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Grafschafter Schulgeschichte

Schöltien 

Wielen

Schule Hesepe 

1960

Gymnasium

Nordhorn 1960

Alte Schule Lage 

1691 - 1960

Schule Achterberg

ca. 1935

Schule Wilsum 

um 1900

Kirchschule Schüttorf um 1900

Einzelbericht zur Grafschafter Schulgeschichte
"Nur der liebe Gott darf mich wecken"
Kunstwettbewerb zu "Oskar und die Dame in Rosa"

Bericht von Thomas Kriegisch in den GN vom 7.4.2010

Das Thema dieses Kunstwettbewerbs für Grafschafter Schüler hatte es in sich: Der Umgang mit dem Sterben und dem Tod ist ein schwieriger und nach wie vor für viele ein Tabu, besonders wenn es um Tod und Trauer von Kindern geht. Dennoch war die Beteiligung an dem Wettbewerb der Hospizhilfe Grafschaft Bentheim groß – und die eingereichten Arbeiten sind beeindruckend. Bei der Bewertung der Beiträge des Kunstwettbewerbs zum Buch „Oskar und die Dame in Rosa“ hatte die Jury gestern in der Stadtbibliothek die Qual der Wahl.

Denn bildnerisch überaus phantasievoll und mit inhaltlichem Tiefgang hatten sich die beteiligten Schülerinnen und Schüler von der vierten Grundschulklasse bis zur Sekundarstufe II an die Arbeit gemacht und das Thema „Tod und Trauer bei Kindern“ in 91 Bildern, Collagen und Objekten umgesetzt. Dabei freuten sich gestern die Jurymitglieder Holger Vos, Vorstandsmitglied der Hospizhilfe, und Organisator Gerhard Naber von der Grafschafter Arbeitsstelle Religionspädagogik (GAR) vor allem über die unerwartet große Beteiligung: „Diese Resonanz stellt uns mehr als zufrieden. Damit hatten wir angesichts der vielen Malwettbewerbe, die derzeit angeboten werden, nicht gerechnet.“ Und: Damit seien auch alle Skeptiker widerlegt worden, die diesem schwierigen Thema anfangs kaum Chancen bei Schülern geben wollten.
Neben Vos und Naber gehörten auch Karin Heidinger-Pena, Leiterin der Kunstschule der Städtischen Galerie Nordhorn, der pensionierte Nordhorner Kunstpädagoge und freischaffende Künstler Erich Begalke sowie GN-Redakteur Thomas Kriegisch der Jury an. Als herausragend bewertete Begalke die eingereichten Werke: „Da sind qualitativ gute und sehr engagierte Arbeiten dabei.“
Der Kunstwettbewerb ist Teil der Aktion „Die Grafschaft liest ein Buch“, die von der Hospizhilfe, GAR und der Kreuzkirchengemeinde veranstaltet wird. Das Buch, das ist der Roman „Oskar und die Dame in Rosa“ von Eric-Emmanuel Schmitt. Durch Lesungen, ein Theaterstück und spezielle Unterrichtseinheiten soll das Thema „Tod und Trauer bei Kindern“ damit aufgearbeitet werden. Auch für die Wettbewerbsbeiträge der Grafschafter Schüler bildete das Buch „Oskar und die Dame in Rosa“ die Ausgangslage. Eric-Emmanuel Schmitt erzählt darin die Geschichte des zehnjährigen Oskar, der unheilbar an Krebs erkrankt ist und im Krankenhaus liegt. Oskar weiß, dass er sterben wird, doch seine Eltern und der Arzt scheuen sich, ihm die Wahrheit zu sagen. Sie trauen sich nicht, mit Oskar über seinen Tod zu sprechen. Nur eine Betreuerin, die „Dame in Rosa“, stellt sich Oskars Fragen. Das Buch drückt so auf verständliche, oftmals sogar humorvolle Weise aus, was Dr. Karl-Heinz Meier, Vorsitzender der Hospizhilfe, unlängst so formulierte: „Wenn ein Kind im Sterben liegt, können die Erwachsenen mit der Situation oftmals nicht umgehen. Sie verschweigen dem Kind die Wahrheit und die Kinder leiden unter den unbeantworteten Fragen.“
Angesprochen waren mit dem Wettbewerb Schulen, die die Thematik in den Mittelpunkt ihres Kunst- oder Religionsunterrichts stellen wollten. Alle Grafschafter Schulen konnten sich beteiligen. Stark engagiert waren im Wettbewerb dann die Realschule Schüttorf, das Gymnasium Nordhorn, die Pestalozzi-Grundschule sowie Klassen aus dem Sek-II-Bereich der Berufsbildenden Schulen in Nordhorn. Im Kunst- und Religionsunterricht hatten sich die Schüler zusammen mit ihren Lehrern mit der Thematik des Buches beschäftigt und ihre Ideen anschließend in Bilder und Objekte umgesetzt. Die Schüler aller Jahrgangsstufen malten zu Szenen aus dem Buch, bauten Oskars Zimmer im Krankenhaus nach oder stellten einzelne Ereignisse der Geschichte mit selbst gebastelten Figuren dar. „Briefe an Gott“, „Nur der liebe Gott darf mich wecken“, „Lebensaufzug“, „Jeder stirbt für sich“ oder „Ist das Realität?“ waren Titel einiger Arbeiten.
Zu vergeben waren von der Jury gestern Geld- und Sachpreise in den drei Kategorien Klassen 4 bis 6, Klassen 7 und 8 sowie Sekundarstufe II. Heute, 7. April, werden um 19 Uhr in der Stadtbibliothek die Preise im Rahmen einer Feier überreicht. Alle Arbeiten sind dann in der Bücherei bis zum 22. April ausgestellt.