
Nach der Einrichtung des Heimes hat
dann die Mitgliederversammlung den Namen beschlossen: "Reformiertes
Kinderheim Hestrup/Gildehaus". Es blieb bis 1965 bei dem
angekauften Haus, das immer wieder verbessert und den steigenden
Anforderungen entsprechend umgebaut wurde. Schließlich wurde ein
großer Anbau errichtet und 1971 ein neues Wohnhaus für den
Heimleiter und seine Familie. Aber dann setzte 1973 eine rege
Bautätigkeit ein und aus dem kleinen Kinderheim ist ein
stattliches Kinder- und Jugenddorf geworden, in dem vorschulpflichtige
Kinder, Schüler und Auszubildende - Mädchen und Jungen -
wohnen.
Der Verein hat seinen Namen behalten, aber seiner Einrichtung 1975 den
Namen
gegeben: "Eylardushof - Evangelisch-reformiertes Kinder- und
Jugenddorf Gildehaus". Eylardus
war im 13. Jahhundert ein im Dienste des Bischofs von Utrecht stehender
Ritter. Auf dem Gelände seines in Gildehaus gelegenen Hofes ist
wahrscheinlich die Kirche errichtet worden, in deren Nachbarschaft der
Eylardushof liegt.
1989 wurde der Name in Eylarduswerk
geändert.
Zur
Entwicklung des Kinderheims
Die Praktikantin der Fachklasse für Kindergärtnerinnen
(Oberstufe), Brigitte Lange,
schreibt in ihrem Bericht "Mein
Großpraktikum vom 12. Juli bis 8. August 1948 im Reformierten
Kinderheim Gildehaus/Hestrup" über die bisherige
Entwicklung: "Das Reformierte Kinderheim in Gildehaus war
ursprünglich Privatbesitz und wurde dann von der Kirche
übernommen. Es wurde als Kinderheim für 20 - 25 Kinder
eingerichtet. 1943 ging die Leitung des Heimes in die Hände der
NSV über. 1945 wurde das Heim vollständig ausgeplündert,
um dann im Herbst des gleichen Jahres aus kleinsten Anfängen
wieder ausgebaut zu werden. Einrichtung, Wäsche, Kleidung,
Vorräte, alles das mußte mühsam wieder beschafft
werden. Mit Hilfe der kirchlichen Gemeinde, des Jugendamtes, aber vor
allem des tatkräftigen Einsatzes von Schwester Lina gelang es,
das Heim so weit zu fördern, daß es heute in der Lage ist,
35 - 40 Kinder aufzunehmen. Allerdings ist vieles noch sehr
behelfsmäßig und primitiv, doch mit der Zeit wird auch hier
Abhilfe geschaffen werden".
Über die Situation im Jahre1943 schreibt Pastor Müller in der
75-jährigen Jubiläumsschrift: " In dieser Zeit bekam das Heim
keine Kinder mehr zugewiesen, es stand fast leer. Man wollte einer
kirchlichen Einrichtung keine Kinder mehr anvertrauen. Am 8. September
1943 erschien eine Kommission der NSV (Nationalsozialistische
Volkswohlfahrt), Gau Weser/Ems (Oldenburg), zusammen mit zwei
Vertretern aus der näheren Umgebung. Sie kündigten die
Beschlagnahme des Heimes an, man benötige es , da wegen des
Bombenkrieges viele Kinder obdachlos geworden seien. Der Verein
erklärte sich bereit, diese Kinder aufzunehmen, wollte aber das
Heim und die Leitung behalten. Am 14. September 1943 jedoch erfolgte
die Beschlagnahme des Heimes mit einer Verfügung des Landrates.
Damit war die Geschichte des Reformierten Kinderheimes
Hestrup/Gildehaus an ein vorläufiges
Ende gekommen. (Quelle: Pastor Helmut Müller, Der Anfang
ist immer auch gegenwärtig, Jubiläumsschrift, Seite 28
- 47, Bad Bentheim1995)
Leitung
des Kinderheims bzw. Eylarduswerkes
- 1922 - 1943: Johanne Busmann, Hanna Manger, Martha Udet
- 9.6. -13.8.1945: Johanne Wichmann, geb. Siemering
- 13.8.1945 - 1955: Schwester Lina Riesenberg, Diakonissenhaus Detmold
- 1955 - 1970: Rosemarie Plöger, Diakonissenhaus Detmold, nach
weiterer Ausbildung Übernahme einer Aufgabe in der
Erwachsenenbildung
- 1970 - 1982: Karl-Heinz Klitsch, Diakon, neues Konzept: Aufteilung
des Heimes in familienähnliche Wohngruppen
- 1982 - 1991: Manfred Becker, Diakon, Ausbau zu einer
dezentralisirten, vielfach geglieerten Einrichtung der Kinder-, Jugend-
und Familienhilfe
- 1991 - 1994: Vakanzzeit, kommissarische Leitung durch Bereichsleiter
- 1994 - 2007:
Karl-Heinz Filthut, Diakon, Erziehungshilfen verschiedener Artin
Gildehaus, Bad Bentheim, Nordhorn, Lingen, Meppen, Schüttorf,
Gronau, Epe,
240 Kinder, 217 Mitarbeiter (in Voll- und Teilzeitbeschäftigung)
-
ab 2007: Detlev Krause, Pädagogischer
Vorstand, und Friedhelm Wensing,
Kaufmännischer Vorstand
hd
gildehaus. Auf dem Gelände des Eylarduswerks in Gildehaus ist
ein neuer Spielplatz eröffnet worden. Nach den Worten von Detlev
Krause vom Pädagogischen Vorstand waren eine
Betonplattenfläche
mit Tischtennisplatte und Volleyballnetz der Ausgangspunkt. Weil
immer mehr kleinere Kinder im Eylarduswerk leben und Mütter mit
ihren Kleinkindern betreut werden, sollte hier ein Spielplatz
entstehen, für den jedoch das Geld fehlte.
Durch
Unterstützung von zahlreichen Sponsoren wie der Stiftung
Volksbanken, der KD-Bank, der evangelisch-reformierten
Kirchengemeinde Gildehaus, dem ehemaligen Vorstand Karl-Heinz
Filthuth und dem Bastelkreis des Eylarduswerkes konnte das Vorhaben
schließlich doch realisiert werden – auch durch tatkräftige
Unterstützung der Werkstatt des Eylarduswerkes. Alle Geräte,
auch die imposante Sandsteinklettermauer, sind selbstverständlich
vom TÜV abgenommen.
Geplant
wurde der Spielplatz gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen sowie
engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Viele verschiedene
Ideen und Überlegungen wurden auf Machbarkeit und
Finanzierbarkeit geprüft und schließlich in Teilschritten
realisiert.
Das Eylarduswerk unterstützt seit genau 90 Jahren Kinder, Jugendliche und Familien. Die offizielle Gründung war am 15. September 1920. Alles begann mit drei Waisen.