
am Tag der nationalen Arbeit am 1. Mai fällt der Unterricht aus.
Die Kinder hören die Übertragung der Kundgebung im Berliner
Lustgarten. Am 26. Mai findet eine würdige Schlagetergedenkfeier
statt. Am 28.6. wehen die Fahnen auf halbmast. Es jährt sich zum
14. Male der Tag der Unterzeichnung des Versailler "Schanddiktats". Am
15. 9. (Tag der Eröffnung des Staatsrates) fällt der
Unterricht aus. Lehrer und Schüler haben sich zu einer Feier
versammelt und hören durch Rundfunk die Übertragung des
Staatsaktes.
Der Chronist schreibt am Silvesterabend
1933: "Wenn einmal die späteren Geschlechter deutsche
Geschichte lernen, werden sie wohl immer diese Jahreszahl 1933 als eine
der entscheidensten und bedeutendsten lernen müssen. Es ist
wirklich ein Jahr der Zeitenwende gewesen". Der Chronist stellt dann
die einzelnen Ereignisse noch einmal ausführlich dar.
1934 - Während
die Schule bisher wöchentlich nur zweimal gefegt wurde, werden die
Räume jetzt täglich gefegt
und täglich Staub gewischt.
Die Fußböden sind in allen Ferien zu schrubben und zu
ölen. Die Reinigung und Heizung wird jetzt dem dem Zimmermann Jan Meyerink aus Bakelde
übertragen.
Erstmals führt der Ausflug der Klasse I nach Norderney. Die Schüler staunen,
als sie die Nordsee und Ebbe und Flut sehen. 1935 erfolgt ein Ausflug
zum Hermannsdenkmal.
1935 - In den
Sommerferien wird die Schule aufwendig
renoviert. Das Mobiliar wird teilweise ersetzt. Alle
Klassenräume erhalten elektrisches Licht. Auf dem Schulhof wird
eine Pumpe aufgestellt. Die alte Lehrerwohnung erhält einen neuen
Anstrich. Die Schule erhält ein modernes Rundfunkgerät.
Die Schule besuchen 144 Kinder. Der Lehrer Georg Schmidt von der
Altendorfer Schule wird nach Bakelde als dritte Lehrkraft versetzt. Es werden
vier Klassen mit jeweils zwei Jahrgängen gebildet.
1937 - Im Sommer
werden zweimal mehrere Säcke
Gemüse (Bohnen, Obst, Möhren, Gurken) bei der NSV (Nationalsozialistische
Volksfürsorge) abgeliefert. Die im September von der Schule
durchgeführte Brombeersammlung
ergibt etwa 70 bis 80 Pfund, die an die zuständige Ortsgruppe der
NSV abgeliefert wird.
Nach den Herbstferien wird Lehrer Schmidt an die Altendorfer
Schule versetzt. An seine
Stelle tritt Lehrer Heinrich
Kipp, der bislang im Kreis Bersenbrück tätig war.
1938 - Alle
Nordhorner Schulen werden Gemeinschaftsschulen.
Infolge der Neueinteilung der Schulbezirke steigt die Schülerzahl
auf 197 (Kl. I: 33, Kl. II: 49, Kl. III: 61, Kl. IV: 54). Lehrer Kipp wird an die
Hans-Schemm-Schule (Ev. Frensdorfer Schule) versetzt. An seine Stelle
Stelle tritt der Schulamtsbewerber Heuking von der
Dietrich-Eckert-Schule (Kath. Marienschule). Er legt am 23. Februar
1940 seine 2. Lehrerprüfung ab.
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1940 - Am 22. Februar stirbt nach kurzer Krankheit ganz
unerwartet Hauptlehrer Paalmann.
Er war als Schulleiter seit 1921 in Bakelde tätig. Die Schulkinder
geben ihm das letzte Ehrengeleit. Lehrer Kipp von der
Walter-Flex-Schule wird mit der Schulleitung beauftragt.
Vom 5. Februar bis zum 15. März muss die
Schule wegen Kohlenmangels
geschlossen werden.
Lehrer Heuking und Lehrer Planert werden zum Militärdienst einberufen.
Dafür wird Lehrer Ferdinand
Casselius von der Walter-Flex-Schule nach Bakelde abgeordnet. An
der Schule unterrichten jetzt nur zwei Lehrer: Lehrer Kipp die kombinierte 1. und
2. Klasse (Oberstufe), Lehrer Casselius
die 3. und die 4. Klasse (Unterstufe).
Am 11. August 1940 fällt der Lehrer Planert im Alter von 43
Jahren in Brest/ Frankreich.
Nach den Sommerferien wird die Schule
polizeilich geschlossen, weil
kein Luftschutzkeller vorhanden ist. Lehrer Kipp unterrichtet jetzt an
der Walter-Flex-Schule, Lehrer Casselius an der
Pestalozzischule.
Nach den Herbstferien müssen die Bakelder
Kinder zur Walter-Flex-Schule. Lehrer Heuking, der vom
Militär entlassen wurde, unterrichtet ab 21. Oktober nachmittags
die unteren vier Jahrgänge. Die oberen vier Jahrgänge
unterrichtet vormittags Lehrer Kipp. Wegen der weiten Wege
fehlen oft 50 % der Kinder. Nach den Weihnachtsferien werden die
entferntest wohnenden Kinder der unteren vier Jahgänge mit dem
Autobus von Bauer Reinink
aus Bakelde zur Schule gefahren.
1941 -
Da die Schule Bakelde mit dem notwendigen Luftschutzmaterial ausgerüstet
ist und Luftschutzübungen veranstaltet werden, kann der Unterricht
hier nach den Osterfrien wieder aufgenommen werden. Lehrer Heuking wird nach Echteler
versetzt. Dafür wird Lehrer Brieske von der
Dietrich-Eckardt-Schule (Kath. Marienschule) hierher abgeordnet. Die
Schule besuchen jetzt 174 Kinder.
Das neue Schuljahr beginnt
jetzt nach den Sommerferien. Die Zeugnisse werden halbjährlich zu
Beginn der Weihnachts- und der Sommerferien ausgeteilt.
Die Schulchronik berichtet von Sammlungen für der VDA
(Volksbund für das Deutschtum im Ausland), von Heilkräutern,
Kastanien und für das Winterhilfswerk. Der Schulgarten wird als
Vermächtnis von Lehrer Planert
gut gepflegt. Über Heilkräutersammlungen wird auch in den
folgenden Jahren verstärkt berichtet.
1942 - Nach persönlichen
Auskünften wird der Lehrer Hopfgarten aus Alexisdorf 1942 zum
Kriegsdienst eingezogen und dann nach
Bakelde versetzt.
Nach dem Umzug der Familie nach Bakelde fällt er am 17.3.1943.
Die Familie verbleibt jedoch während der Kriegszeit in Bakelde.
Ein Sohn besucht in Nordhorn die Oberschule.
1944 - 1945 - Herr Brieske übernimmt die
Schule in Frensdorfer Haar. Seine Nachfolgerin
ist ein
Fräulein Pilz,
die kurze Zeit als
Laienhelferin aushilft. Danach wird ein Holländer, Herr Hideling als
Vertretung eingesetzt.
Wegen des starken Mangels an
Brennmaterial im Winter 1944/45 bringen die Kinder Holz und Torf
mit, damit der Unterricht aufrecht erhalten werden kann. Am Ende des
Monats Februar wird die Schule wegen Aufnahme
von Flüchtlingen aus dem Osten geschlossen.
Ende August 1945 wird der Unterricht
in der Grundschule mit Erlaubnis der Militärregierung
wieder aufgenommen. Herr Kipp wird an die Altendorfer Schule
versetzt, während Frau Rieß
von der Westschule an die Schule Bakelde abgeordnet wird. Ab 15.
Oktober wird der Unterricht für die oberen Jahrgänge wieder
genehmigt. Ab 1. November wird eine zweite Lehrkraft, Fräulein Overbeck aus Berge,
eingesetzt, so dass jetzt für alle Jahrgänge eine normale
Stundenzahl möglich ist. Die Schule besuchen 194 Kinder.
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1946 - Seit dem 1.6.1946
ist Hindrik Smoor
aus
Warsingfehn, Schulleiter der
Volksschule Bakelde. Der Unterricht normalisiert sich, als am 1.
November Lehrer Sturzenegger,
Ostvertriebener aus Straupitz, eingestellt wird. Die Schülerzahl
verringert sich vor allem durch die Wiedereinführung
der
Bekenntnisschule von 195 auf 182 Schüler. Bis auf
Geschichte
werden wieder alle Fächer unterrichtet. Englisch wird als
freiwillige Fremdsprache eingeführt. Etwa 20 Kinder nehmen daran
teil.
1947 -
Zu Beginn des Jahres wird die Schulkinderspeisung
eingeführt, an der etwa ein Drittel der Schüler teilnehmen.
Schwierigkeiten im Unterricht bereitet das Fehlen von Schulbüchern und
Schreibmaterialien. Die Instandsetzung der Schule und der Wohnung ist
wegen fehlender Materialien fast unmöglich. Dies ändert sich
erst nach der Währungsreform am 20. Juni 1948.
Durch einen tragischen
Unglücksfall stirbt ein Schüler aus dem 7. Jahrgang
beim Hantieren mit einer gefundenen Sprengpatrone.
1949 - Durch die Verlängerung der Schulpflicht
auf 8 1/2 Jahre werden Ostern 1949 keine Kinder entlassen, so dass die
Schülerzahl auf 218 steigt. Die neu eingerichtete 4. Lehrerstelle wird am 3. Mai Herrn
Kowalewski
aus Ostpreußen übertragen. Somit werden jetzt 5 Klassen von
4 Lehrkräften in 3 Klasenräumen am Vormittag und am
Nachmittag unterrichtet.
Herr Smoor wird am 1.
Oktober zum Hauptlehrer
ernannt. Im Dezember findet ein Austausch
von Lehrkräften statt: Frau Ries wechselt zur E.M.
Arendt-Schule, Herr Henrichs
von dort zur Schule Bakelde.
Ein besonderer Höhepunkt im Schulleben dieses Jahres ist ein dreitägiger Ausflug der beiden
letzten Jahrgänge zum Nordseebad Juist, im folgenden Jahr an die
Weser. Der 5. und 6. Jahrgang unternimmt eine ganztägige Fahrt zum
Hermannsdenkmal und zu den Externsteinen. Auch in den folgenden Jahren
werden regelmäßig mehrtägige Wanderfahrten und
Tagesausflüge zu unterschiedlichen Zielen unternommen.
Im Mittelpunkt der
diesjährigen Weihnachtsfeier
steht ein einfaches Christgeburtsspiel, das auch vor der Elternschaft
aufgeführt wird.
Zur Behebung
baulicher Mängel stellt die Stadt Mittel zur
Verfügung. Klassenräume und Flure erhalten einen neuen
Anstrich. Mit Ablauf des Schuljahres wird die Schulkinderspeisung Ostern
1950 eingestellt.
1950 -
Bemerkenswert ist die Abwanderung der Flüchtlingskinder in die
Stadt, besonders in die Blanke. Allmählich setzt ein
langsames aber stetiges Absinken der
Gesmtschülerschaft ein. Die starken Vorkriegs- und
Kriegsjahrgänge werden entlassen, während die die schwachen
Nachkriegsjahrgänge eingeschult werden. Durch Zuzug von
auswärts bleibt die Gesamtkinderzahl zunächst noch stabil.
Ein kleines Wagnis ist Weihnachten eine Krippenspiel-Aufführung vor der
Elternschaft.Trotz mancher Unzulänglichkeiten sind Elternschaft
und Schule mit den Leistungen der Kinder vollauf zufrieden.
1952 -
Für den Lehrer Günter
Henrichs, der hier im August 1951 seine 2. Lehrerprüfung
bestand, wird Herr Jansson,
gebürtiger Danziger und Spätheimkehrer aus russischer
Kriegsgefangenschaft, in die 4. Stelle
eingewiesen.
1954 -
Bezüglich der Erweiterung der
Schule gibt es seit 1952 vielfältige Diskussionen in der
Stadtverwaltung und im Schulausschuss. Dagegen sprechen der absehbare
Rückgang der Schülerzahlen, und der Plan, auf der Stadtflur
eine neue Schule zu bauen. Schließlich erfolgt nur der
Anbau eines Seitenflügels mit dem 4.
Klassenraum und einem Lehrmittelzimmer, der Toiletten und notwendiger Kellerräume. Auf eine
Lehrerwohnung im Dachgeschoss und auf den vorgesehenen Gruppenraum wird
verzichtet. Im Juni wird der
Erweiterungsbau seiner Bestimmung übergeben (GN, 2.6.1954).
Nach Ablegung der 2. Lehrerprüfung wird Lehrer Jansson zur Teilnahme an
einer heilpädagogischen Ausbildung in Hannover beurlaubt. In
Vertretung unterrichtet im 1. Vierteljahr des neuen Schuljahres der
Lehrer i.R. Durschlag.
Dann wird die 4. Lehrerstelle eingezogen und es können nur noch drei Klassen gebildet
werden. Der älteste Klassenraum (von 1856) wird als Turnraum
eingerichtet. Er dient auch als Feierraum und für Elternabenden.
Nach seiner heilpädagogischen Ausbildung wird Herr Jansson der
Hilfsschule Ost eingesetzt.
Endlich wird auch die Dienstwohnung
des Hauptlehrers gründlich instandgesetzt bzw. umgebaut,
nachdem vorher bereits zweimal ein Neubau öffentlch ausgeschrieben
worden war. Der Vorderteil des alten Hauses wird abgerissen, so dass
das Stallgebäude jetzt getrennt vom Wohnhaus steht; dagegen nimmt
das Dachgeschoss, das vorher nicht ausgebaut war, vier
Kinderschlafzimmer auf. Außerdem erhält die Wohnung ein
Badezimmer und eine Hauswasserleitung. Die Familie wohnt während
der drie Monate des Umbaus in einem Klassenraum der Schule. Der Einzug
in die neu hergerichtete Wohnung erfolgt am 15. November 1954.
1956 -
Anläßlich der 100.
Wiederkehr des Schulbaus der Bakelder Schule im Jahre 1856
veranstaltet die Schule einen "Buren- Proatoavend", bei dem
Aufzeichnungen aus der Schulchronik aus dieser Zeit von der
Abschlussklasse dargeboten werden. Es werden drei Veranstaltungen
durchgeführt, die dritte im Saal der Gaststätte
Harmsen-Rammelkamp, die von etwa 500 Gästen besucht werden. Die GN
berichten ausführlich hierüber.
1957 -
Die Schülerzahl ist auf
97 abgesunken. Lehrer Sturzenegger tritt in den Ruhestand, stellt sich aber ein
weiteres Jahr freiwillig der Schule zur Verfügung.
1958 -
Mit Schluss des Schuljahres nehmen die beiden Lehrer Gottfried Sturzenegger und Walter Kowalewski aus dem
aktiven Schulleben Abschied.
Fast die ganze Gemeinde nimmt an einer schlichten, eindruckvollen Feier
im Saale Harmsen- Rammelkamp teil. Nachfolger
werden Frau Helga Elvert
und Herr Günter Elvert,
Absolventen der Pädagogischen Hochschule Osnabrück. Die 93
Schüler werden in 4 Klassen unterrichtet, so dass bei niedrigen
Klassenfrequenzen günstige unterrichtliche Verhältnisse
bestehen.
Der jährliche Lehrausflug erfolgt
in diesem Jahr als Radwanderung
nach Uelsen mit einem Aufenthalt im Zeltlager mit weiteren
Ausflügen in die nähere Heimat und das holländische
Grenzgebiet, aber auch zum Baden in das benachbarte Waldbad.
In der Bauerschaft Bakelde entsteht eine Gedenkstätte, die die Bewohner
ihren Gefallenen und Vermißten der beiden Weltkriege errichtet
haben. Das Denkmal wird am dritten Adventssonntag feierlch
enthüllt (GN, 13. und 15.12.1958).
1961 - Das
Schuljahr 1961/62 verläuft durch häufigen
Lehrerwechsel sehr unruhig: Am 1. Juni geht Lehrer Elvert zur weiteren
Ausbildung an die Gehörlosenschule nach Bielefeld. Im Oktober wird
Frau Elvert nach
Lintorf bei Bad Essen versetzt. Nach kurzer Vertretungszeit erhält
Frau Metzig von der
PH Braunschweig die freie Lehrerstelle übertragen. Frau Gerdes von der Altendorfer
Schule kommt im Dezember an die Schule. Die Kinderzahl sinkt weiter auf
83, so tief wie noch nie. Die Schüler besuchen nach Klasse 8 dias 9. Schuljahr in der Altendorfer
Schule.
1965 - Von den 96
Schülern der Schule besuchen 60 die Grundschule. Dadurch wird die Zusammenfassung aller
Oberstufenschüler im Sachunterricht, in Ev. Unterweisung
und in den musischen Fächern erforderlich. Nach dem Weggang von
Frau Gerdes nach
Hannover wird der Schule die Lehrerin z.A. Frl. Wiese zugewiesen. Der
Schule stehen jetzt Behelfsräume für Gymnastik, Werken und
Textilarbeit (in der Schulleiterwohnung, die jetzt vom Rektor der
Blanke-Schule bewohnt wird) zur Verfügung. Der Schulgarten muss
den Erfordernissen des Sportunterrichts weichen und soll besonders
für Ballspiele benutzt werden.
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1966 - Ostern 1966 wird Hauptlehrer Smoor Rektor der
Altendorfer Schule. In einer Gesamtelternversammlung
beschließen
die Eltern mit großer Mehrheit, dass das 5. bis 8. Schuljahr zur Altendorfer Schule überwechselt.
Schulrat Kollmann
hatte zuvor die größeren Chancen durch den Unterricht in
Jahrgangsklassen und in der Förderstufe aufgezeigt. Es verbleiben nur noch 63 Schüler in der
Bakeder Schule, die zu zwei Schuljahren zusammengefasst und von zwei
Lehrkräften (Frau Alferink,
Frl. Wiese)
unterrichtet werden. Ein Klassenraum bleibt ungenutzt. "In Bakelde
stehen 2 moderne Klassenräume in paradisischer Umgebung leer" (Aussage von Schulrat Kollmann,
Grafschafter Tagesspiegel,
3.5.1966).
Auf Beschluss des Landes Niedersachsen wird der Schuljahrsbeginn ab 1967 auf den 1.
August verlegt. Deshalb durchlaufen die Schüler vorher vom April
1966 bis Juli 1967 zwei Kurzschuljahre,
mit Versetzung im Dezember 1966, jedoch ohne Einschulung von
Schulanfängern.
Da in der Altendorfer Schule Raumnot herrscht, in der Bakelder
Schule ein Klassenraum frei steht, macht Rektor Smoor den Vorschlag,
die Bakelder Schule zur
vollausgebauten Grundschule umzuwandeln und mit Schülern
der Altendorfer Schule aufzufüllen. Dies betrifft die in der
Stadtflur und der Oorde wohnenden Kinder. Da die Bewohner aus der
Stadtflur jedoch
seit Jahren eine eigene Schule anstrebten, stößt der
Vorschlag auf heftigen Widerstand bei den Eltern (GN, 22.5.1966). Als
die Umschulung am
1. Dezember 1966 schließlich durchgeführt wird,
entschließen sich die Eltern zu einem Warnstreik (GN, 21.11. und
6.12.1966).
Allmählich beruhigen sich die Eltern jedoch und der Unterricht
kann in vier Jahrgangsklassen beginnen. Frl. Kröning wird von der
Altendorfer Schule abgeordnet. Die Stadtflurkinder werden mit Bussen
zur Schule gebracht. Die Schülerzahlen setzen sich nach dem 1. 12.
1966 in den vier Klassen wie folgt zusammen:
Klasse
|
Schüler
von der Bakelder Schule
|
Schüler
von der Altendorfer Schule
|
insgesamt
|
1
|
-
|
-
|
Keine
Einschulung
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2a
|
19
|
13
|
32
|
2b
|
-
|
30
|
30
|
3
|
12
|
23
|
35
|
4
|
17
|
keine
Umschulung
|
17
|
Gesamt
|
48
|
66
|
114
|
1967 -
Im April 1967 wird Lehrer Werner
Holst Schulleiter der Schule
Bakelde.Gleichzeitig kehrt Frl. Kröming zur
Altendorfer Schule zurück und bleibt nur mit einzelnen Stunden
für Förderunterricht bis zu den Sommerferien an der Schule.
Der 52-jährige Pädagoge Werner Holst hat einen abwechslungsreichen, interessanten Berufsweg
hinter sich, den Schulrat Kollmann
bei der Einführung des Schulleiters darstellt: Als Sohn eines
Kapellmeisters in Kiel geboren, absolvierte Holst nach der
Reifeprüfung am Humanistischen Gymnasium Kiel zuerst eine
kaufmännische Lehre. Das Pädagogische Studium war für
ihn damals noch nicht möglich, weil die Nationalsozialisten seinen
Vater aus dessen Amt entfernt hatten. Später studierte Holst Musik. Während
der Militärzeit von 1939 bis 1945 bekam er Urlaub für ein
weiteres Semester, das er an der Staatlichen Hochschule für
Musikerziehung und Kirchenmusik in Berlin-Charlottenburg studierte.
1946 nahm er sein ursprüngliches Berufsziel , Lehrer zu werden,
wieder auf. Die Erste Lehrerprüfung legte er 1948 in Lübeck
ab, die Zweite folgte 1953. Danach wirkte Holst bis zum Jahre 1962 an
verschiedenen Schulen in Schleswig-Holstein. Schon 1959 hatte es den
vielseitig interessierten Pädagogen zu einer Studienreise nach
Kanada gezogen. Im Mai 1962 verließ er Deutschland für fast
drei Jahre. Er studierte am College in Winnipeg und unterrichtete
danach in Frasa Valley als Privatlehrer in Musik und Deutsch. In
Nordhorn folgten der erste Station in der Blanke die
Freiherr-vom-Stein-Realschule und jetzt die Schule in Bakelde.
Nach einer anfänglich ablehnenden Haltung einzelner Eltern
gegen den neuen Schulleiter gedeiht die Arbeit unter einem freundlchen
Schulklima. Ein Teil der einst aufgebrachten Eltern gelangt sogar zu
der Einsicht, dass die Bakelder Schule in ihrer ruhigen, vom
Stadtlärm abgeschiedenen Lage für das Gedeihen des Kindes
förderlicher sei als manche Schule im Stadtinnern. Diese Ruhe wird
jedoch in zunehmenden Maße durch den Fluglärm der in dem
Gebiet abgehaltenen Übungen der Nato-Verbände
beeinträchtigt, und es kommt wiederholt zu Protesten der Schulen
und der Bevölkerung.
Frau Alferink, geb Melzig,
seit 1961 an der Schule und nach der Versetung von Herrn Smoor vorübergehend
mit der Wahrnehmung der Schulleitergeschafte beauftragt, wird zu Beginn
des Schuljahres 1967/68 aus familiären Gründen an die Neue
Bookholter Schule (jetzt: Roggenkampschule) versetzt. Ihre Stelle übernimmt
Frl. Höper,
Absolventin der PH Alfeld.
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1969 - Zum 1. Februar 1969 wird
Frl. Höper auf
eigenen Wunsch nach Osnabrück versetzt.
An ihre Stelle tritt zunächst Frau Reinink und ab 23.4.1969
Frl. Stähle von
der Frensdorfer Schule, die für die Zeit ihres
Mutterschaftsurlaubs vom 1.6. bis 23.9. durch Frau Drocht vertreten wird.
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1970 - Mit Ablauf des Schuljahres
1969/70 wird die Grundschule
Bakelde aufgelöst.
Die
Schüler werden in die neu errichtete Stadtflurschule am Immenweg
und einzelne Schüler aus dem Nahbereich dieser Schule in
die Altendorfer Schule umgeschult. Frl. Wiese geht ebenfalls zur
Stadtflurschule, Frl. Stähle
findet eine Schulstelle in ihrem Heimatkreis Meppen und der Schulleiter
Holst
tritt für die Dauer eines Jahres einen Studienurlaub an. Im
Schulgebäude wird nach Umbaumaßnahmen das Technische Hilfswerk
untergebracht.
Berichte über
Klassentreffen
2009 - 55
Jahre nach
ihrer Entlassung aus der Volksschule
Bakelde treffen sich die ehemaligen Schüler des Jahrgangs 1954
wieder. Luise Stevens, Hendrika Hoesmann, Gert Boermann
und August
Koch haben
das Treffen organisiert. Zunächst geht es in die Alter Weberei
zur Besichtigung des Textilmuseums der drei großen ehemaligen
Textilfirmen in Nordhorn. Danach wird dort im Brauhaus ausgiebig
Kaffee getrunken. Anschließend unternehmen die Ehemaligen eine
Bootsfahrt durch die Nordhorner Innenstadt. Am Abend folgt zum
Ausklang ein gemeinsames Abendessen im "Kupferkrug". Die
weiteste Anfahrt hatte ein Teilnehmer aus Florida, der dem
Wiedersehen erstmals nach 55 Jahren beiwohnte. Zur Freude der
ehemaligen Mitschüler hatte sich auch noch ihr damaliger Lehrer Günter Henrichs eingefunden
(GN, 24.6.2009).
2010
- Am Tage genau nach 60 Jahren der Schulentlassung trafen sich
25 (von 35) ehemaligen Schülern der Bakelder Volksschule. Die
Gruppe trifft sich bereits seit einiger Zeit alle zweieinhalb Jahren
(GN, 30.3.2010).
17
Schüler wurden am 9. März 1955 aus der Bakelder Schule
entlassen und trafen sich zum 55.
Jubiläum.
Zwei waren verhindert, fünf sind zwischenzeitlich verstorben.
Der Großteil der Klassenmitglieder ist in der Grafschaft
geblieben
(GN, 24.4.2010).
2012 - Erinnerungen an
die Bakelder Schule
Vor 60 Jahren wurden sie aus der Bakelder Schule entlassen. Jetzt
trafen sich 15 ehemalige Schüler wieder. Nach dem Kaffeetrinken
folgte eine Planwagenfahrt. Es ging auf den alten Schulwegen an der
Bakelder Schule, am Schulgarten und der Lehrerwohnung vorbei. Im Hotel
Rammelkamp wurde die Schulzeit wieder lebendig und der zehn
verstorbenen Mitschüler gedacht. Auch die Lehrer H. Smoor, G. Stuzenbegger, W. Kowawelski und E. Ries/ Pallmann sind noch
nicht vergessen. An den noch lebenden Lehrer G. Henrichs wurde ein
besonderer Gruß gesandt. (GN, 29.3.2012).
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Quellen:
-
Schulchronik der Volksschule Bakelde von 1894
bis 1970, ausgeliehen von Herrn Plasger, Nordhorn
Die Ereignisse an der Bakelder Schule sind ausführlich
dargestellt. Es werden auch alle hier unterrichtenden Lehrer namentlich
erwähnt.
-
Hendrik Smoor, Auszüge
aus der Schulchronik der
Volksschule Bakelde, Mai 1962
- Protokollaussagen des
Kirchenrates Nordhorn,
von Gerhard Plasger zur Verfügung gestellt, Daten im Text
angegeben
-
Aussagen aus det örtlichen Presse
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Anlage
zum Bericht von Herrn Smoor,1962
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