Grafschafter Schulgeschichte

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Volksschule Gildehaus

ca. 1900

Burggymnasium

Bad Bentheim 2006

Ehem. Mittelschule

Bad Bentheim ca. 1970

Missionsgymnasium

Bardel 1998

Schule Achterberg

ca. 1935

Volksschule Holt und Haar 1958

Einzelbericht aus der Obergrafschaft

Berufserkundungstage in der Obergrafschaft


Bad Bentheim und Schüttorf beabsichtigen,  dezentrale Berufserkundungstage als Modellprojekt abwechselnd in Bad Bentheim und Schütorf  einzurichten.
Hierzu wird ein Bericht über den Berufserkundungstag im Jahre 2009 von Detlef Kuhn in den Grafschafter Nachrichten vom 10.9.2009 wiedergegeben:

Schüler haben es heute ganz schön schwer“

von Detlef Kuhn

Dritter Berufserkundungstag mit Diskussion, die tiefe Einblicke gewährte – Praktika sehr wichtig

Bad Bentheim und Schüttorf wollen auch 2010 wieder einen dezentralen Berufserkundungstag anbieten. Sie hoffen dabei auf noch mehr kleinere Handwerksbetriebe. Eine Podiumsdiskussion mit Fachleuten zeigte, was bei einer Bewerbung wirklich wichtig ist. Dafür gab es von Schüler, Eltern und Lehrern viel Beifall.

 Die Veranstalter waren sich in einer ersten Bilanz einig: Mit leichten Verbesserungen könnte sich ein dezentraler Berufserkundungstag abwechselnd in Bad Bentheim und Schüttorf auf Dauer zu einem Modellprojekt entwickeln. Dabei wäre ein noch größerer Branchenmix erforderlich, ein strafferes Zeitmanagement für die Teilnehmer, das auch die Interessen der Eltern berücksichtigt und auf jeden Fall eine Wiederholung der Abschlussveranstaltung, die sich für die 60 interessierten Schüler, Eltern, Lehrer und Firmenvertreter als wichtige Neuerung erwies. Denn unter dem Titel
„Fit für die Berufswahl?! – Chancen-Perspektiven-Anforderungen“
gab es viele interessante Informationen, die die Betroffenen bei ihrer Entscheidung unterstützen können. Auch der Info-Bus für Berufe aus der Metall- und Elektroindustrie war in dieser Hinsicht sehr hilfreich.

Ein großes Interesse an den 55 Ständen in der Schürkamphalle gab es auch noch nach 16 Uhr. Für die Bürgermeister Volker Pannen und Manfred Windhaus ein Beleg dafür, dass das Angebot stimmt. Zumal es von Jahr zu Jahr anregender präsentiert würde. Für Schüttorfs Bürgermeister Thomas Hamerlik, der den Tag als Firmenvertreter erlebte, wäre ein noch größerer Branchenmix wünschenswert, zumal es gerade in der Grafschaft doch viel produzierendes Gewerbe gäbe. Denn alle waren sich einig, dass darin eine große Chance läge, eine Vielzahl Obergrafschafter Betriebe kennenzulernen, die wiederum gezielt mit Interessenten in Kontakt kommen könnten.

„Durch das niedrigschwellige Kommunikationsangebot kommen die jungen Menschen schnell ins Gespräch“, hat der Schulleiter des Burg-Gymnasiums, Manfred Heuer, beobachtet. Denn auf der anderen Seite hätten zum Teil Auszubildende gestanden, die er noch aus seiner Schule kannte. Selbst die, die zunächst zum Studium in die Großstadt gingen, könnten schon erste Kontakte knüpfen, falls sie zurückkehren wollten. Wirtschaftslehrer Klaus Eismann freute sich, dass trotz Wirtschaftskrise so viele Unternehmen bereit waren, wieder einen Stand aufzubauen. Wichtig sei vor allem die Begleitbroschüre gewesen, die rechtzeitig in den Schulen vorgelegen hätte, um sich gezielt vorzubereiten. Fritz Niemeier von der Grund- und Hauptschule Gildehaus fand es gut, dass statt der Innungen Handwerksbetriebe aus der Region vertreten waren. So kämen junge Leute schneller ins Gespräch und würden über die Auszubildenen mit einer Firma ein Gesicht verbinden. Auch er hat fünf ehemalige Hauptschüler hinter den Info-Ständen entdeckt. „Das sind schöne Highlights, aber es ist nicht die Regel“, weiß er. Auch Ferdinand Schwank vom Stadtelternrat weiß aus vielen Gesprächen, wie erstaunt Schüler sind, was für Betriebe es in der Obergrafschaft gibt. Gerd Heilen (Volksbank) wünschte sich gerade in dieser Hinsicht eine noch bessere Vernetzung von Unternehmen, Schulen und Verwaltungen.

Zwei Spielszenen aus Bewerbungsgesprächen waren der Podiumsdiskussion vorangestellt. Sie machten deutlich, worauf es ankommt, wenn man eine Banklehre machen oder Industriemechaniker werden will. Nicht nur möglichst gut Schulnoten (inklusive Kopfnoten fürs Arbeits- und Sozialverhalten) und ein breites Allgemeinwissen (Nachrichten hören, Zeitung lesen), sondern auch praktische Kenntnisse und ehrenamtliches Engagement können überaus hilfreich sein. Dabei hat sich das Berufsbild im Bankwesen so sehr verändert, dass höchstens zehn Prozent Realschüler einen Ausbildungsplatz bekommen. Aber auch am Ende der Realschule sollte man immer einen Plan B in der Tasche haben, falls es mit dem Wunschberuf nicht klappt. Doch vielfach ist selbst der Plan A nicht besonders ausgereift, wie die Berufsberater immer wieder feststellen. Dabei gäbe es unzählige Informationen, doch sie müssten auch genutzt werden. Sinnvoll helfen könnten den Schülern bei der Klärung der Berufswahl die Eltern. „Eine überzeugende Bewerbung müsste eigentlich jedem gelingen, der im Internet www.planet-beruf.de aufruft“, hat der Personalleiter von Stemmann-Technik, Jürgen Maschmeyer, einen ganz praktischen Tipp parat.

Den gab es auch von Hotelier Johannes Grossfeld: Gerade Hauptschüler sollten sich nicht entmutigen lassen „in einer Zeit, in der es die Schüler insgesamt ganz schön schwer hätten“, bei all dem, was sie leisten und können sollen. Da er Praktika in der Gastronomie für das entscheidende Kriterium hält, machte er auch gleich das Angebot: Schüler können bei ihm einen oder mehrere Tage in der Küche oder im Service arbeiten, um für sich herauszufinden, ob das für sie ein geeignetes Berufsfeld wäre.