Grafschafter Schulgeschichte

Schöltien 

Wielen

Schule Hesepe 

1960

Gymnasium

Nordhorn 1960

Alte Schule Lage 

1691 - 1960

Schule Achterberg

ca. 1935

Schule Wilsum 

um 1900

Kirchschule Schüttorf um 1900

Einzelbericht
Kinderakademie im Kloster Frenswegen

Das Niedersächsische Kultusministerium, die Landesschulbehörde und die Stiftung Kloster Frenswegen in Nordhorn riefen gemeinsam im Rahmen der Begabtenförderung eine Kinderakademie ins Leben. Die Federführung erfolgte durch Schulrat Udo Tiemann, Außenstelle Nordhorn der Landesschulbehörde.
An dieser Kinderakademie konnten nach 240 Anmeldungen aus Platzgründen nur 61 hochbegabte Viert- bis Sechsklässler aus Grundschulen und Gymnasien aus der gesamten Grafschaft Bentheim an verschiedenen Workshops unter dem Motto "Spuren - Zeichen - Wege" teilnehmen. Dabei sollten vor allem die Kompetenzen der Kinder im selbstständigen Wissenserwerb und in der Verarbeitung und der Verknüpfung von Wissen verbessert werden. Ergänzt wurde das Angebot durch einen Rahmen-Workshop, der gemeinschaftliches Lernen  und Erleben im Kloster ermöglichen sollte.
Akademieleiterinnen waren die Kloster-Geschäftsführerin Uta Tettenborn sowie die beiden Lehrerinnen Silvia Pünt-Kohoff und Dorothea Würdemann. Die Kinder arbeiteten unter fachkundiger Anleitung an drei Tagen in fünf unterschiedlichen Workshops:

- In der Schreibwerkstatt schöpfen die Kinder selbst Papier und gestalten ein eigenes kleines Buch.

- In der Dichterwerkstatt zeigt ihnen ein erfahrener Poet, was die Kunst des Dichtens ausmacht und wie man mit Sprache 
   spielen kann.
- In der
Astronomischen Werkstatt tauchen die Kinder in die Faszination des Weltalls ein und lernen Sonnensystem und
   Planeten kennen.
- In der
Werkstatt Kunst dürfen die jungen Teilnehmer eigene Skulpturen gestalten.
- In der
Werkstatt Archäologie werden gemeinsam Spuren vergangener Jahrhunderte im Umfeld des Klosters gesucht und
   ausgewertet.

Die Ergebnisse ihrer Arbeiten stellen die Kinder zusammen mit ihren Lehrmeistern zum Abschluss der Kinderakademie vor:
"Die sprachbegabten und überaus originellen jungen Poeten aus der Dichter- und Schreibwerkstatt erstaunten dabei mit selbstgeschriebenen Texten für einen Poetry Slam. Auf einen phantasievollen und lehrreichen "Planetenweg" luden die kleinen Astronomen  in den Kreuzgang ein. Sie hatten unter anderen die Sternwarte in Neuenhaus besucht und echtes Mondgestein oder Kometenteilchen gesehen. Und die Archäologen zeigten im Außenbereich Lesefunde, die sie mit Kelle und Spaten im Grabungsbereich für den Erweiterungsbau am ehemaligen Novizengebäude entdeckt und wie die Profis registriert hatten, sowie aus Ton gefertigte Eiszeittiere, zu denen sie beim Besuch des Archäologischen Museums in Meppen inspiriert worden waren." (GN, 10.5.2010).
Landrat Friedrich Kethorn äußerte in seinem Grußwort, dass die bestmögliche Förderung aller Kinder und Jugendlicher ein großes Anliegen des Landkreises sei. Dazu gehöre neben der Förderung und Unterstützung leistungsschwächerer Schüler auch die Förderung besonders begabter und motivierter junger Menschen.
Die Finanzierung in Höhe von 10.000 Euro erfolgte durch die Grafschafter Sparkassenstuftung, die NVB, die "Freunde und Förderer der Stiftung Kloster Frenswegen", den Landkreis sowie das Niedersächsischen Kultusministerium, das auch die Schirmherrschaft hatte. (Quellen: GN, 4. und 10.5.; GW, 12. und 19.5.2010).

Zweite Kinderakademie 2011

Die zweite Kinderakademie des Landes Niederschsen läuft von Donnerstag,de, 16. Juni, bis Samstag, dem18. Juni im Kloster Frenswegenin Kooperationmit dem KultusministeriumNiedersachsen und der Landesschulbehörde. Das innovative Projekt  Kinderakademie für hochbegabteKinder wird vonder Grafschafter Sparkassenstiftung im Rahmenihrer Jugendförderung mit 3000 Euro gefördert (GN, 20.5.2011).

Es folgt ein Bericht über die zweite Kinderakademie aus den Grafchafter Nachrichten:

93 Grafschafter Kinder „wollen es wissen“

Zum zweiten Mal stillen begabte Schüler ihren Wissensdurst in der „Kinder-Akademie“

93 begabte Schüler aus der gesamten Grafschaft sind zur „2. Kinder-Akademie“ ins Kloster Frenswegen gekommen. Drei Tage lang arbeiteten die kleinen Forscher in sieben Themenworkshops. Ihre Ergebnisse präsentierten die Vier- bis Sechstklässler Vertretern der Stadtverwaltung, der Landesschulbehörde und ihrer Schulen am Sonnabendnachmittag.


Von Judith Tolomello  in GN am 21.Juni 2011
"Wieder einmal überzeugte das Erfolgsmodell „Kinder-Akademie“. Aufgeregte Mädchen und Jungen bevölkerten am Sonnabend die Flure des Klosters. Mit ihren gesammelten Schätzen unter den Armen berichteten sie ihren Eltern vom ereignis- und lehrreichen Wochenende an der Akademie. Doch auch die Betreuer hatten nach den drei Tagen viel zu erzählen.

„Ich bin positiv überrascht, was man Kindern in dem Alter schon über Architektur und Baugeschichte beibringen kann“, erklärte Dr. Christoph Uricher, Leiter der Bauaufsichts- und Denkmalschutzbehörde der Stadt Nordhorn, begeistert. Gemeinsam mit Lehrkräften und Fachleuten anderer Themengebiete begleitete er am Wochenende die Akademie, die im Rahmen der Begabtenförderung vom Niedersächsischen Kultusministerium und der Landesschulbehörde mit der Stiftung Kloster Frenswegen 2010 ins Leben gerufen worden war.

Die Grafschafter Kinder waren bereits am Donnerstag ins Kloster gekommen, um dort auf eine spannende Wissensreise zu gehen. Dass sowohl Schüler der Klassen 4. als auch der 5. und 6. Klassen an der Veranstaltung teilnehmen können, macht die „Kinder-Akademie“ so außergewöhnlich. Bereits an der Schnittstelle zwischen Grundschule und Gymnasium soll das Projekt ansetzen, das ist das Ziel von Regierungsschuldirektor und Initiator Udo Tiemann.

Unter dem Motto „Räume – Träume“ teilte sich die Akademie der besonderen Art auch dieses Mal wieder in verschiedene Workshops mit unterschiedlichsten Themenschwerpunkten auf. Waren es 2010 nur drei, so bot sich den Kindern mit sieben Workshops bei der zweiten Akademie eine Vielzahl an Wahlmöglichkeiten:

• Im „Sprachraum“, der Poetry-Slamwerkstatt, schickten Björn Högsdal und Dr. Thomas Füser ihre Schützlinge auf einen poetischen Spaziergang quer über das Klostergelände. Die entstandenen Texte gaben die Mädchen und Jungen am Freitagabend bei einen eigenen Poetry-Slam und bei der Abschlussfeier am Samstag zum Besten.

„Lebensraum“ entdecken und erforschen, das durften die Teilnehmer der Architekturwerkstatt. Mit Christoph Uricher und Johanna Baldehaar erkundeten sie Dachstuhl und Wendeltreppe. „Besonders toll fand ich, dass wir dorthin durften, wo sonst keiner hin darf“, erklärte Viertklässlerin Hannah, die mit ihrer Gruppe ein Modell der Wendeltreppe nachgebaut hatte.

• In der Chemiewerkstatt im „Forschungsraum“ des Heuerhauses bastelten sie Atom- und DNA-Modelle aus Süßigkeiten. Besonders spannend wurde es für die kleinen Forscher, als sie einen Kriminalfall lösen sollten.

• Aufregend ging es auch in der Astronomiewerkstatt zu. Im „Weltraum“ lernten die Schüler vieles über Sternenbilder und das Weltall. Wie leicht sich Ufo-Bilder fälschen lassen, zeigte sich schnell bei ersten Selbstversuchen der Kinder.

• In der Fotographiewerkstatt bauten die Mädchen und Jungen eine eigene Dunkelkammer auf. Mit selbst gebauten Fotokisten lernten sie beim „Lichtraum“, dass Bilder auch ganz ohne Technologie und PC entstehen können.

• Im „Kunstraum“ entstanden viele kleine Kunstwerke aus Ton. Völlig frei von Vorgaben lebten die Teilnehmer der Kunstwerkstatt ihre Kreativität aus. Für Betreuerin Jutta Klose war dabei wichtig, viel Freiraum für die Entfaltung von eigenen Ideen zu lassen.

• Der Geschichte des Klosters und der Mönche im Mittelalter gingen die Akademiebesucher im „Zeitraum“ nach. Auch alte Kunstformen und Handwerkstechniken lernten die kleinen Historiker kennen und fertigten im Workshop ein selbstgestaltetes Kirchenfenster, das sie bei der Abschlussfeier präsentierten.

Uta Tettenborn, Geschäftsführerin der Stiftung Kloster Frenswegen und Teil der Akademieleitung, zeigte sich äußerst zufrieden. Gemeinsam mit den beiden anderen Leiterinnen Silvia Pünt-Kohoff und Dorothea Würdemann erlebte Tettenborn die Kinder stets als neugierig und wissensbegierig – ganz nach dem Motto: „Wir wollen’s wissen“.