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Computer
und Internet im Unterricht
Berlin, 18. November 2010 - Der regelmäßige
Einsatz von Computer und Internet im Unterricht ist immer noch eine
Ausnahme in deutschen Schulen. Das hat eine repräsentative Umfrage
im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM unter 500 Schülerinnen und
Schülern von 14 bis 19 Jahren ergeben. Durchführendes
Institut war Forsa. Danach kommt der PC bei 43 Prozent aller
Schüler im Unterricht entweder gar nicht oder seltener als einmal
pro Woche zum Einsatz. Erst 15 Prozent aller Schüler nutzen den
Computer täglich in der Schule, 41 Prozent mindestens einmal pro
Woche. „Computer und Internet sind zwar an allen Schulen vorhanden, von
einem regelmäßigen Einsatz kann bisher aber keine Rede
sein“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer bei
der Vorstellung der Studienergebnisse in Berlin. „Die Schulen drohen
sich immer weiter von der Lebenswirklichkeit ihrer Schüler zu
entfernen.“ So besitzen heute 95 Prozent aller Jugendlichen ein Handy
und 99 Prozent nutzen das Internet. Drei Viertel aller Schüler
machen regelmäßig Hausaufgaben am PC.
Nach den Ergebnissen der BITKOM-Umfrage wünschen sich 84 Prozent
der Schüler, dass elektronische Medien verstärkt im
Unterricht eingesetzt werden. 92 Prozent sagen, dass neue Medien
Schulstunden interessanter machen und 79 Prozent, dass sie zum besseren
Verständnis der Lehrinhalte beitragen. Gleichzeitig sagen zwei
Drittel der Schüler, dass ihre Lehrer besser für die
Verwendung neuer Medien im Unterricht geschult werden sollten. Fast die
Hälfte (44 Prozent) meint, dass viele Lehrer einfach keine Lust
hätten, Computer und Internet im Unterricht einzusetzen.
In der Untersuchung zeigte sich, dass die Schulen die Funktionen und
Anwendungsmöglichkeiten der vorhandenen Technik bisher
unzureichend nutzen. Scheer: „Die Geräte fristen allzuoft ein
Mauerblümchendasein und werden nur für einfachste Anwendungen
eingesetzt.“ 88 Prozent der Schülerinnen und Schüler suchen
im Web nach fachlichen Informationen. 82 Prozent präsentieren ihre
Lernergebnisse vor der Klasse am PC und nutzen sie in der Regel
Projektionsgeräte (Beamer), die inzwischen in den meisten Schulen
vorhanden sind. Spezielle Lernprogramme nutzt die Hälfte der
Schüler, lediglich jeder Dritte programmiert im Unterricht, gerade
einmal ein Fünftel (18 Prozent) gestaltet in der Schule Webseiten.
Scheer: „Die Schülerinnen und Schüler sollten im Unterricht
Kenntnisse im Umgang mit Computer und Internet erwerben,
Medienkompetenz entwickeln sowie einen Einblick in die Funktionsweise
neuer Technologien erhalten.“
Aus Sicht des BITKOM verlangt der Arbeitsmarkt zunehmend nach
PC-Kompetenzen, die über reine Anwenderkenntnisse hinausgehen.
„Die Schulen müssen mit einem Ausbau des Informatikunterrichts
reagieren“, forderte Scheer.
„Die Einführung von Informatik als Pflichtfach als ist längst
überfällig.“ Nach den Ergebnissen der Umfrage nehmen
lediglich 59 Prozent der Schüler am Informatikunterricht teil. Das
sind 7 Prozentpunkte mehr als vor drei Jahren. Unterschiede gibt es
zwischen Jungen und Mädchen: Zwei Drittel der Jungen und nur die
Hälfte der Mädchen besucht den Informatikunterricht.
Gleichzeitig befürwortet eine Mehrheit von 53 Prozent der
Schülerinnen und Schüler Informatik als Pflichtfach bereits
in der Sekundarstufe I. Nur ein Viertel ist eindeutig dagegen, ein
weiteres Viertel ist unentschlossen.
Der BITKOM macht Vorschläge, wie Politik und Schulträger den
Einsatz von Computer und Internet im Unterricht forcieren sollten.
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Voraussetzung für einen
regelmäßigen Einsatz neuer Medien im Unterricht ist eine
bessere Ausstattung der Schulen. Alle Klassenräume sollten mit
interaktiven Tafeln, so genannten Whiteboards, ausgerüstet werden
und über einen schnellen Internetzugang verfügen. In der
Umfrage geben nur ein Drittel der Schüler an, dass in ihrer Schule
Whiteboards genutzt werden. „Statt in separaten Computerräumen
sollten Schüler verstärkt mit mobilen Laptops und Tablet-PCs
arbeiten“, sagte Scheer.
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Schulbücher sollten
durch eBooks ergänzt werden. Neben Texten und Bildern enthalten
sie Filme sowie interaktive Lernprogramme und Tests. Zudem können
sie jederzeit aktualisiert werden. Der modulare Aufbau digitaler
Schulbücher ermöglicht es, unterschiedlichste Lerninhalte zu
integrieren und damit Schüler individuell zu fördern.
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Bei der Gestaltung neuer
Unterrichtsformen sollten Gruppenarbeit und Selbststeuerung im
Mittelpunkt stehen. Die Schüler sollten lernen, sich Wissen selbst
zu erschließen, die Inhalte gemeinschaftlich zu erarbeiten und
kritisch zu hinterfragen. Die neuen Medien sind hier Mittel zum Zweck.
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Die Fächer Mathematik,
Informatik und Naturwissenschaften sollten künftig ein Drittel des
gesamten Unterrichts ausmachen. Bisher ist es im Schnitt der
Bundesländer etwa ein Viertel. Informatik sollte Pflichtfach von
der fünften bis zur zehnten Klasse werden.
Zur Datenbasis: Das
Marktforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag des BITKOM 500
Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 19 Jahren
befragt.
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