Berufserkundungstag geht
neue Wege
Obergrafschafter
Kommunen und Berufsbildende Schulen legen Aktionen teilweise zusammen
Quelle: Grafschafter Nachrichten, 13.8-2010
Mit großem
Erfolg haben Bad Bentheim und Schüttorf in den vergangenen drei
Jahren gemeinsam den „Obergrafschafter
Berufserkundungstag“
angeboten. Diese jährlich zwischen den Kommunen wechselnde
Veranstaltung bot zum einen den Schülerinnen und Schülern
ab Klasse 8 die Gelegenheit, sich über etwaige Ausbildungsberufe
zu informieren, und zum anderen den Unternehmen das Forum für
eine umfassende Präsentation.Der für
Anfang September geplante
vierte Berufserkundungstag soll ausfallen und zusammen mit den
Berufsbildenden Schulen Nordhorn (BBS) am 12. und 13. November in
Nordhorn zentral für die ganze Grafschaft als „Tag der offenen
Tür“ angeboten werden. Auf Ebene der
Hauptverwaltungsbeamten
(HVB) hatte man schon länger über diese gemeinsame Aktion
diskutiert. Die Niedergrafschafter Verwaltungschefs sahen einen
separaten Berufserkundungstages für ihren Bereich nicht als
sinnvoll an und wünschten sich eine zentrale Veranstaltung in
der Kreisstadt.
Zwar sehen Volker Pannen und
Manfred Windhaus ihren Berufserkundungstag als
„Highlight“.
„Doch bei einer jährlichen Durchführung für die
Klassen 8, 9 und 10 wiederholt sich einiges und der
Informationsgehalt für den Einzelnen nimmt ab“, so Windhaus
und Pannen. Da die Veranstaltung für die Unternehmen mit
einem nicht ganz unerheblichen Aufwand verbunden ist, drängten
auch die Firmen auf einen gemeinsamen Termin. „In Gesprächen
mit der Wirtschaftsvereinigung der Grafschaft und der Handwerkskammer
wurde das Engagement der Kommunen und des Landkreises ausdrücklich
gelobt“, hob Landrat Kethorn bei der Vorstellung des neuen
Konzeptes für die Berufsorientierung in der Grafschaft
Bentheim hervor. Der Landkreis hatte auch bislang die
Veranstaltung in der Obergrafschaft sowohl ideell als auch durch die
Übernahme der Fahrtkosten unterstützt.
Gemeinsam
stellten in der vergangenen Woche Kethorn, Pannen und Windhaus, die
Leitstellenleiterin „Region des Lernens“, Fachpraxis-Lehrerin
Martina Handtke von den BBS, und Klaus Eismann für die
Wirtschaftslehrer der Obergrafschaft das neue Konzept im
Schüttorfer
Rathaus vor.
Zukünftig
wird im
jährlichen Wechsel die zentrale Veranstaltung „Tag der offenen
Tür“ in Nordhorn an den BBS durchgeführt und im darauf
folgenden Jahr der Obergrafschafter Berufserkundungstag im Wechsel
zwischen Schüttorf und Bad Bentheim. An beiden Veranstaltungen
beteiligen sich Unternehmen der Grafschaft mit eigenen
Info-Ständen.
Die
Verantwortlichen sehen in der gemeinsamen Aktion einen
zusätzlichen
Reiz, da mehr Abwechslung geboten würde und an den BBS die
schulischen Berufsbildungsangebote umfangreicher dargestellt werden
könnten. Gänzlich auf den erfolgreichen „Obergrafschafter
Berufserkundungstag“ mögen Pannen und Windhaus jedoch nicht
verzichten, da nach ihrer Ansicht die Ausbildung einen starken
lokalen Bezug hat. „Die Firmen, aber auch die Auszubildenden suchen
und finden sich eher im näheren lokalen Umfeld, sodass die
Bedeutung unseres Berufserkundungstages nicht schwinden wird“, so Pannen und Windhaus.
Landrat Kethorn
sieht mit Blick auf den demographischen Wandel die Grafschaft
Bentheim auch zunehmend in Konkurrenz zu den benachbarten Regionen
und lobte das Engagement der beiden Obergrafschafter Kommunen.
Wirtschaftslehrer Eismann
stellte in den vergangenen Jahren auch bei
den Unternehmen einen Wandel fest: „Zunehmend melden sich die
Betriebe bei den Schulen und fragen, ob sie nicht Kandidaten für
den einen oder anderen Ausbildungsplatz hätten.“
Auch
im Zusammenhang mit der Vorbereitung der GN-Beilage „Start in den
Beruf“ wurde deutlich, wie sehr sich der Ausbildungsmarkt
verändert
hat. Immer stärker bemühen sich die Betriebe, ihre
Ausbildungsplätze adäquat zu besetzen. „Das Angebot an
Ausbildungsplätzen übersteigt mitunter die Nachfrage,
sodass sich die Ausbildung vom Anbietermarkt hin zu einem
Nachfragermarkt entwickelt hat“, analysierten einige Unternehmen.
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