Grafschafter Schulgeschichte

Schöltien 

Wielen

Schule Hesepe 

1960

Gymnasium

Nordhorn 1960

Alte Schule Lage 

1691 - 1960

Schule Achterberg

ca. 1935

Schule Wilsum 

um 1900

Kirchschule Schüttorf um 1900

Aktuelles über Schulpolitik

Positionspapier GEW, VBE und Grundschulverband zu

inklusiven Ganztagsgrundschulen in Niedersachsen

Modell der Niedersächsischen Bildungsorganisationen
Pressemitteilung vom 27. September 2011

Die moderne Grundschule ist gekennzeichnet von demokratischen und inklusiven Struk-

turen. Sie öffnet sich pädagogisch der Verschiedenheit der Kinder, berücksichtigt in der

Förderung die individuellen Lebenssituationen und schafft so die Voraussetzungen für den

weiterführenden Schulbesuch.

Die heutige Grundschule ist geprägt von einer Umwandlung in die inklusive Ganztagsgrundschule.

Die inklusive Ganztagsgrundschule übernimmt die gesellschaftliche Verantwortung für

die Teilhabe aller Kinder am Grundschulunterricht

die Entwicklung neuer Lernkulturen

Ausgleich und Verringerung von sozialer Benachteiligung

die Unterstützung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf

die Teilhabe der Eltern

Um diese Verantwortung anzunehmen, benötigt die Ganztagsgrundschule ein pädagogisches

Konzept für die Bildung, Erziehung und Betreuung, das von einem multiprofessionellen

Team gemeinsam umgesetzt wird. Die Ganztagsgrundschule bietet Kindern Zeit für gemein-

sames und individuelles Lernen, für Aktivitäten und Entspannung, für Lernaufgaben und

selbst gewählte Tätigkeiten. Diese Zeit fordert einen Rhythmus, der sich an den Bedürfnis-

sen der Kinder und den jeweiligen Tätigkeiten orientiert.

Inklusive Ganztagsgrundschulen sind Schulen,

die allen Kindern an jedem Werktag ein unentgeltliches und durchgehend strukturier-

tes Angebot in der Schule bieten.

in denen Aktivitäten der Kinder am Vor- und am Nachmittag in einem konzeptionellen

Zusammenhang stehen.

bei denen erweiterte Bildungsangebote, individuelle Fördermaßnahmen und übendes

Lernen in die Konzeption eingebunden sind.

in denen die gemeinsame und individuelle Freizeitgestaltung der Kinder als Aufgabe

im Konzept enthalten ist.

in denen alle Kinder kostenlosen Zugang zu kulturellen Angeboten haben.

in denen an allen Schultagen ein kostenfreies Mittagessen angeboten wird.

in denen eine enge Verzahnung von Jugendhilfe und Schule gewährleistet ist.

bei denen die Organisation aller Angebote unter Aufsicht und Verantwortung der

Schule steht.

Dazu benötigen wir

die erforderlichen finanziellen, personellen und sächlichen Ressourcen,

gut ausgestattete Klassenräume und Fachräume sowie Gruppenräume für individuelle

Förderung, Spiel, Rückzug und Bewegung, Küche und Mensa für das gemeinsame

Mittagessen an jeder Schule

Arbeits- und Sozialräume für die Beschäftigten

pädagogisch gestaltete Innen- und Außenflächen

ausreichende Hygiene- und Sanitärräume

multiprofessionelle Teams, bestehend aus allgemein bildenden Lehrkräften,

sozialpädagogischen Fachkräften und Förderschullehrkräften für jede Schule

konzeptionelle Schulsozialarbeit an jeder Schule

pädagogisch ausgebildetes Stammpersonal in sicheren Arbeitsverhältnissen.

Außerschulische Kooperationen sind als Zusatzangebote zulässig.

Zu einer inklusiven Ganztagsgrundschule gehört die jahrgangsgemischte

Eingangsstufe.

Die Veränderung der Schuleingangsphase wird geleitet von dem Grundgedanken einer

Schule für alle Kinder, in der jedem Kind die individuell notwendige Zeit für seine Entwicklung

gewährleistet wird. Die Grundlehrgänge in Lesen / Schreiben und Rechnen können in 1 bis 3

Jahren durchlaufen werden. Kinder, die die Ziele dieser Lehrgänge nicht erreichen, werden

beim Aufrücken in die nächste Klassenstufe weiter gefördert, wie es ihren Entwicklungsmög-

lichkeiten entspricht.

Die Schule baut in enger Zusammenarbeit mit den Kindertagesstätten auf den Erfahrungen

auf, die die Kinder von dort mitbringen. Durch die Individualisierung des Unterrichts, die

Vielfalt und die kooperativen Strukturen, die eine jahrgangsgemischte Lerngruppe bietet,

unterstützt von multiprofessionellen Teams aus Lehrkräften und sozialpädagogischen Fach-

kräften, werden Möglichkeiten geschaffen, jedes Kind auf der Basis seines Entwicklungs-

standes sowohl in seiner Persönlichkeit als auch in seiner Lernentwicklung optimal zu

fördern.

Die jahrgangsgemischte Eingangsstufe in der inklusiven Ganztagsgrundschule

stellt kein Kind vom Schulbesuch zurück

fördert die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes

ermöglicht besondere individuelle Förderung für alle Kinder

ist anschlussfähig an die Jahrgänge 3 und 4

Dazu benötigen wir

die Bereitstellung von Ressourcen für individuelle Förderbedarfe

multiprofessionelle Teams, die für ihre gemeinsame Arbeit mit den Kindern die

notwendigen Ressourcen erhalten

Klassengrößen von bis zu 24 Schülerinnen und Schülern

Anschlussfähigkeit an die folgenden Jahrgänge,

Lernentwicklungsberichte für alle Kinder – keine Ziffernzeugnisse

das automatische Aufrücken aller Kinder bis zum Ende der Grundschulzeit – keine

Versetzung, kein Sitzenbleiben

Die inklusive Ganztagsgrundschule ist gekennzeichnet durch eine veränderte

Schulkultur.

Die inklusive Ganztagsgrundschule erzieht ihre Schüler nach demokratischen Grundsätzen.

Die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen beinhaltet das Miteinander- und Voneinan-

derlernen. Dazu gehört, dass Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und sozialpädagogische

Fachkräfte Verantwortung übernehmen für das Lernen wie für den respektvollen Umgang miteinander.

In dieser veränderten Schulkultur wird Inklusion erfahren und gelebt. Jedes Kind wird als

Persönlichkeit angenommen und von dem Lernstand abgeholt, an dem es sich gerade

befindet. Es erfährt im schulischen Alltag beim Lernprozess und seiner weiteren Persönlich-

keitsentwicklung die nötige Unterstützung.

Eine solche Schulkultur ist besonders wichtig, wenn die inklusive Ganztagsgrundschule auch

an „sozialen Brennpunkten“ gelingen soll. Bei der Ausstattung der Schulen müssen soziale

Faktoren im Stadtteil berücksichtigt werden. Brennpunktschulen benötigen eine Verstärkung

des Personals und der Mittel, um die Schule aufzuwerten und attraktiv für alle Kinder zu

machen. Sie benötigen ein breites Bildungsangebot neben dem klassischen Lernkanon.

Sinnstiftung, Persönlichkeitsentwicklung, kulturelle Angebote und Möglichkeiten der Selbst-

verantwortung und Mitverantwortung – Partizipation und Resilienz – haben hier einen be-

sonderen Wert.

Optimierung der Schulgröße

Die Weiterentwicklung der Grundschule zur inklusiven Ganztagsgrundschule stellt hohe

Anforderungen an die Qualität der pädagogischen Arbeit, die nur bei einer adäquaten Perso-

nalausstattung in multiprofessionellen Teams, die gemeinsam in einer Klasse arbeiten, und

bei einer Absenkung der Klassenobergrenzen möglich ist. Ohne zusätzliche Ressourcen

sind die hohen Erwartungen der Eltern an eine moderne Grundschule nicht zu erfüllen.

Zugleich bedarf es aber auch einer Optimierung der Schulgröße.

Den Anforderungen einer inklusiven Ganztagsgrundschule kann eine 2-zügige Schule

sicherlich entsprechen. In dicht besiedelten Regionen ist eine 2- und mehrzügige Grund-

schule eine sinnvolle Schulgröße. Die Dauer des Schulwegs ist dort zumutbar.

Anders ist es in weniger dicht besiedelten Gebieten. Hier plädieren wir für Kompromisse in

der Zügigkeit, da diese vernünftig sein können. Allerdings unter einer bedeutsamen Ein-

schränkung: Abstriche bei den Qualitätsanforderungen darf es auch bei diesen Schulen nicht

geben.

Quellen: www.bmbf.de / www.ganztagsschulen.org / www.projekt-steg.de / MK Niedersach-

sen „Jahrgangsgemischte Eingangsstufe“