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  Berufsbildendes Schulwesen in der Grafschaft Bentheim

Lage für junge Kaufleute noch stabil

90 Ausbildungsplätze gesucht

Die Konjunkturkrise hat den positive Trend der letzten beiden Jahre mit einer Erweiterung des Angebots an kaufmännischen Ausbildungsplätzen in der Grafschaft gestoppt. Dieses Fazit zieht Schulleiter Bernhard Ruelmann nach der Auswertung der diesjährigen schulinternen Statistik. Die Situation auf dem kaufmännischen Ausbildungsmarkt sei jedoch noch stabil.

gn Nordhorn. Zur Zeit suchen noch 90 Schüler und Schülerinnen der Kaufmännischen Berufsbildenden Schulen (KBS) einen Ausbildungsplatz beziehungsweise streben einen weiteren Schulbesuch an. Im Vorjahr waren zum gleichen Zeitpunkt 91 Schüler unversorgt. Erneut konnten von der IHK und der Arbeitsagentur neue Ausbildungsfirmen gewonnen werden. Die noch vor einigen Jahren spürbar angespannte Situation am Ausbildungsmarkt wurde laut Ruelmann weitgehend abgebaut. Da zurzeit schon 990 Auszubildende in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Verwaltung die KBS besuchen, sei die Schulleitung optimistisch, dass in diesem Jahr die Zahl von tausend Auszubildenden überschritten wird. Dies sei ein Beweis für die trotz der Krise vorhandene Wirtschaftskraft der Region.

Trotz eines relativ guten Angebots an Ausbildungsplätzen bevorzugen auch weiterhin viele Jugendliche einen Schulbesuch. Über einen qualitativ höherwertigen Abschluss möchten sie die persönlichen Chancen auf dem Ausbildungsmarkt verbessern. Unternehmen, die sich in den nächsten Wochen mit zusätzlichen Ausbildungsplätzen für die duale Berufsausbildung engagieren möchten, finden an den KBS noch zahlreiche ausbildungswillige und ausbildungsfähige Bewerber.

In den ersten Maiwochen wurden 281 Schüler der diversen Berufsfachschul-Abschlussklassen von der Schulleitung über ihre persönliche Situation im kommenden Schuljahr 2009/10 befragt. Viele Schüler besuchen nach der allgemein bildenden Schule (Haupt- und Realschule) zunächst eine Berufsfachschule im Bereich Wirtschaft, um so eine Orientierung und Grundbildung für eine Vielzahl kaufmännischer Ausbildungsberufe zu erhalten.

Aus den Berufsfachschulklassen der KBS haben gut zwei Monate vor Beginn des neuen Ausbildungs- und Schuljahres 191 Schüler bereits eine gesicherte Zusage für einen betrieblichen Ausbildungsplatz beziehungsweise einen Schulplatz erhalten. Das bedeutet insgesamt eine Versorgung von 68 Prozent (im Vorjahr 70 Prozent). Noch suchen allerdings 71 einen Ausbildungsplatz. 19 hoffen noch auf einen Schulplatz im neuen Schuljahr. Sie dürften gute Chancen haben, als „Nachrücker“ einen Platz in dem großen Angebot der Berufsfachschulen zu erhalten.

Gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz oder die Möglichkeit des Besuchs weiterführender Schulen haben erneut die Schüler der Höheren Handelsschule. Hier finden die Unternehmen Auszubildende mit einer qualifizierten Grundbildung, die sie ohne Schwierigkeiten in den Arbeits- und Ausbildungsprozess integrieren können. Von 172 Schülern der Höheren Handelsschule haben bisher 58 einen Ausbildungsvertrag unterschrieben. 81 besuchen zukünftig entweder eines der drei Fachgymnasien, die Fachoberschule Wirtschaft oder aber eine Berufsfachschule für Wirtschaftsassistenten, die zu einem beruflichen Abschluss führt. Lediglich 33 Schüler dieser Schulform (19,2 Prozent) sind zurzeit nicht versorgt.

Probleme am Ausbildungsmarkt haben einmal mehr die Schüler der Zweijährigen Berufsfachschule Wirtschaft (Handelsschule) für Hauptschulabsolventen. Von 69 sind lediglich 32 (46 Prozent) versorgt. 23 haben einen Ausbildungsvertrag und neun einen weiterführenden Schulplatz erhalten. 37 Schüler (54 Prozent) suchen noch einen Ausbildungs- oder Schulplatz.