Das
Niedersächsische Kultusministerium, die Landesschulbehörde
und die Stiftung Kloster Frenswegen in Nordhorn riefen gemeinsam im
Rahmen der Begabtenförderung eine Kinderakademie
ins Leben. Die Federführung erfolgte durch Schulrat Udo Tiemann,
Außenstelle Nordhorn der Landesschulbehörde.
An dieser Kinderakademie konnten nach 240 Anmeldungen aus
Platzgründen nur 61 hochbegabte
Viert- bis Sechsklässler aus Grundschulen und Gymnasien aus
der gesamten Grafschaft Bentheim an verschiedenen Workshops unter dem
Motto "Spuren - Zeichen - Wege" teilnehmen. Dabei sollten vor allem die
Kompetenzen der Kinder im selbstständigen Wissenserwerb und in der
Verarbeitung und der Verknüpfung von Wissen verbessert werden.
Ergänzt wurde das Angebot durch einen Rahmen-Workshop, der
gemeinschaftliches Lernen und Erleben im Kloster ermöglichen
sollte.
Akademieleiterinnen
waren die Kloster-Geschäftsführerin Uta Tettenborn sowie die
beiden Lehrerinnen Silvia
Pünt-Kohoff und Dorothea
Würdemann. Die Kinder arbeiteten unter fachkundiger
Anleitung an drei Tagen in fünf unterschiedlichen Workshops:
- In
der Schreibwerkstatt schöpfen die Kinder selbst Papier
und gestalten ein eigenes kleines Buch.
- In
der Dichterwerkstatt
zeigt ihnen ein erfahrener Poet, was die Kunst des Dichtens ausmacht
und wie man mit Sprache
spielen kann.
- In der Astronomischen
Werkstatt
tauchen die Kinder in die Faszination des Weltalls ein und lernen
Sonnensystem und
Planeten kennen.
- In der Werkstatt
Kunst dürfen
die jungen Teilnehmer eigene Skulpturen gestalten.
- In der Werkstatt
Archäologie
werden gemeinsam Spuren vergangener Jahrhunderte im Umfeld des
Klosters gesucht und
ausgewertet.
Die Ergebnisse ihrer
Arbeiten stellen die Kinder zusammen mit ihren Lehrmeistern zum
Abschluss der Kinderakademie vor:
"Die sprachbegabten und überaus originellen jungen Poeten aus der
Dichter- und Schreibwerkstatt erstaunten dabei mit selbstgeschriebenen
Texten für einen Poetry Slam. Auf einen phantasievollen und
lehrreichen "Planetenweg" luden die kleinen Astronomen in den
Kreuzgang ein. Sie hatten unter anderen die Sternwarte in Neuenhaus
besucht und echtes Mondgestein oder Kometenteilchen gesehen. Und die
Archäologen zeigten im Außenbereich Lesefunde, die sie mit
Kelle und Spaten im Grabungsbereich für den Erweiterungsbau am
ehemaligen Novizengebäude entdeckt und wie die Profis registriert
hatten, sowie aus Ton gefertigte Eiszeittiere, zu denen sie beim Besuch
des Archäologischen Museums in Meppen inspiriert worden waren."
(GN, 10.5.2010).
Landrat Friedrich Kethorn
äußerte in seinem Grußwort,
dass die bestmögliche Förderung aller Kinder und Jugendlicher
ein großes Anliegen des Landkreises sei. Dazu gehöre neben
der Förderung und Unterstützung leistungsschwächerer
Schüler auch die Förderung besonders begabter und motivierter
junger Menschen.
Die Finanzierung in Höhe
von 10.000 Euro erfolgte durch die Grafschafter Sparkassenstuftung, die
NVB, die "Freunde und Förderer der Stiftung Kloster Frenswegen",
den Landkreis sowie das Niedersächsischen Kultusministerium, das
auch die Schirmherrschaft hatte. (Quellen: GN, 4. und 10.5.; GW, 12.
und 19.5.2010).
Zweite Kinderakademie 2011
Die
zweite Kinderakademie des Landes Niederschsen läuft von
Donnerstag,de, 16. Juni, bis Samstag, dem18. Juni im Kloster
Frenswegenin Kooperationmit dem KultusministeriumNiedersachsen und
der Landesschulbehörde. Das innovative Projekt
Kinderakademie für hochbegabteKinder wird vonder Grafschafter
Sparkassenstiftung im Rahmenihrer Jugendförderung mit 3000 Euro
gefördert (GN, 20.5.2011).
Es
folgt ein Bericht über die zweite Kinderakademie aus den
Grafchafter Nachrichten:
93 Grafschafter Kinder „wollen es wissen“
Zum zweiten Mal stillen begabte
Schüler ihren Wissensdurst in der „Kinder-Akademie“
93 begabte Schüler aus der gesamten Grafschaft sind
zur „2. Kinder-Akademie“ ins Kloster Frenswegen gekommen. Drei Tage
lang arbeiteten die kleinen Forscher in sieben Themenworkshops. Ihre
Ergebnisse präsentierten die Vier- bis Sechstklässler
Vertretern der Stadtverwaltung, der Landesschulbehörde und ihrer
Schulen am Sonnabendnachmittag.
Von
Judith Tolomello in GN am 21.Juni 2011
"Wieder einmal überzeugte das Erfolgsmodell
„Kinder-Akademie“. Aufgeregte Mädchen und Jungen
bevölkerten am Sonnabend die Flure des Klosters. Mit ihren
gesammelten Schätzen unter den Armen berichteten sie ihren Eltern
vom ereignis- und lehrreichen Wochenende an der Akademie. Doch auch die
Betreuer hatten nach den drei Tagen viel zu erzählen.
„Ich bin positiv überrascht, was man Kindern in dem
Alter schon über Architektur und Baugeschichte beibringen kann“,
erklärte Dr. Christoph Uricher, Leiter
der Bauaufsichts- und Denkmalschutzbehörde der Stadt Nordhorn,
begeistert. Gemeinsam mit Lehrkräften und Fachleuten anderer
Themengebiete begleitete er am Wochenende die Akademie, die im Rahmen
der Begabtenförderung vom Niedersächsischen Kultusministerium
und der Landesschulbehörde mit der Stiftung Kloster Frenswegen
2010 ins Leben gerufen worden war.
Die Grafschafter Kinder waren bereits am Donnerstag ins
Kloster gekommen, um dort auf eine spannende Wissensreise zu gehen.
Dass sowohl Schüler der Klassen 4. als auch der 5. und 6. Klassen
an der Veranstaltung teilnehmen können, macht die
„Kinder-Akademie“ so außergewöhnlich. Bereits an der
Schnittstelle zwischen Grundschule und Gymnasium soll das Projekt
ansetzen, das ist das Ziel von Regierungsschuldirektor und Initiator Udo Tiemann.
Unter dem Motto
„Räume – Träume“ teilte sich die Akademie der
besonderen Art auch dieses Mal wieder in verschiedene Workshops mit
unterschiedlichsten Themenschwerpunkten auf. Waren es 2010 nur drei, so
bot sich den Kindern mit sieben
Workshops bei der zweiten Akademie eine Vielzahl an
Wahlmöglichkeiten:
• Im „Sprachraum“,
der Poetry-Slamwerkstatt,
schickten Björn
Högsdal und Dr.
Thomas Füser ihre Schützlinge auf einen poetischen
Spaziergang quer über das Klostergelände. Die entstandenen
Texte gaben die Mädchen und Jungen am Freitagabend bei einen
eigenen Poetry-Slam und bei der Abschlussfeier am Samstag zum Besten.
• „Lebensraum“
entdecken und erforschen, das durften die Teilnehmer der
Architekturwerkstatt. Mit Christoph
Uricher und Johanna
Baldehaar erkundeten sie Dachstuhl und Wendeltreppe. „Besonders
toll fand ich, dass wir dorthin durften, wo sonst keiner hin darf“,
erklärte Viertklässlerin Hannah, die mit ihrer
Gruppe ein Modell der Wendeltreppe nachgebaut hatte.
• In der Chemiewerkstatt
im „Forschungsraum“ des Heuerhauses bastelten sie Atom- und
DNA-Modelle aus Süßigkeiten. Besonders spannend wurde es
für die kleinen Forscher, als sie einen Kriminalfall lösen
sollten.
• Aufregend ging es auch in der Astronomiewerkstatt zu. Im
„Weltraum“ lernten die Schüler vieles über Sternenbilder und
das Weltall. Wie leicht sich Ufo-Bilder fälschen lassen, zeigte
sich schnell bei ersten Selbstversuchen der Kinder.
• In der Fotographiewerkstatt
bauten die Mädchen und Jungen eine eigene Dunkelkammer auf. Mit
selbst gebauten Fotokisten lernten sie beim „Lichtraum“, dass Bilder
auch ganz ohne Technologie und PC entstehen können.
• Im „Kunstraum“
entstanden viele kleine Kunstwerke aus Ton. Völlig frei von
Vorgaben lebten die Teilnehmer der Kunstwerkstatt ihre Kreativität
aus. Für Betreuerin Jutta Klose war dabei wichtig, viel Freiraum
für die Entfaltung von eigenen Ideen zu lassen.
• Der Geschichte des
Klosters und der Mönche im Mittelalter gingen die
Akademiebesucher im „Zeitraum“ nach. Auch alte Kunstformen und
Handwerkstechniken lernten die kleinen Historiker kennen und fertigten
im Workshop ein selbstgestaltetes Kirchenfenster, das sie bei der
Abschlussfeier präsentierten.
Uta Tettenborn,
Geschäftsführerin
der Stiftung Kloster Frenswegen und Teil der Akademieleitung,
zeigte sich äußerst zufrieden. Gemeinsam mit den beiden
anderen Leiterinnen Silvia
Pünt-Kohoff und Dorothea
Würdemann erlebte Tettenborn
die Kinder stets als neugierig und wissensbegierig – ganz nach dem
Motto: „Wir wollen’s wissen“.
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