Modellprojekt
"Brückenjahr"
1. Kultusminister startet
Modellprojekt „Brückenjahr“ (Presse-Information des MK 2007)
"Der
Übergang
vom Kindergarten in die Grundschule hat entscheidenden Einfluss auf
den weiteren Bildungsweg eines Kindes. Neben den Eltern tragen vor
allem die Fachkräfte in den Kindertagesstätten und den
Grundschulen die Verantwortung dafür, dass er gelingt. Dafür
müssen alle Beteiligten eng und vertrauensvoll
zusammenarbeiten", sagte der Niedersächsische
Kultusminister Bernd Busemann heute (04.10.2007) bei der
Auftaktveranstaltung des Projekts "Brückenjahr" in
Hannover.
Im
Rahmen des auf vier Jahre angelegten 100-Milionen-Programms "Familien
mit Zukunft – Kinder bilden und betreuen" hatte die
Landesregierung 20 Mio. Euro zur Verfügung gestellt, um die
Zusammenarbeit zwischen
Kindergärten und Grundschulen zu
fördern. "Kindertagesstätten und Grundschulen haben
gemeinsame pädagogische Grundlagen, die der Förderung der
Gesamtpersönlichkeit des Kindes, seiner Selbsttätigkeit
sowie im Aufbau tragfähiger sozialer Beziehungen liegen. Dabei
gibt es mehr Gemeinsamkeiten, als der einen oder anderen Seite
vielleicht jetzt schon bewusst ist", machte Busemann deutlich.
Die Bausteine des Projekts Brückenjahr würden dazu
beitragen, diese Gemeinsamkeiten zu entdecken, um die Kinder in ihrer
Bildungsentwicklung und vor allem bei dem Übergang von der
Bildungseinrichtung Kindergarten in die Bildungseinrichtung Schule
noch besser begleiten zu können.
Zurzeit
43 Beratungsteams, bestehend
aus je einer Fachkraft des Bereichs
Kindergarten und des Bereichs Grundschule oder Förderschule,
werden nach einer Bestandsaufnahme zu den vorhandenen Strukturen der
Zusammenarbeit die Einrichtungen beraten und geeignete
Fortbildungsmaßnahmen organisieren. Ein weiterer Baustein
für
das Brückenjahr sind die ca. 250 Modellprojekte
mit ca. 450
beteiligten Kindergärten in allen Regionen Niedersachsens, die
seit Beginn dieses Schuljahres mit zusätzlichen Stunden für
Grundschullehrkräfte und Erzieherinnen ausgestattet sind, um
gemeinsam im letzten Kindergartenjahr gezielte Förderangebote
für die künftigen Schulkinder anbieten zu können.
Weitere 250 Modellprojekte werden zum 1.8.2009 genehmigt werden.
"Es
geht uns darum, in den ca. 4.600 Kindertageseinrichtungen und 1.850
Grundschulen in Niedersachsen Bildungsziele
und -inhalte der
Bildungsarbeit aufeinander abzustimmen, gezielt zu fördern,
wo
ein erfolgreicher Schulstart gefährdet ist, und den
Fachkräften
durch ein umfassendes Fortbildungsangebot das notwendige Rüstzeug
für diese Aufgaben zu vermitteln", so Busemann
abschließend.
2.
Modellprojekt „Brückenjahr“ beendet GN, 8.10.2011)
Vier
Jahre hat es gedauert, jetzt ist es auch in der Grafschaft beendet:
das landesweite Modellprojekt „Brückenjahr“. Es habe viele
Handlungsfelder und Chancen aufgezeigt, Kindern den Übergang vom
Kindergarten in die Grundschule zu erleichtern, hieß es in
einer Abschlussbilanz in Nordhorn. Doch die gemeinsame Aufgabe
bleibe: die Ausrichtung der pädagogischen Arbeit in den
Kindertagesstätten und Schulen auf ein gemeinsames Bildungsziel.
Es
war eine tolle Zeit, die viele Kontakte, viel neues Miteinander und
viel Information über die Arbeit der jeweils anderen gebracht
hat. Darin waren sich dieser Tage die Erzieherinnen und Lehrerinnen
einig, die in der Grafschaft
in den vergangenen vier Jahren das
Modellvorhaben
„Brückenjahr“ begleitet hatten. Landesweit
war seit 2007 im Rahmen dieses Modellvorhabens in über 570
Modellprojekten erprobt worden, wie Fachkräfte aus Kindergarten
und Grundschule die Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung
gemeinsam besser auf den Übergang in die Grundschule vorbereiten
und ihnen die für den Schulstart notwendigen Kompetenzen
vermitteln können.
Nach
Informationen des Kultusministeriums in Hannover haben ein Drittel
aller Grundschulen und ein Viertel aller Kindertageseinrichtungen in
Niedersachsen sich an diesen Modellprojekten beteiligt. 48
Beratungsteams aus jeweils einer sozialpädagogischen Fachkraft
und einer Grundschullehrkraft haben diese Verzahnung der spezifischen
Bildungsansätze in Kindergarten und Grundschule begleitet,
Qualifizierungsmaßnahmen organisiert und die für den
Prozess der Verzahnung relevanten Akteure vor Ort zusammengebracht.
Im Sommer sind die Modellprojekte ausgelaufen. Die Beratungsteams
werden noch bis Mitte 2012 aktiv sein.
Das
Grafschafter Beratungsteam,
bestehend aus der Grundschullehrerin
Doris Domnick
und der Sozialpädagogin Lydia
Busch, hat im
Kreisgebiet Einzelprojekte in
Nordhorn, Georgsdorf, Gildehaus, Laar,
Osterwald und Veldhausen betreut. Daran nahmen insgesamt 23
Kindertagesstätten und 13 Grundschulen teil. In diesen
Modellprojekten, in denen es „um
Übergänge und ihre
Gestaltung“ gehe, seien „sehr gute Aktivitäten entwickelt“
worden, lobte die Leiterin Fachbereiches Familie und Bildung beim
Landkreis Grafschaft Bentheim, Gunda Gülker-Alsmeier.
Allein im
Kindertagesstättenbereich seien dafür 100000 Euro
aufgewendet worden, davon 90000 Euro aus Landesmitteln und 10000 Euro
vom Landkreis. Der Grundschulbereich wurde aus dem Etat der
Landesschulbehörde in etwa gleicher Höhe unterstützt.
Projektleiterin
Doris Domnick
dankte allen Projektbeteiligten für ihren großen
Einsatz. Sie erinnerte daran, dass es im Rahmen des Projekts im Kreis
insgesamt 41 Fortbildungen für Erzieherinnen und Lehrerinnen
gab. Aber nicht nur dort sei man sich näher gekommen. Die
„große
Aufgabe“ des Modellvorhabens sei es gewesen, Bildungsziele und
Inhalte der Kindertagesstätten und der Grundschulen besser
aufeinander abzustimmen. Bei der Lösung dieser Aufgabe habe es
zwar Fortschritte gegeben, es sei über Vieles diskutiert worden.
Aber die Aufgabe, ein „gemeinsames Bildungsverständnis“ zu
entwickeln, bleibe auch künftig bestehen.
Zumindest
bis Mitte 2012 werden im Grafschafter Beratungsteam Doris Domnick und
Karin Tallen
(die die Aufgaben von Lydia
Busch übernimmt) an der
Weiterentwicklung
regionaler Brückenkonzepte arbeiten. Im
Mittelpunkt steht dabei vor allem die Bedarfsabfrage
und Organisation
von Fortbildungsangeboten zur Sprachbildung und Sprachförderung.
Foto:
Konjer, GN
Mit Urkunden dankten Lydia Busch und Doris Domnick (vorn, von
links)
den verantwortlichen Teilnehmerinnen der Modellprojekte in der
Grafschaft
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