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Nach dem Krieg aus Weusten verbannt
Ehemalige Schüler erinnern sich
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von
Gerold Meppelink
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15 ehemalige Schülerinnen und Schüler der alten
evangelischen Volksschule Emlichheim-Weusten trafen sich 55 Jahre nach
ihrer Entlassung zu einer Wiedersehensfeier in der Gaststätte
Dreher in
Emlichheim. Sie sind fast alle in der Grafschaft geblieben, nur zwei
Zöllnerkinder sind nach Hamburg verzogen.
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Die Jungen und Mädchen waren im Kriegsjahr 1944 von Gertien
Bielefeld
eingeschult worden. Schon kurze Zeit später gab es für sie
eine
einschneidende Änderung, denn nach dem Ende des Krieges wurde das
Gebiet zwischen der Grenzaa und der Aatalstraße von den
Alliierten zum
„Niemandsland“ erklärt. Das bedeutete: Alle, die dort wohnten,
mussten
ihre Häuser verlassen und sich bei Verwandten oder Bekannten eine
neue
Bleibe suchen. Auch die Schule wurde geschlossen, sodass die Kinder
für
ein Jahr in Emlichheim zur Volksschule gehen mussten.
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Erst im März 1946 wurde der Unterricht in Weusten wieder
aufgenommen.
„Wir waren froh, wieder nach Weusten zurück zu können“,
erinnert sich
Hermine Knoop. In den zwei Klassenräumen wurden die Schuljahre
eins bis
vier sowie fünf bis acht gemeinsam unterrichtet. „Sehr schwer war
der
Übergang von Klasse vier zu Klasse fünf, denn dann hatte man
es
plötzlich mit dem Lernstoff der Großen zu tun, aus
Heimatkunde wurde
Erdkunde erzählt Mina Zandman.
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Entlassen wurden die 26 Kinder von dem beliebten Lehrer Walter Schuchert. Sein Steckenpferd war Geschichte, und noch heute können
die
ehemaligen Schüler die Geschichtszahlen wie aus dem Effeff,
angefangen
von 44 vor Christi, Caesars Tod. Die Entlassung im Jahre 1953
inszenierte Lehrer Schuchert als feierliche Zeremonie: Er setzte sich
einen Zylinder auf den Kopf und zog einen Gehrock an, den damals alle
nur „Schlippjasse“ nannten. Die Kinder waren so gerührt, dass
viele von
ihnen ihre Tränen nicht zurückhalten konnten; das ist
für heutige
Schüler wohl kaum mehr vorstellbar.
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Quelle: Grafschafter Nachrichten, 21.10.2008
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