Grafschafter Schulgeschichte

Schöltien 

Wielen

Schule Hesepe 

1960

Gymnasium

Nordhorn 1960

Alte Schule Lage 

1691 - 1960

Schule Achterberg

ca. 1935

Schule Wilsum 

um 1900

Kirchschule Schüttorf um 1900

Einzelberichte zur Grafschafter Schulgeschichte

Einsatz von Buslotsen


Rund 6000 Kinder und Jugendliche fahren jeden Tag im Landkreis mit dem Bus zur Schule. Dabei kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Die Polizei, die Verkehrsgemeinschaft Grafschaft Bentheim (VGB) und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) wollen deshalb die Sicherheit erhöhen, und Jugendliche ab dem neunten Jahrgang zu Buslotsen ausbilden. Sie sollen als „rechte Hand“ des Busfahrers für Ordnung sorgen.
Wenn geschubst, gedrängelt, geärgert und geschrien wird, kommen die Buslotsen zum Einsatz. „Sie sind das Bindeglied zwischen Fahrgast und Fahrpersonal“, erklärt Edgar Eden. Er ist bei der Polizei in Nordhorn Verkehrssicherheitsberater und hat mit diesem Projekt bereits in Lingen gute Erfahrungen gemacht. „Dort haben wir im ersten Jahr 40 Lotsen ausgebildet“, berichtete er rund 30 Lehrern und Schulleitern im reformierten Gemeindehaus in Nordhorn. Er machte deutlich, dass Polizei und Busfahrer das Projekt anstoßen, aber nicht auf Dauer durchziehen könnten: „Wir müssen Ihre Hilfe haben, darauf sind wir angewiesen.“ Bis zum 25. Mai sollen die Schulen im Landkreis geeignete Jugendliche benennen, die freiwillig eine Ausbildung zum Buslotsen absolvieren wollen.

Die Ausbildung erfolgt an drei Nachmittagen. Dabei geht es unter anderem um Busregeln für ein besseres Miteinander, Schilder sowie die Frage: Was darf ein Buslotse und was darf er nicht? In einem Praxisteil wird den Jugendlichen erklärt, was es mit dem „toten Winkel“ im Straßenverkehr auf sich hat. DRK-Helfer zeigen, wie in einem Notfall erste Hilfe geleistet wird. Außerdem werden die Buslotsen im Streitschlichten geschult. Im ersten Jahr übernimmt das die Konfliktmanagerin Karin Kraul aus Lingen. Anschließend sollen sich Lehrer der jeweiligen Schule, die sich als Betreuer und Ansprechpartner für die Buslotsen engagieren, um die Ausbildung weiterer Jugendlicher kümmern.
Der Lohn der Mühen für die Schüler sind ein positiver Vermerk im Zeugnis, eine Urkunde und eine Überraschung am Ende des Jahres. Eden machte aber deutlich, dass es keine feste Entlohnung geben könne, sondern dass die Jugendlichen ehrenamtlich unterwegs seien. Die Buslotsen sollen an einem Ausweis, der an einem neonfarbenen Schlüsselband befestigt ist, gut zu erkennen sein. Sie müssten selbstbewusst, konfliktfähig und durchsetzungsfähig auftreten, ihre Aufgaben ernst nehmen und eine Vorbildfunktion ausüben.
Wir bräuchten eine Vielzahl von Buslotsen“, sagte Rüdiger Kopplin, Leiter der Realschule Emlichheim und zeigte sich skeptisch: „Ob wir das leisten können, wage ich zu bezweifeln.“ Helmut Sleefenboom von der Bentheimer Eisenbahn erklärte, dass vier Buslotsen für jede Strecke wünschenswert seien. Sie könnten sich täglich abwechseln. Heinz Defayay, Leiter des Polizeikommissariats Nordhorn, wies darauf hin, am Anfang des Projekts zu stehen. Auch Eden räumte ein, zu Beginn sicherlich nicht gleich auf allen Strecken Buslotsen einsetzen zu können.
Parallel zur Ausbildung der Buslotsen bietet die Polizei Schülern ab der fünften Klasse eine Busschule an. Dabei wird ihnen unter anderem gezeigt, wie sie Fahrpläne lesen, sich bei einer Notbremsung verhalten und was Sachbeschädigungen nach sich ziehen. Es sind zwei Schulstunden und zwei Praxisstunden im Bus geplant. Die Busschule startet im nächsten Schuljahr an den Schulzentren in Emlichheim, Uelsen, Lohne, Neuenhaus und Nordhorn-Deegfeld sowie am Burggymnasium Bad Bentheim und Missionsgymnasium Bardel. (GN, 13.5.2009)

Regeln gegen das Chaos im Schulbus

Polizei und VGB informieren

Ein Bericht von Andre Berends - Nordhorn, in den Grafschafter Nachrichten.

Drängeln an der Haltestelle, Ringen um freie Plätze, Schubsen beim Ausstieg – in fast allen Schulbussen kommt es täglich zu gefährlichen Situationen. Polizei und Busfahrer erklären seit Beginn des Schuljahres Grafschafter Fünftklässlern, welche Regeln einzuhalten sind. Die vierstündige Busschule soll zu einer festen Einrichtung werden.

 „Na, dann haltet euch mal gut fest“, sagt Wolfgang Kriete und gibt Gas. Der Schulbus der Nordhorner Versorgungsbetriebe (NVB) rollt an und verlässt die Haltestelle am Schulzentrum in Nordhorn-Deegfeld. Die 15 Fünftklässler, die sich allesamt hinten in den Bus gesetzt haben, reden und kichern. Sie wissen gar nicht so genau, was sie gleich erwartet. Nach wenigen Metern tritt Kriete das Bremspedal voll durch – unangekündigt. Der Bus bleibt mit einem kräftigen Ruck stehen. Eine blaue Regentonne, die als Dummy gerade noch lose im Gang stand, schleudert nach vorne. Große Augen bei den Schülern. „Und ich bin nicht mal 30 gefahren“, sagt Kriete.

Damit hatten die Kinder nicht gerechnet – sie haben sich zum Teil mächtig erschrocken. Was der Tonne passiert ist, hätte ohne weiteres auch einem von ihnen passieren können. „Der Busfahrer wird euch nie sagen können, wann er bremsen muss. Deswegen ist es sehr wichtig, sich richtig hinzusetzen oder sich beim Stehen festzuhalten“, sagt Kriete den Schülern. Sie haben alle eine Busfahrkarte. Einige von ihnen wohnen in Bimolten und Bookholt, andere in Hesepe und Hestrup. Sandro wohnt in Stadtflur. Er geht seit Schuljahresbeginn auf die Realschule im Deegfeld. Jetzt, im Sommer, fährt er mit dem Rad zur Schule. Im Winter, wenn es ungemütlich wird, will er mit dem NVB-Bus zum Unterricht fahren. Das ist für ihn neu.

Um Schülern wie Sandro zu zeigen, wie sie sich im Bus richtig verhalten, bieten Polizei und Verkehrsgemeinschaft Grafschaft Bentheim (VGB), zu der auch die Bentheimer Eisenbahn zählt, eine Busschule an. Die Mitarbeiter sind seit Mitte August in 17 weiterführenden Grafschafter Schulen im Einsatz. In zwei Theorie- und zwei Praxisstunden erklären sie Schülern des fünften Jahrgangs, welche Regeln zu beachten sind. „Wenn wir uns alle gut verstehen und die Regeln einhalten, wird Busfahren stressfreier und unfallfreier“, sagt Edgar Eden, Verkehrssicherheitsberater der Polizei in Nordhorn.

Die Busschule ist neben der Ausbildung der Buslotsen ab dem neunten Jahrgang ein weiteres Verkehrssicherheitsprojekt von Polizei und VGB. Es richtet sich an die durchschnittlich gut 6000 Kinder und Jugendliche, die jeden Tag im Landkreis mit dem Bus zur Schule fahren. Das Projekt soll künftig in jedem Schuljahr angeboten werden – immer in den fünften Klassen. „So erreichen wir auf Dauer so ziemlich alle Schüler, die vom Busverkehr betroffen sind“, erklärt Eden. Die Busschule läuft noch bis zum 30. September.
Quelle: GN, 1. 9. 2009